Rigi Anzeiger
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«Generationenprojekt» an der Reuss

Region: Hochwasserschutz und Renaturierung der Reuss beanspruchen 28 Hektaren Landwirtschaftsland. Betroffen sind vor allem Betriebe in den Rontaler Gemeinden.

Das «Generationenprojekt» im Überblick vom Wehr Rathausen bis zur Kantonsgrenze bei Honau.

Das «Generationenprojekt» im Überblick vom Wehr Rathausen bis zur Kantonsgrenze bei Honau.

Es ist ein «Generationenprojekt», das der Kanton Luzern in Angriff nimmt. Für 167 Millionen Franken soll der Hochwasserschutz an der Reuss vom Reusszopf bis zur Kantonsgrenze auf insgesamt 13.2 Kilometern verbessert und der Flussraum «renaturiert» und «aufgewertet» werden. Jetzt hat die Vernehmlassung begonnen. Die Bauarbeiten dürften ab ca. 2017/18 bis in die späten 2020er, frühen 2030er Jahre dauern. Ein Knackpunkt in der öffentlichen Diskussion dürfte vor allem der Kulturlandverlust sein. Regierungsrat Robert Küng und Albin Schmidhauser, Abteilungsleiter Naturgefahren beim Kanton, versicherten bei der Präsentation des Projekts, man suche mit den betroffenen Landeigentümern einvernehmliche Lösungen, um Enteignungen vermeiden zu können.

sandro ritler

Projektleiter Sandro Ritler erklärt die «Aufweitung» der Reuss im Honauerschachen.

Kulturlandverlust
Neben den 28 Hektaren Landwirtschaftsland, das dauerhaft der Bewirtschaftung entzogen und für den Hochwasserschutz dem Fluss «zurückgegeben» werden soll, sind 37 Hektaren Kulturland und Wald für eine extensive Bewirtschaftung vorgesehen. Für die betroffenen Grundeigentümer fallen auch die 27 Hektaren ins Gewicht, die während der Bauzeit beansprucht werden. Durch eine «land- und forstwirtschaftliche Begleitplanung» sollen die Anliegen und Bedürfnisse der Bewirtschafter nach Möglichkeit berücksichtigt werden. «Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden im Rahmen von Informationsveranstaltungen präsentiert», stellt die Projektleitung in Aussicht. Geplant sind Informationsveranstaltungen in Gisikon (23. Februar für die Gemeinden Gisikon und Honau), Inwil (24. Februar, Eschenbach und Inwil), Emmen (2. März, Emmen, Luzern, Ebikon) und Buchrain (4. März, Root, Buchrain).

Massnahmen in Rontaler Gemeinden
Beim Hochwasser 2005 war der Perlerschachen grossflächig überflutet. Dort soll die Reuss vom Schiessstand bis zu den Sportanlagen Root 30 Meter breiter fliessen können. Im Bereich der Perler Allmend sind auch Renaturierungsmassnahmen vorgesehen. Die Einleitung des Rotbachs in die Reuss soll verbessert werden, um bei hohem Wasserstand einen Rückstau zu verhindern.
«Markante Aufweitungen» sind im Studeschachen, dem linksufrigen Landwirtschaftsgebiet der Gemeinde Root vorgesehen. Dort soll der Flussraum auf 125 bis 175 Meter verbreitert werden. Das jetzige Landwirtschaftsland wird gemäss jetzigen Projekt längerfristig zu einem Auenwald.
Ebenfalls mehr Platz soll die Reuss im Honauerschachen erhalten. Zwischen der Gewerbezone von Gisikon und der Kantonsgrenze soll der Flussraum um rund 30 Meter erweitert und der Uferbereich «ökologisch aufgewertet» werden. Durch Rekultivierungsmassnahmen soll das angrenzende Landwirtschaftsland ebenfalls «aufgewertet» werden. Hanns Fuchs

Perler Schachen

Perler Schachen

Honauer Schachen

Honauer Schachen