Rigi Anzeiger
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Gemeindeversammlung ohne Wortmeldung

Dierikon: Das hatten der abtretende Gemeindeammann Josef Zimmermann und Gemeindepräsident Hans Burri noch nie erlebt: Eine Gemeindeversammlung ohne Wortmeldung.

cek. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je einmal so wenige Traktanden hatten», eröffnete Gemeindepräsident Hans Burri, der Ende August von seinem Amt zurücktritt, die Gemeindeversammlung. Vier waren es an der Zahl und startete mit der Jahresrechnung. Dazu nahm Gemeindeammann Josef Zimmermann vorweg: «Das vergangene Jahr fiel besser aus als budgetiert. Wir hatten bedeutend höhere Steuererträge und Handänderungen.» In Zahlen ausgedrückt schloss Dierikon das Jahr 2014 mit einem Überschuss von rund 545 000 Franken ab. Budgetiert war ein Minus von 186 240 Franken. Während rund einer halben Stunde erläuterte Josef Zimmermann – zum letzten Mal – einzelne Kontos, richtete sich immer wieder an die 68 anwesenden DierikerInnen: «Haben Sie Fragen dazu?» Keine folgten. Zimmermann setzte mit den Finanzkennzahlen fort, die in Dierikon bedeutend unter dem kantonalen Mittel liegen: «702 Franken betrug die höchste Verschuldung pro Kopf, die wir je hatten. Im 2014 lag sie bei 176 Franken.» Die Rechnung wurde einstimmig abgesegnet, der Jahresbericht zur Kenntnis genommen und das Einbürgerungsgesuch einer Frau gut geheissen.

Ist noch bis Ende August im Amt: Gemeindepräsident Hans Burri.

Ist noch bis Ende August im Amt: Gemeindepräsident Hans Burri.

Josef Zimmermann gab ein Bild, das er vor 29 Jahren geschenkt erhielt, an seine Nachfolgerin Alexandra Lang weiter.

Josef Zimmermann gab ein Bild, das er vor 29 Jahren geschenkt erhielt, an seine Nachfolgerin Alexandra Lang weiter.

Verabschiedungen
«Josef Zimmermann wurde 1986 in den Gemeinderat gewählt. Damals zählte Dierikon 800 Einwohner. Heute sind es 1450, wovon 490 hier geboren und jünger als 29 Jahre sind», verriet Hans Burri. Er wartete mit weiteren eindrücklichen Zahlen zur Verabschiedung von Gemeindeammann Josef Zimmermann auf: «Während den vergangenen 29 Jahren schloss die Rechnung unter seiner Aegide 25 Mal besser ab als budgetiert. An keiner der 58 Gemeindeversammlungen hat er gefehlt.» Burris Worten war auch zu entnehmen, dass Zimmermann schon vor seinem Antritt als Gemeindeammann am politischen Geschehen interessiert war. Kaum hatte er das Stimmrechtsalter (damals 20 Jahre) erreicht, nahm er an fast jeder Gemeindeversammlung teil. An zweien nicht, weil er ins Militär musste. Über Zimmermanns Charakterzüge wusste Burri zudem zu erzählen: «Er war ein stiller Schaffer im Hintergrund. Drängte sich nicht nach vorne. Er war fachkompetent, hatte ein grosses Wissen, zeigte sich humorvoll etwa an Gemeinderatssitzungen, wo er spontan einen Witz erzählte. Josef Zimmermann konnte sehr zielstrebig und hartnäckig sein – immer zugunsten der Gemeinde. Er war auch sparsam besonders im Umgang mit Steuergeldern. Ich spürte, dass er sich in seinem Amt wohl fühlte.» Zimmermanns Aufgabenbereich war gross. Manche Projekte hat er begleitet. Der Angesprochene: «Ich wusste gar nicht, dass ich so viel gemacht habe. Meistens geht man mit einem weinenden und trockenen Auge. Das trifft nicht auf mich zu. Ich gehe einfach», sagte Josef Zimmermann. Er drückte seiner Nachfolgerin Alexandra Lang vollstes Vertrauen aus und schenkte ihr ein Bild mit einer gebenden und nehmenden Hand eines Rooter Künstlers, das er vor 29 Jahren zu seinem Amtsantritt erhalten hat. Hans Burri wurde von seinem Nachfolger Max Hess verabschiedet unter anderem mit den Worten: «Während seiner achtjährigen Amtszeit hat sich das Bild von Dierikon wesentlich verändert.» Burri selbst bezeichnete die vergangenen acht Jahre als sehr intensiv, interessant und abwechslungsreich. Er habe grosses Verständnis für politische Entscheide gewonnen und die Erkenntnis, dass nicht alles so schnell geht, wie man es sich wünschte. Dann schritt Burri zu Verschiedenem, das ebenfalls unter Traktandum 4 vorgesehen war. Doch auch hier gab es keine Wortmeldungen, so dass der Apéro – auch selten in der Gemeinde Dierikon – länger als üblich ausfiel.