Rigi Anzeiger
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Gemeinderätinnen machten mit Herzblut Politik

Meggen: Am 31. August 2016 endet für die beiden Gemeinderätinnen Jacqueline Kopp und Mirjam Müller-Bodmer die letzte Amtsperiode. In einem Gespräch verraten die Politikerinnen, welche zwei Projekte oder Anlässe für sie während ihrer Amtszeit von besonderer Bedeutung waren.

jp. Jacqueline Kopp war während 16Jahren für das Ressort Schule, Jugend, Freizeit, Sport im Megger Gemeinderat zuständig. Mirjam Müller-Bodmer amtete während 12 Jahren als Sozialvorsteherin und war für die Bereiche Soziales, Gesundheit und Alter verantwortlich. Die beiden Gemeinderätinnen haben die Gemeindepolitik in den vergangenen Jahren ganz wesentlich mitgestaltet und mitgeprägt. Zwei Frauen, die mit viel Herzblut, mit grossem Engagement sich für ihre Ressorts engagierten. Mit Erfolg, mit eigenen Projekten, mit eigenen Zielsetzungen, mit Beharrlichkeit. Zum Wohle aller Generationen und Bevölkerungsschichten. Am 31. August 2016 geht ihre Amtszeit mit einem Abschiedsabend mit den Gemeinderatskollegen und der Verwaltung zu Ende.

In einem Gespräch berichten Jacqueline Kopp und Mirjam Müller-Bodmer über je zwei Projekte oder Anlässe, die ihnen in ihrer Tätigkeit als Gemeinderätinnen «ans Herz gewachsen» sind.

Jacqueline Kopp. Eine Herzensangelegenheit war es für Jacqueline Kopp, bei Projekten sich stets die Stimmen aller Beteiligten anzuhören und so gemeinsam nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Seestrasse und der Fridolin-Hofer-Platz, wo vor vier Jahren sich Konflikte zwischen Jugendlichen und Anwohnerinnen und Anwohnern wegen Lärm und Abfall zuspitzten und zu eskalieren drohten. «Wir nahmen die Sorgen im Quartier ernst und führten zahlreiche Gespräche über die einzelnen Bedürfnisse, um das gemeinsame Vertrauen wieder herzustellen.» Um dieses Ziel zu erreichen, setzte sich die Gemeinderätin zudem mehrfach mit den Jugendlichen zusammen und erarbeitete verbindliche Regeln zur Nutzung des Platzes. Dazu gehörte als neuer Treffpunkt ein Bauwagen, der während den Sommermonaten in Selbstverantwortung von Jugendlichen zusammen mit der Jugendanimation geführt wird. Zudem wurden alle Beteiligten in die neu geschaffene Begleitgruppe «Fridolin-Hofer-Platz» miteinbezogen. Seither hat sich die Situation wesentlich beruhigt und aus dem «Gegeneinander» ist ein «Miteinander» geworden. Der Megger Habicht auf dem Bauwagen wacht als Symbol über den Vereinbarungen.

Ein gutes Beispiel, wie man miteinander Konflikte lösen kann: Jacqueline Kopp vor dem Bauwagen mit dem Megger Habicht auf dem Fridolin-Hofer-Platz. Der Bauwagen wird  durch die Jugendlichen eigenverantwortlich geführt.

Ein gutes Beispiel, wie man miteinander Konflikte lösen kann: Jacqueline Kopp vor dem Bauwagen mit dem Megger Habicht auf dem Fridolin-Hofer-Platz. Der Bauwagen wird durch die Jugendlichen eigenverantwortlich geführt.

Besondere Momente in ihrem Schaffen waren die jährlichen Abschlussabende der Schülerinnen und Schüler der 3. Sekundarklassen. In den präsentierten Abschlussarbeiten und den selbstgestalteten Theaterstücken zeigten die Jugendlichen ihr Können und ihre Kreativität. «Es berührte mich jeweils sehr, zu sehen, wie nach zehn Jahren Schulzeit aus Kindern junge Erwachsene geworden sind, die dank einer guten Bildung reif für den weiteren Lebensweg sind.» Es waren solche Begegnungen, die Jacqueline Kopp in ihrer politischen Arbeit immer wieder bestärkten, sich für eine gute, moderne Schule und deren Weiterentwicklung einzusetzen.

«Begegnungen mit Schulkindern haben mich immer wieder neu motiviert, mich für eine gute Bildung einzusetzen.» (Aufnahme der Schule Meggen 2012).

«Begegnungen mit Schulkindern haben mich immer wieder neu motiviert, mich für eine gute Bildung einzusetzen.» (Aufnahme der Schule Meggen 2012).

