Rigi Anzeiger
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Für eine Schule mit Zukunft

Megger Schulraumplanung nimmt Gestalt an

Kooperatives Lernen und Individualisieren als Antwort auf die Herausforderungen des heutigen Unterrichts, dezentrale Kindergärten, ein saniertes und erweitertes Primarschulzentrum Hofmatt und eine Optimierung des Sekundarschulstandortes Zentral sind die Kernziele der Megger Schulraumplanung.

An der Megger Schule herrscht Aufbruchsstimmung. Mit dem Amtsantritt neuer Gemeinderäte und neuer Schulpflegemitglieder sind sowohl der pädagogische wie auch der bauliche Bereich der Schule in Bewegung gekommen. Die beiden Behörden haben zusammen mit der Schulleitung die Schulanlagen besucht und dabei Einblick in die Erfordernisse der Schule von heute und morgen erhalten – und gleichzeitig ergab sich ein aktuelles Bild vom Zustand der Schulbauten.

Blick aufs Ganze
«Für die zukünftige Schulraumplanung liegen drei Grundlagenpapiere vor», hielt Claudia Senn-Marty, Schulpflegepräsidentin in einem Gespräch fest, an welchem sich auch Katrin Huber Hürlimann, Mitglied der Schulpflege und Präsidentin der internen Schulraumplanungskommission sowie Jacqueline Kopp-Vetter, Gemeinderätin und Schulverwalterin beteiligten. «Als wir im August des vergangenen Jahres uns mit der Thematik ‹Schulraumplanung› befassten, lag bereits der Schulraumplanungskommissionsbericht der Schulpflege vor, der in der vorangegangenen Amtsperiode erstellt wurde und mit Ende Juli 2012 datiert ist. Dieser Grundlagenbericht enthält viele Zahlen, Fakten und Prognosen. Er zeigt auf, welche Abklärungen bisher getroffen wurden und wo Handlungsbedarf besteht. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass nicht einzelne Bruchstücke angegangen werden sollen, sondern der Blick soll geöffnet werden für das Ganze. Es soll eine längerfristige Strategie entwickelt werden», fasste Claudia Senn-Marty den Inhalt des Berichts zusammen. «Als zweites hat der Gemeinderat der Metron AG eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben», führte die Schulpflegepräsidentin weiter aus. «Diesen Schlussbericht konnten wir ebenfalls für die Ausgangslage benutzen. Das ist ein sehr umfassendes Dokument. Es schlägt verschiedene Varianten vor, wie man die ganze Schulanlage Hofmatt optimieren könnte. Der Bericht zeigt aber auch auf, dass die Platzverhältnisse auf dem Areal Hofmatt beschränkt sind und die Grundrisse der beiden Schulhäuser Hofmatt 1 + 2 nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen entsprechen. Es fehlen Lifte, ein behindertengerechter Zugang ist nicht gewährleistet. Eine Innensanierung der Hofmatt-Schulhäuser sei dringend. Im Weitern haben wir uns mit dem kantonalen Dossier ‘Empfehlungen für Schulbauten in der Volksschule’ intensiv auseinandergesetzt. Aus diesen drei Grundlagenpapieren haben wir eine Strategie bis ins Jahr 2020 erarbeitet und entwickelt, die wir dem Gemeinderat vorstellen durften und die ein sehr positives Echo fand. Die vorgeschlagenen pragmatischen Lösungsansätze wurden begrüsst und als zukunftsweisend beurteilt mit der Auflage, dass für die Bauvorhaben auch noch ein Energiekonzept zu erstellen sei.»

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Die heute 40- bis 50-jährigen Hofmatt-Schulhäuser werden innen saniert,
behindertengerecht erschlossen und mit Gruppenräumen erweitert.

Innensanierung vordringlich
Für die Umsetzung der Bauprojekte ist nun der Gemeinderat bzw. das Bauamt zuständig. Deshalb wurde inzwischen bereits eine Planungs- und Baukommission unter der Leitung von Gemeindeammann HansPeter Hürlimann eingesetzt. In diesem Gremium sind beide Behörden, der Gemeinderat und die Schulpflege, mit entsprechenden Fachpersonen vertreten. «Es hat den Auftrag, das Projekt im Detail zu planen und dann umzusetzen», hielt Katrin Huber Hürlimann im Gespräch fest. «Vorrangig dabei ist die Innensanierung der Schulhäuser Hofmatt 1 + 2. Damit verbunden ist die Erweiterung der Klassenzimmer mit Gruppenräumen. Ein Anliegen, das schon seit einigen Jahren auf die Realisierung wartet. Rucksackanbauten sollen auch eine behindertengerechte Erschliessung mit Liften ermöglichen. Das Ziel ist, Räume für 24 Abteilungen zu schaffen.» Jacqueline Kopp, Schulverwalterin, ergänzte: «Parallel zum grossen Sanierungsprojekt der Hofmatt-Schulhäuser läuft das Teilprojekt zur Optimierung der dezentralen Kindergärten mit dem Neubau des Kindergartens Sentibühl, der Eröffnung eines zusätzlichen Kindergartens im Hofmatt und der Innensanierung des Kindergartens im Altschulhaus in einer späteren Etappe. Es gilt aber immer, die Gesamtplanung im Auge zu behalten. Im neuen Primarschulzentrum Hofmatt sind auch für alle Schulleitungen, für die Schulsozialarbeit, für die Schulischen Dienste sowie für schul- und familienergänzende Tagesstrukturen Räumlichkeiten einzuplanen. Die bisherigen Provisorien, die Pavillons werden im Rahmen der vorgesehenen Schulraumplanung eliminiert.»

