Rigi Anzeiger
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Genussreiches Konzert mit jungen Musiktalenten

Meggen: Das Jahreskonzert der Stiftung für junge Musiktalente mit dem Luzerner Chamber Orchestra der Hochschule Luzern-Musik und den beiden Preisträgern 2016/2017 war ein echter Genuss, ein souveräner, stimmungsvoller Auftritt aller Beteiligten.

Simone Meyer, Violine und Remy F. Burnens, Tenor, nach ihren Soloauftritten.

Simone Meyer, Violine und Remy F. Burnens, Tenor, nach ihren Soloauftritten.

jp. Sonntag, 7. Mai 2017. Es ist 17 Uhr. Im Gemeindesaal. Die Lichter gehen aus. Der Bühnenvorhang öffnet sich. Stille. Finsternis. Ein Regiefehler? Dann aus dem Dunkeln ein paar leise Töne. Es wird lauter. Wilder. Atonale Sequenzen. Plötzlich Licht. Zwei Solo-Violinisten und weitere Streicher stehen auf der Bühne. Ein buntes Ineinander von verschiedenen musikalischen Genres. Das Lucerne Chamber Orchestra eröffnet das Konzert mit Alfred Schnittkes Werk «Moz-Art à la Haydn» (1977). Eine Komposition, die verschiedene Techniken aus früheren Epochen und Stilen zusammenführt, neue Klänge und Rhythmen beinhaltet. Ein überraschender Auftakt. So wie die Musiker aus dem Nichts aufgetaucht sind, so verschwinden sie reihum wieder. Stille. Finsternis.
Die Moderatorin des Konzerts, Monika Schmid, kann von der Polystilistik zur Klassik wechseln. Das Kammerorches­ter der Hochschule Luzern mit fortgeschrittenen Studierenden spielt unter der Leitung von Igor Karsko drei Sätze aus der Abschiedssinfonie von Joseph Haydn. Dann folgt der erste Auftritt des Preisträgers 2016/2017, des Tenors Remy F. Brunens mit Jahrgang 1991. Er interpretiert die Arie «Dies Bildnis ist bezaubernd schön» aus: Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Und damit kann er auch gleich die Zuhörenden bezaubern. In weiteren Arien von Händel und Gluck, immer stimmungsvoll vom Kammerorchester begleitet, bringt er seine Stimme differenziert zum Klingen und erntet reichlich Applaus.
Nach einer Pause kann die Moderatorin die Solistin und Preisträgerin Simone Meyer, Jahrgang 1994, kurz vorstellen. Sie wurde 2006 im Final des Schweizerischen Jugendmusik-Wettbewerbs als aussergewöhnliches Talent entdeckt. Auf dem Programm steht das Violinkonzert in G-Dur (1769) von Joseph Haydn. Die Solistin Simone Meyer sagt dazu: «Es ist kein typisches Violinkonzert, wie man es so kennt, wo der Solist oder die Solistin ganz klar im Vordergrund steht und das Orchester die Begleitung übernimmt. Beim Haydn Violinkonzert ist es eine immerzu laufende Kommunikation zwischen dem Orchester und der Solis­tin, eine Ebenbürtigkeit auch im Klang, ein Zusammenspiel in kammermusikalischer Weise.» Weil sich bei der jungen Interpretin nebst der Meisterschaft auf der Violine auch noch Sympathie und Anmut dazu gesellen, folgt nach den drei Sätzen Allegro moderato, Adagio und Allegro ein warmer, kräftiger Applaus.
Mit dem vierten Satz aus der Abschiedssinfonie von Joseph Haydn endet das Jahreskonzert. Das Lucerne Chamber Orchestra wie auch die ausgewählten Jungtalente, sie haben ihren Part mit Bravour gemeistert. Das Jahreskonzert war ein Genuss für Ohren und Augen.