Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Geschichten rund um Weihnachten

Weihnächtliches von unserern Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Weihnachtsgeschichten erzählen

Auch die Kleinste ist ganz interessiert.

Auch die Kleinste ist ganz interessiert.

Weihnachten, den Heiligen Abend ohne Kinder feiern – ob klein oder etwas grösser – das kann ich mir nicht vorstellen. Strahlende und erwartungsvolle Kinderaugen verbreiten bei der Familienfeier eine besondere Stimmung. Als Grossvater erzähle ich meinen Enkelkindern jeweils eine Weihnachtsgeschichte. Dazu mache ich mich in der Adventszeit auf in die Stadt, um in einem Bücherladen ein altersgerechtes Buch mit einer Weihnachtsgeschichte zu finden. Bei der Geschichte «Der kleine Igel feiert Weihnachten» habe ich die darin vorkommenden Tiere: Mäuse, einen Fuchs, einen Dachs und einen Hasen auf Karton kopiert, damit ich die Geschichte möglichst anschaulich erzählen kann. Im Buch «Ein Weihnachtswunder für drei» kommt sogar ein Stachelschwein vor, das ich als Styroportier mit Stacheln angefertigt habe und die Kinder zum Lachen brachte. Das Erzählen einer Weihnachtsgeschichte ist inzwischen zu einem Ritual geworden.
Jost Peyer, freier Mitarbeiter

 

Lesestoff für kalte Nächte

Christian Gasser, Rakkaus!, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2014, isbn 987 3 499 26928 8

Christian Gasser, Rakkaus!, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2014, isbn 987 3 499 26928 8

Es gibt Bücher, die man nie gesucht hat. Und dann finden sie einen unverhofft. So ist es mir mit «Rakkaus!» ergangen. Es war am Kehraus in der Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB in Luzern. Aus Anlass der lang ersehnten und erduldeten Züglete luden die Bücherwürmer vom Vögeligätli zu einem abwechslungsreichen Abschiedsevent. Man konnte in den ZHB-Beständen schmöckern, nochmals den Reiz des Lesesaals und Autoren-Lesungen geniessen. So entdeckte ich «Rakkaus!». Christian Gasser las aus seinem Roman «Rakkaus» ist finnisch und heisst Liebe. Gasser hat eine Liebeserklärung ans kalte und dunkle Land im hohen Norden geschrieben. Er las genau so viel, dass ich Lust auf mehr bekam. Jetzt liegt das Buch auf meinem Nachttisch. Und mit jeder Zeile, die ich lese, wächst mein Gwunder auf das ferne Land, seine etwas raue Sprache und die schweigsamen Menschen am Polarkreis. Ich lese das Buch mit Bedacht – verschlingen geht nicht. Das Lesevergnügen wäre zu schnell vorbei.

Hanns Fuchs, freier Mitarbeiter

 

s’härzige Tännli

s härzige Bäumli von Marlis_IMG_0041

Weihnachtsbaum ja oder nein? Das war während Jahren kein Thema für uns. Manchmal verbrachten wird die Festtage in den Bergen beim Skifahren, Winterwandern und Relaxen. Oder beim Sonnenbaden in den Tropen unter mit Palmen bekränzten Lichterketten. Anders an Weihnachten 2016. Die Familie des Neffen mit meinem zweieinhalbjährigen Göttibub hatte sich als Besuch angesagt. Da musste ein Baum her, wenn auch nur ein kleiner. Zum Glück wachsen im Garten von Schwester und Schwager winzige Nadelbäume. Die sie weder gepflanzt noch gesät haben. Die Natur schafft das allein. Die Tännli, mit zwei drei Astkränzen, sind so richtig härzig. Das fanden dann auch Göttibub Lysander und seine Familie.

Marlis Jungo, freie Mitarbeiterin

 

Der Lauf der Dinge

Natascha Moser - DSC_0539

Weihnachten hat für jeden eine andere Bedeutung und einen anderen Stellenwert. Für mich bedeutet Weihnachten mit meinen Liebsten zusammen zu sein, ein feines Essen zu geniessen und zusammen Lachen zu können. Das Fest der Liebe kann jedoch auch durch den vorweihnachtlichen Stress und die Illusionen beschattet werden. Daher ist es für mich umso wichtiger, dass man in dieser Zeit sich selber immer wieder bewusst reflektiert. Alain de Botton macht in seinem Buch «Der Lauf der Liebe» provokativ und direkt darauf aufmerksam, dass Liebe ein Handwerk ist und man daran arbeiten muss. Die Ehrlichkeit und die teilweise kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Vorstellungen faszinieren mich. In seinem Roman erzählt Alain de Botton die unzensierte Liebesgeschichte von Rabih und Kirsten und kommentiert das Verhalten von den beiden auf eine ungewohnte Art und Weise. Mich hat das Buch in den Bann gezogen. Die Alltagsnähe und direkte Sprache regte mich zum Nachdenken an. Es braucht nicht viel: Etwas mehr Nachsicht und Liebe für alle und wir können alle ein glücklicheres Leben führen.

