Rigi Anzeiger
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Fröschenzunft-Jubiläum mit «Mer hend Freud!»

Meggen: Wer wird neuer Zunftmeister? Das ist eine häufig gestellte Frage der Megger Bevölkerung zu Jahresbeginn. Das Geheimnis wurde am letzten Samstag bei der Inthronisationsfeier gelüftet: Ehrenfester Fröschenzunftmeister 2016 ist Heiri Scherer-Scherer vom Eiholzweg.

jp. Unter feierlichen Klängen werden um 18.30 Uhr die Portale zum grossen, festlich dekorierten Gemeindesaal aufgestossen zum Einmarsch der Gäste in den Kreis der Zunftherren und -damen. Alle Herren in schwarzen Anzügen mit Fliege, die Damen in eleganten Roben.

Einmarsch und Begrüssung
Das Zunftmeisterpaar Heiri und Kathrin Scherer-Scherer hat mit seinen drei Kindern Aufstellung genommen und die einmarschierenden persönlichen Gäste, Vertretungen befreundeter Zünfte sowie die Delegation des Megger Gemeinderates begrüsst. In seinem sympathischen Urnerdialekt heisst Zunftpräsident Bernhard Gisler die ganze Zunftfamilie willkommen und kündigt eine spassige, unterhaltsame Inthronisationsfeier an. Die Wahl eines neuen Zunftmeisters ist in Meggen immer ein bestens gehütetes Geheimnis. Mit grosser Freude kann Beni Gisler den Zunftmeister 2016 aus dem alten Megger Geschlecht der Scherer von Unter-Bergiswil vorstellen. „Der neue Zunftmeister Heiri ist Landwirt, Jurist und Anwalt und liebt in der Freizeit das Joggen, aber nicht zu weit, das Wandern, auch nicht allzu weit, das Skifahren und Baden“, beschreibt der Zunftpräsident die Person des neuen Zunftkönigs. Doch die Linie der Scherer von Meggen ist weit verzweigt. Da gibt es noch die Ahnen der Scherer vom Eiholz. Und hier fand Heiri an einem Fasnachtsanlass seine Lebenspartnerin Kathrin Scherer vom einstigen Junkersitz Eiholz. Die Zunftmeistersfrau besuchte das Gymnasium Immensee und studierte Ethnologie und Betriebswirtschaft. Zusammengenommen ergibt dies den Familiennamen Scherer-Scherer. «Hoffentlich ergeben sich so keine Schererein!» meint ein Witzbold zu dieser schererverdichteten Namenskombination.

Feierliche Inthronisation
Die rund 40 Zunftherren verschwinden aus dem Saal und reihen sich hinter dem Bühnenvorhang mit ihren Zunfthüten auf. Vorhang auf! Feierlich schreitet der neue Zunftmeister mit dem Zunftweibel Norbert Welti die Bühnentreppe hinauf, voran die Zunftfahne. Altzunftmeister Daniel Marty übergibt dem Auserkorenen die Insignien der Fröschenzunft Meggen, als da sind die Zunftkette, der Zunfthut und den Zunftstab als Symbol der Macht des Megger Fasnachtsgewaltigen. Sodann darf der Auserwählte auf dem Thronsessel Platz nehmen und die Glückwünsche des Zunftpräsidenten und aller Anwesenden entgegennehmen, was von Heiri Scherer mit einem Freudensprung und –schrei quittiert wird. Der neue Zunftmeister gibt zu seiner Wahl der grossen Freude Ausdruck – und so ergibt sich logischerweise auch das Fasnachtsmotto 2016:

Mer hend Freud!
Farbige Luftschlangen schiessen durch den Raum. Ein bunter Vorhang hängt von der Decke. Die Guuggemusig Cocoschüttler schmettert aus allen Rohren. Der Zunftmeister fordert zu einer Polonaise durch den Gemeindesaal auf. Die Fasnacht 2016 ist eröffnet und lanciert.

Plausch und Schmaus
Zur Unterhaltung und zum Eröffnungstanz spielt die Appenzeller Kapelle Holdrioo auf. Dazwischen gibt es aus der Balm-Küche Feines für den Gaumen. Natürlich fehlt dazu auch nicht ein Glas Wein. Der Beckenrieder Jost Käslin weiss mit seinem Schwyzerörgeli und saftigen Witzrunden die Gesellschaft zu unterhalten. Die Vertreterin des Gemeinderates, Sozialvorsteherin Mirjam Müller-Bodmer, macht in einer Schnitzelbank spassige Anspielungen auf die Aktivitäten der Fröschenzunft.
Der Abend zieht sich dahin. Zur Geisterstunde tritt Reto Brun ans Mikrofon, um auf 60 Jahre Fröschenzunft zurückzublicken und mit ein paar Seitenhieben diverse Akteure in die Pfanne zu hauen.

Am Tag danach
Wer erst in den Morgenstunden das Bett gefunden hat, kann von Glück reden; denn am darauffolgenden Sonntag trifft man sich erst wieder nach dem Mittag beim Zunftmeisterpaar. Eine Gruppe Zünftler holt beim Altzunftmeister den grossen Frosch, eine andere gräbt im Umgelände des Zunftmeisterhauses ein Loch und eine dritte holt im Wald einen Tannenbaum. Gemeinsam wird dann der Baum mit Ballonen geschmückt, im vorbereiteten Loch eingepflanzt und der grosse Frosch an seinen neuen Standort platziert. So ist von weitem sichtbar, wo das Zunftmeisterpaar seinen Sitz hat. Nach diesem „Chrampf“ wartet die nächste Verpflegungsrunde in den Räumlichkeiten des Zunftmeisters auf die Zünftler und deren Frauen, die ihre Männer in jeder Situation tatkräftig unterstützen. So zieht sich die Inthronisation dahin in einem Ritual, das schon eine lange Tradition hat. Die Werktätigen wollen aber am Montag wieder die ordentliche Arbeit aufnehmen. Ohne Verspätung!