Rigi Anzeiger
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Freude und Ärger über eine Dosierungsanlage

Ebikon: Gemäss einem Bericht der Luzerner Zeitung hat die Dosierungsanlage beim Kreisel Schachenweid für den ÖV die Situation verbessert – nicht aber für die Autofahrer, findet die FDP-Ortspartei.

Ebikon Lichtsignal

cek. Wie funktioniert die Dosierungsampel, die Richtung Stadt Luzern beim Schachenweidkreisel installiert wurde? André Heller, Abteilungsleiter Verkehr und Infrastruktur (vif) des Kantons Luzern, erklärt: «Einerseits meldet sich der Bus nach der Haltestelle Schachenweid elektronisch an, so wird der motorisierte Individualverkehr (MIV) vor dem Kreisel kurz angehalten und der Bus hat freie Fahrt bis zur Haltestelle Falken. Andererseits wird die Verkehrsqualität mittels Stauschleifen vor dem Schlossberg überwacht. Zeichnet sich ein Stau ab, so wird beim Kreisel Schachenweid die Dosierung aktiv. Der Stau bildet sich mit diesem System dort, wo parallel eine Busspur vorhanden ist und nicht beim Schlossberg wo der Bus im Stau stecken bleiben würde.» Aus dem Bericht der Luzerner Zeitung vom 25. Januar 2017 geht hervor, dass der Bus seit Inbetriebnahme der Dosierungsampel 90 Sekunden schneller ist. Das habe eine Untersuchung ergeben. Die FDP Ebikon findet das begrüssenswert, jedoch befremdend sie, dass es scheinbar nicht für nötig befunden wurde, auch die Auswirkungen auf den Individualverkehr zu untersuchen. Ortsparteipräsident René Friedrich führt aus: «Das zeigt die momentanen Tendenzen in der Verkehrspolitik. Statt die Situation für alle Verkehrsteilnehmer verbessern zu wollen, wird nur noch die Bedeutung für den ÖV, und allenfalls für die Velofahrer, hervorgehoben. Und dies obwohl nach wie vor der weitaus grösste Teil der Verkehrsleitungen vom motorisierten Individualverkehr bewältigt wird.» Wie von André Heller zu erfahren war, werde die Reisezeit des MIV im Kanton Luzern aus Kostengründen nicht systematisch erfasst. Er ergänzt: «Dank dem modernen Betriebsleitsystem der vbl, welches die Fahrzeiten der Busse online erfassen, ist es mit geringem Aufwand möglich, die Fahrzeiten auszuwerten.»

Die FDP Ebikon findet, dass nicht nur die Busbenutzer, auch die Autofahrer auf zuverlässige Reisezeiten und Einhaltung von Terminen angewiesen sind. «Anders als im Artikel der Luzerner Zeitung erwähnt, ist in Ebikon einiges an Unmut über die neue Dosierungsanlage vorhanden, zumal diese ursprünglich nur als Busbevorzugung deklariert war», schreibt die Ortspartei in ihrer Mitteilung auch. Friedrich weiter: «Die Dosieranlage reiht sich in verschiedene negativer Erfahrungen der letzten Zeit ein: Die nicht wirklich gelungene Umgestaltung der Kantonsstrasse, die Bestückung des Ebikoner Dorfzentrums mit Trolleybusleitungen (ohne motivierte Prüfung von Alternativen) sowie die politisch gewollte Tendenz der Stadt, den Autoverkehr immer mehr zu behindern und zu verbannen (auch auf Kosten der Agglomeration).»

Lob und Tadel
Positive und kritische Rückmeldungen erhielt auch die Gemeinde. «Letztere bezogen sich vor allem auf Fragen zur Funktion der Ampel», äussert Gemeinderat Hans Peter Bienz. «Ich finde die Umstellung auf die Dosierungsanlage Klasse», lobte eine Autofahrerin aus dem Rontal das neue System. Hingegen kritisiert sie das dichte Ampelnetz zwischen MParc und Ladengasse, wo sich immer wieder Stau bildet. «Die Ampelanlagen im Dorfzentrum stellen wirklich ein weiteres Problem dar. Die Steuerungen sind so programmiert, dass ein flüssiges Fahren unmöglich wird und unnötiger Stau entsteht. Früher gab es einmal die Absicht, eine ‹grüne Welle› durch’s Dorf zu gewähren. Heute ist kein entsprechender Wille mehr zu spüren», meint René Friedrich. Gemäss André Heller sei zwischen Schlössli- und Weichlenstrasse ein Kantonsstrassenprojekt mit Anpassung und Erneuerung der Kantonsstrasse K 17 in Ebikon mit Massnahmen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems vorgesehen. Heller weiter: «Wichtige Grundlagen für die Projektierung liefert das Gesamtverkehrskonzept LuzernOst, indem Massnahmen für die Verbesserung der Verkehrssituation aller Verkehrsteilnehmer im Rontal entwickelt werden. Das Gesamtverkehrskonzept wird von LuzernPlus und der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) Kanton Luzern erarbeitet. Nebst Verkehrs- und Mobilitätsmassnahmen (Parkraumbewirtschaftung, attraktive und sichere Fuss- und Velowege, Sharing-Konzepte, ÖV-Infrastrukturen und -Angebot, usw.) werden, infolge der zunehmender Dichte des Verkehrs, Massnahmen zur ÖV-Bevorzugung und massvollen Leistungssteigerung der Strasse, wie Dosierungs- und Steuerungsmassnahmen der Zufahrten in die Kantonsstrasse entwickelt.

Auf Anfrage zur Medienmitteilung der FDP Ebikon bekundete Hans Peter Bienz, dass der Gemeinderat die Auswirkungen der Busbevorzugung auf alle Verkehrsteilnehmer genauestens beobachtet und sich nötigenfalls für Verbesserungen einsetzt.