Für die Weiterentwicklung der Gemeinde wünscht sich Jacqueline Kopp, dass Meggerinnen und Megger weiterhin die Möglichkeit haben, die Zukunft aktiv mitgestalten zu können. «Meine Arbeit hat immer wieder gezeigt, wie wichtig es ist, bei unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnissen den Dialog zu suchen. So entstehen ausgewogene Lösungen und Partikularinteressen haben somit keine Chancen. Denn schliesslich geht es auch in Zukunft um das Gemeinwohl aller Bevölkerungsschichten.» Wichtig ist ihr, dass besonders auch Kinder und Jugendliche eine Stimme haben – denn ihnen gehört die Zukunft.

Ab dem 1. September wird sich Jacqueline Kopp Zeit nehmen, sich neu zu orientieren und ihre Kreativität nun für eigene Projekte einzusetzen. «Angedacht» ist unter anderem ein Kulturprojekt für Meggerinnen und Megger, welches sie gerne umsetzen würde.
Mirjam Müller-Bodmer. Für die Sozial­vorsteherin steht ein Buch-Projekt im Vordergrund: 20 Porträts über Megger Seniorinnen und Senioren. «Unter dem Titel ‹Lebenserfahrung und Altersweisheit› werden unglaublich spannende Lebensgeschichten von Betagten, von einem Fremdenlegionär, einem Schiedsrichter oder von einer Metzgersfrau oder einer Audiopädagogin geschildert. In langen Gesprächen haben die Ausgewählten über ihr Leben mit all den Hochs und Tiefs berichtet. Ihre Geschichten waren so fesselnd und berührend, dass jede ein ganzes Buch gefüllt hätte», erzählte Mirjam Müller-Bodmer. «Es sind Geschichten, die für uns und nachfolgende Generationen erhalten bleiben sollen.»

Sozialvorsteherin Mirjam Müller-Bodmer mit ihrem Lieblingswerk «Lebenserfahrung und Altersweisheit», das eine Fülle spannender Lebensgeschichten enthält.

Sozialvorsteherin Mirjam Müller-Bodmer mit ihrem Lieblingswerk «Lebenserfahrung und Altersweisheit», das eine Fülle spannender Lebensgeschichten enthält.

Von der Schiefertafel zum Computer. Von der Freiheit zur grossen Freizeit. Von der Kletterstange zum Kitesurfen. Konzert der Generationen. So lauteten einige Titel von Anlässen, die von der Alterskommission organisiert und durchgeführt wurden. Im Rahmen der Entwicklung des Altersleitbildes wurde von Mirjam Müller-Bodmer eine Alterskommission ins Leben gerufen. Eine Stimme für die Betagten. Denn ein solches Gremium fehlte in Meggen. «Es war und ist mir weiterhin wichtig, dass die Generationen sich begegnen. Dass sie füreinander Verständnis haben. Einander Respekt und Wertschätzung zollen. Nach jeder Veranstaltung boten wir bei einem Apéro die Gelegenheit, dass sich Jung und Alt austauschen konnten. Sehr schön war dies beispielsweise beim Konzert der Generationen, wo sich die Mitglieder des Senioren-Orchesters mit den Kindern der Musikschule Meggen trafen», berichtete die Sozialvorsteherin begeistert von den Aktivitäten der Alterskommission.

Für die Zukunft der Gemeinde, für ihre Weiterentwicklung wünscht sich Mirjam Müller-Bodmer den Erhalt der Natur, der Wälder, der Moore, der Grünflächen. Die gelebte Solidarität, zum Beispiel mit Patengemeinden, mit sozialen Institutionen, die kulturelle Offenheit sollen Markenzeichen der Gemeinde bleiben. Eine ausgewogene Bevölkerungsdurchmischung muss eine langfristige Zielsetzung sein. Alle Menschen müssen eine Perspektive haben. Gute Schulen sind ihr ein weiteres Anliegen. Wenn Reformen, dann in gezielten Schritten mit Evaluation und Auswertung der angestrebten Qualität. Viel Wertschätzung ist der enormen Freiwilligenarbeit in der Gemeinde entgegen zu bringen.

Persönlich möchte Mirjam Müller-Bodmer vorerst etwas Zeit für sich haben. Im Herbst erfüllt sie sich den Wunsch, in Florenz einen vierwöchigen Sprachkurs zu besuchen. Gewisse soziale Engagements sind bereits aufgegleist. Als Präsidentin der Alzheimervereinigung Luzern und die Mitarbeit im Stiftungsrat «Der rote Faden» sind neue Verpflichtungen, die mit ihrem bisherigen Arbeitsfeld gut übereinstimmen. Ihr Ziel ist es, sich beruflich in der Alterspolitik zu engagieren.
Den beiden Gemeinderätinnen gebührt Anerkennung und Dank für ihr grosses Engagement.

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