Natascha Moser, freie Mitarbeiterin

 

Wenn Schuhe Liebe retten

Bild: TV movie

Bild: TV movie

Wenn es draussen kalt wird, die Winterzeit einkehrt, der erste Schnee fällt, Kerzenschein die Räume erhellt, ein Guetzliduft in der Nase liegt und man es sich gerne zuhause gemütlich macht, ist sie da, die Weihnachtszeit. Alljährlich gehört es für mich dazu, eingekuschelt in einer Wolldecke den Film «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» zu schauen. Die romantische Liebeskomödie der einfach lebenden Magd hat es mir angetan. Die junge Schönheit lebt seit dem Tod ihres Vaters bei einer gierigen und habsüchtigen Stiefmutter und schuftet Tag für Tag hart. Sie trifft zufälligerweise im Wald einen Prinzen und verliebt sich direkt in ihn. Der Wunsch nach einem Wiedersehen stellt sich aufgrund ihrer armseligen und arbeitsreichen Situation als schwierig dar. Doch glücklicherweise besitzt sie drei magische Haselnüsse, dank denen eine wunderbare Geschichte entsteht. Gott sei Dank hat das Mädchen Schuhe, die keiner anderen passen. Denn ohne würde der Prinz seine Zukünftige wohl kaum finden. Daraus lässt sich für mich schliessen, dass keine Frau zu viele Schuhe haben kann … : )

Linda Schumacher, freie Mitarbeiterin

 

Weihnachten in Familie

Weihnachten in Familie ist ein Weihnachtsalbum, das der DDR-Schlagersänger Frank Schöbel und seine damalige Freundin Aurora Lacasa 1985 mit den gemeinsamen Kindern Dominique und Odette veröffentlichten.

Weihnachten in Familie ist ein Weihnachtsalbum, das der DDR-Schlagersänger Frank Schöbel und seine damalige Freundin Aurora Lacasa 1985 mit den gemeinsamen Kindern Dominique und Odette veröffentlichten.

Wenn die Tage kürzer werden und der Schnee langsam fällt, dann ist es nicht mehr weit bis Weihnachten.
Man könnte auch sagen: «Alle Jahre wieder», gibt es während der Adventszeit und speziell zu Weihnachten einen kleinen musikalischen Brauch bei mir daheim. Der 1985 begann und sich bis heute hartnäckig hält. Damals wurde im DDR Fernsehen eine Weihnachtssendung «Weihnachten in Familie» ausgestrahlt, darauf gab es kurzum die LP und später die CD, welche bei uns daheim zu Weihnachten nicht wegzudenken war. Die Texte sind auch heute immer noch präsent.
Mein Lieblingslied war «Weihnachten in Familie» und heute, fernab der Familie, überkommt mich immer eine Gänsehaut, wenn es heisst: «Bist du da einmal allein, wir wollen in Gedanken alle bei Dir sein». Damals konnte ich mir Weihnachten ohne die Familie nie vorstellen, aber seit mehr als 15 Jahren ist es Realität und genau in dem Moment denke ich ganz besonders an die schönen Erlebnisse unterm Weihnachtsbaum im Kreise meiner Familie.

Ilka Weise, Inserate & Administration

 

Etwas andere Weihnachtslieder

Etwas andere Weihnachtslieder

Auf die finnische Sopranistin Tarja Turunen wurde ich erstmals durch die Gruppe Nightwish aufmerksam. Sie drückte mit ihrem Gesang der Symphonic-Metallband ihren Stempel auf. Nachdem sie die Band verliess, verfolgte ich ihre Solo-Laufbahn und erstand manche ihrer CDs. Mitte November 2017 erschien ihr neues Album «From Spirits And Ghosts». Als ich las, dass sich Tarja Turunen mit diesem Werk der dunklen Seite des Weihnachtsfestes widmet, kam mir das merkwürdig vor. Das Cover, auf dem sie sich eher als Künstlerin des Ghotic-Metal zeigt, verstärkte meine Meinung erst recht. Dann aber las ich, was sie mit der dunklen Seite meinte: Der Weihnacht der einsamen Menschen und derer, die vermisst werden, der Weihnacht derjenigen, die an den glitzernden Lichtern und den läutenden Glocken keine Freude haben. Klingt irgendwie traurig. Doch dann hörte ich mir erste Songproben an und war von Anhieb begeistert. Von Düsterheit keine Spur und ihre Opernstimme gefällt mir sowieso. Weihnachtslieder mal von einer ganz anderen Art. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass ich das Album bis 23. Dezember abholen kann, denn ich musste mir dieses bestellen, da ich es nicht in jenen Geschäften fand, wo ich meistens CDs kaufe. Wer Weihnachtslieder im klassisschen Stil mag: Tarja Turunen hat erstmals im 2009 auf der CD «Henkäys Ikuisuudesta» solche aufgenommen und landete damit in ihrem Heimatland sogar auf dem ersten Platz in den Hitparaden. Oder «Ave Maria – En Plein Air», erschienen im 2015, passt genauso unter den Weihnachtsbaum und zeigt das Potential von Tarja Turunen als (klassische) Opernsängerin.

Claudia Surek, Freie Journalistin und Fotografin