Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Grauwasser» als Brauchwasser nutzen

Luzern ost: Trinkwasser ist zu schade, um im Klo Richtung Abwasserreinigungsanlage gespült zu werden. Davon ist Rigianzeiger-Leser Uwe Hohls überzeugt. Dafür würde das so genannte «Grauwasser» längstens genügen. Verständnis für sein Anliegen hat Fabian Peter, Verantwortlich für ein Wasserprojekt im Regionalverband LuzernPlus.

«Global denken – regional handeln» – die Devise, die auf den Nachhaltigkeits- und Klimagipfel von Rio 1992 zurückgeht, ist für Uwe Hohls in Root ein Gebot der Stunde. «Dort Mangel, hier Verschwendung» beschreibt er den gegenwärtigen Umgang mit der Ressource Wasser.

Uwe Hohls

Uwe Hohls macht sich Gedanken über den Umgang mit dem Wasser.

Regionales Ressourcenprojekt
Den pensionierten Ingenieur hat ein Artikel im Rigianzeiger Nr. 7 vom 13. Februar («Wasserverbrauch im Rontal überprüfen») auf den Gedanken gebracht, die Wasserversorgung «ganzheitlich» anzugehen. Das Kooperationsprojekt des Regionalverbandes LuzernPlus will für die Region Luzern Ost (Ebikon, Dierikon, Buchrain, Root, Gisikon, Honau, Adligenswil, Inwil und Rotkreuz) eine «nachhaltige Bedarfsplanung der kommunalen Wasserversorgungen initiieren. Dabei soll die Versorgungssicherheit überprüft werden. Dazu sollen jetzt die Grundlagen über Wasserverbrauch und Wassergewinnung erhoben werden. «So wird ersichtlich, ob die Anforderungen an die Versorgungssicherheit vollständig erfüllt sind, und wie Synergien zwischen den Wasserversorgungen genutzt werden können», heisst es im Projektbeschrieb.

«Grauwasser ist Brauchwasser»
Uwe Hohls sagt: «Wenn man die Wasserversorgung schon regional angeht, sollte man sich mit der ‹Grauwasserproblematik› befassen.» Er meint damit: gering verschmutztes Wasser, etwa aus dem Badezimmer oder aus dem Dachkännel, sollte nicht ungenutzt zusammen mit echtem Schmutzwassere in die Schmutzwasserkanäle und weiter in die Abwasserreinigungsanlagen geleitet werden. «Bei grossem Wasseranfall sind die ARA schnell überlastet, und das Schmutzwasser fliesst ungeklärt in den Fluss.» Hier könnte die Trennung von Trink- und Grauwasser eine grosse Entlastung bringen, ist Hohls überzeugt. Mit der Wertschätzung fürs gering verschmutzte Wasser ist der ehemalige Klimaingenieur nicht allein. Die Europa-Norm 12056-1 definiert Grauwasser als «fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser». Es kann mit vergleichsweise einfachen Mitteln zu Brauch- und Betriebswasser aufbereitet werden.

Grosser Aufwand im Siedlungsgebiet
Die Crux mit dem Grauwasser ist die Tatsache, dass die Wasser-Infrastruktur hierzulande seit vielen Jahrzehnten gebaut ist. Sie basiert auf der Formel «eine Zuleitung – eine Ableitung». Das heisst: Wasser in Trinkwasserqualität aus Quell-, Grundwasser und Seefassungen wird auch für die Toilettenspülung, die Autowäsche oder den Rasensprenger genutzt. Ein sorgfältigerer Umgang mit der wertvollen Ressource Trinkwasser würde ein zweites Leitungs- und Kanalnetz bedingen. Das ist auch Uwe Hohls bewusst. Er plädiert denn auch nicht für einen Komplettumbau der Infrastruktur. «Bei Einzelgebäuden, Einfamilienhaussiedlungen und kleineren Überbauungen könnte man der Grauwasserthematik Rechnung tragen», ist er überzeugt. Bis das Prinzip «Trinkwasser für den Durst – Grauwasser zum Gebrauch» flächendeckend realisiert sei, werde es Jahrzehnte dauern, weiss Hohls. Sein Anliegen: der Thematik soll Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Fabian Peter: Vorerst koordinieren
Das Koordinationsprojekt «Wasserversorgung Luzern Ost» wird vom Inwiler Gemeindeammann Fabian Peter geleitet. Ihm ist die Grauwasserthematik nicht fremd. Aber er schränkt auch ein: «Vorläufig ist das bei unserem Projekt kein Thema.» Wichtig sei es, die Wasserversorgungen in den neun Gemeinden vorerst überhaupt in einem Projekt zusammen zu bringen. «Im Vordergrund steht die Versorgungssicherheit», erläutert er, und da müsste jetzt erst einmal eine regionale Bestandesaufnahme gemacht werden. Man müsse zum Beispiel überprüfen, wie bei einem Versorgungsnotstand in einem Teilgebiet regionale Überbrückungsmöglichkeiten geschaffen werden könnten. «Ein wichtiges Thema bei unserem Projekt ist auch das starke Wachstum in unserer Region und die Herausforderungen an die Infrastruktur.» Rigianzeiger-Leser Uwe Hohls aber sichert er zu: «Das Thema Grauwasser ist bei mir so notiert, ich bringe das auch gerne ein.» Text & Bild Hanns Fuchs

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