Ambitionierter Zeitplan
Katrin Huber Hürlimann erklärte, dass die vom Gemeinderat eingesetzte Planungs- und Baukommission die Arbeit aufgenommen habe. Es liege ein provisorischer Zeitplan vor, der sehr ambitioniert sei und wohl noch gewisse Korrekturen erfahren werde. Bei der ganzen Planung komme erschwerend dazu, dass der Unterricht während der Bauphasen gewährleistet bleiben müsse und somit die Bauarbeiten vornehmlich in der Ferienzeit zu leisten seien. «Bei der Planung gilt es, immer das Gesamtpaket, den Gesamtauftrag im Auge zu behalten. Eine sehr komplexe, anspruchsvolle Aufgabenstellung. Die Gemeinde hat deshalb eine Bauherrenberatung beigezogen. Diese soll sicherstellen, dass alle Planungsschritte professionell angegangen werden», hielt Schulpflegemitglied Katrin Huber Hürlimann fest. «Nach Abschluss der Bauarbeiten ‹Hofmatt› ist schliesslich in einem weiteren Teilprojekt das Sekundarschulzentrum ‹Zentral› den Bedürfnissen dieser Stufe anzupassen», fuhr die Schulverwalterin Jacqueline Kopp fort, «mit dem Wegfall des Pavillons sind Schulzimmer im ‹Zentral 2› bereitzustellen sowie die Pausenplätze entsprechend anzupassen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mit der gesamten Schulraumplanung die notwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden können, so dass bei weiteren Schulreformen nicht gleich wieder bauliche Anpassungen notwendig werden.»

2013 Vorbereitungsjahr
Es wird das Jahr der Planung. Es wird entschieden, in welcher Form ein Auftrag an ein Architekturbüro vergeben wird; wohl in einem zweistufigen Verfahren. Es werden erste Kostenschätzungen gemacht. Eine gute Information der Bevölkerung ist anzugehen. Die Urnenabstimmung ist vorzubereiten.

Im Pavillon Hofmatt ist vorübergehend ein zusätzlicher Kindergarten auf den Schulstart im August einzurichten. Auch die Planung des Kindergartens Sentibühl wird demnächst aufgenommen. «Es geht Richtung Neubau. Das Provisorium ist durch einen Bau zu ersetzen, der energetisch den heutigen Anforderungen entspricht und flexible Raumnutzungen ermöglicht. So kann auch das Quartier aufgewertet werden», hielten die drei Fachfrauen fest. «Der Entscheid für das Modell des Zweijahres-Kindergarten ist schon vor längerer Zeit gefällt worden. Wir halten daran fest und stärken die Quartier-Kindergärten.»

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Der Kindergarten-Pavillon Sentibühl soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Raum für gute Schule
Auf die Frage, welche längerfristigen Erwartungen die Schulpflege mit der Schulraumplanung verbinde, antwortete die Schulpflegepräsidentin: «Das individuelle Lernen, das heute gefordert ist, braucht mehr Platz. Wir wollen den Lehrpersonen deshalb Räumlichkeiten anbieten, dass sie nach zeitgemässen didaktischen Vorgaben unterrichten können. Das ist ein Hauptziel. Im Weiteren wollen wir die Schule so organisieren, dass durch eine zweckmässige Anordnung von Räumen die Zusammenarbeit in der Schulleitung, unter den Lehrpersonen und mit den Schulischen Diensten optimiert werden kann. Im Leitbild der Gemeinde ist festgehalten, dass die Schule weiterhin eine hohe Qualität haben soll und deshalb die Infrastruktur die Ansprüche einer fortschrittlichen Bildung mit vielfältigen kind- und jugendgerechten Lehr- und Lernformen erfüllen müsse. Eine gute Schule kann nur in entsprechenden Räumlichkeiten stattfinden. Und dieses Ziel gilt es jetzt umzusetzen.»