Rigi Anzeiger
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Fraglicher Passagierzuwachs auf der Linie 73

Udligenswil: Der Verkehrsverbund wertet die neue Linienführung für Bus 73 als grossen Erfolg. Der Gemeinderat von Udligenswil ist gegenteiliger Ansicht.

Am 30. Oktober nehmen zwei moderne Gelenkbusse ihre Fahrt auf der Linie 73 auf.

Am 30. Oktober nehmen zwei moderne Gelenkbusse ihre Fahrt auf der Linie 73 auf.

«Auf breiter medialer Front verkündet der Verkehrsverbund Luzern, die Verlegung der Buslinie 73 sei wegen 30 Prozent mehr Fahrgästen ein Erfolg. Diese Mitteilung ist einseitig. Die blosse Steigerung der Passagierzahlen kann zumindest nicht einzige Messgrösse sein, sonst könnte man die Linie noch über weitere Stadtregionen führen, um möglichst dichtbesiedelte Gebiete abzudecken.» Heute müsse davon ausgegangen werden, dass mit der Verlegung der Linie 73 über das Gebiet Würzenbach im Gegenzug die Passagierzahlen der Busse der VBL entsprechend abgenommen haben.
Der Ärger über die neue Linienführung ist in Udligenswil nach wie vor gross. Der Gemeinderat wehrte sich von Anfang an und sieht sich nun darin bestätigt. Thomas Rebsamen, Gemeindepräsident, dazu: «Trotz den vermeintlich guten Passagierzahlen hat sich für Passagiere aus Udligenswil die Qualität der Busverbindung markant verschlechtert. Dies, obwohl die Gemeinde höhere Beiträge an den öffentlichen Verkehr zahlen muss. Die Busse sind überfüllt. Sie brauchen länger. Zwischen Adligenswil und Luzern Brüelstrasse hält der Bus alle paar Meter. Ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit wird der Takt durch die aus unserer Sicht unsinnige Schlaufe Widspüel ausgedünnt. Und entgegen ausdrücklicher Ankündigung hat man sogar die Haltestelle beim Luzernerhof stadteinwärts gestrichen.»
Thomas Rebsamen ist überzeugt, dass sich in der Folge viele vom ÖV abgewandt haben. Dies zeigten Äusserungen verschiedener Bürgerinnen und Bürger. Der Verkehrsverbund spricht hingegen von zwei Prozent mehr Passagieren aus Udligenswil. «Wir können diese Zahl nicht überprüfen», kommentiert Rebsamen, «wir wissen auch nicht, auf welchen Zeitraum sie sich bezieht. Man bedenke, dass es wesentlich mehr Kurse gibt und dass auch die Bevölkerung gewachsen ist.»
Frustriert ist man in Udligenswil auch über den Fahrplan. Thomas Rebsamen: «Mit der Vorverschiebung der Abfahrtszeit in Luzern um eine Minute vollzieht der Verkehrsverbund die in der Realität bereits längeren Fahrzeiten nach. Dabei nimmt er in Kauf, dass namentlich von Basel anfahrende Passagiere den Bus in Luzern verpassen.»
Der Gemeinderat hofft auf Einsicht beim Verkehrsverbund und dass Verbesserungen vorgenommen werden. Rebsamen: «Wir hoffen, dass irgendwann für das Quartier Widspüel eine geeignete Erschliessung gefunden und die Schlaufe gestrichen wird. Zudem sind die Haltestellen weiter auszudünnen. Wir hoffen, dass die allgemeine Unzufriedenheit ein Umdenken bewirkt und man künftig nicht mehr nur auf Planungsbüros, sondern auch auf die Betroffenen hört.»