Rigi Anzeiger
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Gibt es das Lernfreude-Gen?

Lernfestival 2013 vom 21. September in Luzern

Die Luzerner Konferenz der Erwachsenenbildung LKE lud beim Torbogen auf dem Luzerner Bahnhofplatz zum traditionellen Lernfestival ein. «Lernen mit Kopf, Herz, Händen und Füssen» hiess das Tagungsmotto. Umgesetzt von Projektleiter Reto Frank aus Meggen.

Dass Lernen ein facettenreicher Prozess ist und ebenso vielfältig definiert werden kann, zeigte sich schon bei den Begrüssungsreferaten in einem aufgestellten Zelt auf dem Bahnhofplatz. Christof Spöring, Dienststellenleiter Berufs- und Weiterbildung Kanton Luzern, brachte das Lernen auf die Kurzformel «Wer lebt – der lernt!» Wer mit Neugier durchs Leben gehe, lerne jeden Tag Neues dazu. Der Zweck des Lernens sei nicht Wissen anzueignen, sondern Handlungskompetenz zu erlangen. Das Lernfestival sei mit seiner Vielfalt an Angeboten der ideale Ort, Lernen zu einem Fest der Begeisterung und Leidenschaft zu machen. Kantonsrätin Irène Keller aus Vitznau strahlte in ihrem Referat schon selbst Lernfreude und Lerneifer aus. Lernen sei ein Nehmen und Geben. Ob als Kind, Jugendliche oder Erwachsene, in vielen Situationen könne man Lernen und zwar mit Freude und Interesse. Man darf aufnehmen, was im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule, Freizeit, Lehre, Weiterbildung vermittelt und angeboten wird. «Ist es bei allen Menschen so? Oder gibt es das Lernfreude-Gen?» stellte Irène Keller die Frage in den Raum. Bei der Referentin hatte man keine Zweifel, dass sie mit Genen zu kurz gekommen sei. Wichtig sei, allen Menschen ein Umfeld zu geben, das Lernen ermögliche. Einen guten Nährboden. Damit Freude, Feuer und Flamme zum lebenslangen Lernen geweckt werden könnten, sei ein gutes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten eine Notwendigkeit. Am Lernfestival selbst wurde auch Pestalozzi übertroffen, denn nicht nur Kopf, Herz und Hand wurden bei den Lernevents angesprochen, sondern auch die Füsse.

Lernen soll Spass machen

Reto Frank, dem Projektleiter des Lernfestivals 2013 in Luzern, blieb es dann vorbehalten, die kreativen und innovativen Events, welche in Zelten oder auf dem Bahnhofplatz angeboten wurden, kurz zu präsentieren und auf die gesamtschweizerische Kampagne hinzuweisen. Bereits zum zehnten Mal versuche man Jung und Alt mit vielen Lernevents für Neues und Unbekanntes zu begeistern. Und Ivo Wüest, Ausbildner Akademie für Erwachsenenbildung (aeb), setzte das mitten auf dem Bahnhofplatz um, griff zu einem grossen bunten Tuch, einem Fallschirm und bat Herumstehende und Passanten spontan, sich rund um den Fallschirm zu verteilen und das Tuch mit den Händen anzufassen und hochzuheben. Im Nu waren 10 bis 15 Personen bereit. «Ihr seid eine Gruppe, die miteinander eine Aufgabe zu lösen hat: Ich rolle einen Ball auf das Tuch. Dieser Ball muss im Gegenuhrzeigersinn auf dem Tuch rollen, ohne über den Rand zu springen oder ins Loch in der Mitte des Fallschirms zu fallen.» Schwups – und schon wurde der Ball auf die Reise geschickt. Er kam nicht weit. Ein zweiter Versuch. Jetzt klappte das Spiel besser. Wie ein Team nahmen die Teilnehmenden bei ihren Bewegungen mit dem Tuch aufeinander Rücksicht und der Ball machte Runde für Runde. Auch mit zwei Bällen im Umlauf war das Spiel erfolgreich. Gebraucht wurden Kopf, Herz, Hände und auch die Füsse.

Wer Neugier auf Picasso hatte, durfte das Angebot «Picasso im Zelt» nicht verpassen. Martina Kral, Kuratorin Museum Sammlung Rosengart, wusste mit Geschichten aus Picassos Leben sowie mit Geschichten zu einem ausgewählten Bild zu begeistern und zum Entdecken eines aussergewöhnlichen Künstlers beizutragen. «Lesen und Schreiben» war ein weiteres unentgeltliches Lernangebot. Im Film «Boggsen» wurden Menschen porträtiert, die in Kursen Vertrauen in ihre Lernfähigkeit gewonnen haben. Oder von 11 bis 12.30 Uhr wurde unter dem Titel «Schatzchäschtli» eine Führung durch den Estrich des Natur-Museums angeboten. Da hat es Pflanzen, Moose, Flechten, Pilze. Aber auch ausgestopfte Vögel und Versteinerungen. In einer Unterrichtseinheit konnte man auch hautnah die Ausbildung zum Solartechniker HFA erleben. Von 10 bis 16 Uhr folgten Lernevents auf Lernevents – für Neugierige ein Eldorado.

lernfreude
Unter «New Games» galt es, auf einem Fallschirmtuch drei kleine und einen grossen Ball durch Wellenbewegungen ins Rollen zu bringen, ohne dass sie über den Tuchrand sprangen. Mitgemacht haben beim spontanen «Teamspiel» Herumstehende und Passanten, Kinder und Erwachsene.