Rigi Anzeiger
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Harsche Kritik an Tempo-30-Zonen

Adligenswil: Die TCS-Sektion Waldstätte hat Tempo-30-Versuchszonen untersuchen lassen. Der 30er-Abschnitt in Adligenswil genüge den Anforderungen nicht, erklärt der Verkehrsingenieur des Touring Club Schweiz.

Die Diskussion um die 30er Zonen geht weiter.

Die Diskussion um die 30er Zonen geht weiter.

Das ist starke Munition für die Kritiker des Tempo 30-Versuchs in Adligenswil: die auf den rund 150 Metern zwischen Dorfzentrum und Obgardistrasse eingerichtete 30er Zone könne «nur durch politische Ideologie motiviert sein», heisst es im TCS-Bericht. Unter Leitung des von Olivier Caspar, Verkehrsingenieur des schweizerischen TCS, haben Daniel Keller aus Udligenswil, Mitglied des Sektionsvorstandes, Alex Mathis, Geschäftsführer der Sektion Waldstätte, und der ehemalige Luzerner Kantonsingenieur Paul Zosso, Horw, die an der Dorfstrasse in Adligenswil getroffenen Massnahmen begutachtet und analysiert. Folgende Schwachstellen machten sie aus:

Eingangstore: Die unmittelbar vor der 30er-Markierung platzierten Fussgängerstreifen «vermitteln den Eindruck, die Fussgängerinnen und Fussgänger würden als lebendige Schutzschilder missbraucht».
Strassenraum: Die Verengung durch Poller führe zu Problemen beim Kreuzen der Busse und sei eine potentielle Gefahrenstelle für Zweiradfahrer.
Kreuzungen: In 30er Zonen müsste laut Verordnung zu Tempo-30-Zonen Rechtsvortritt gelten, bei der Obgardi-strasse sei das nicht der Fall.
Gefälle: Das Gefälle Richtung Dorf erschwere die Einhaltung von Tempo 30.

Bei der Präsentation des Berichts erklärte Sektions-Geschäftsführer Alex Mathis, der TCS sei nicht grundsätzlich gegen Tempo 30-Zonen. «Auf Quartierstrassen machen solche Zonen durchaus Sinn», sagte er. Nicht praktikabel seien sie aber auf «verkehrsorientierten» Strassen, ausser sie würden «von kostenintensiven Massnahmen wie Umfahrungsstrassen» begleitet. Das zeige sich am Beispiel Horw, wo der Dorfkern mit einer Tempo 30-Zone aufgewertet wurde – auch dank der Umfahrungsmöglichkeit mit der Ringstrasse. Der TCS verlangt von Behörden und Verwaltungsstellen, auf «Signalisations-Experimente» auf Strassen mit starkem Durchgangsverkehr zu verzichten.

Eine willkommene Rückenstärkung sei der TCS-Bericht für die Tempo 30-Kritiker in Adligenswil, erklärte Felix Leyer, der für die SVP Adligenswil Verkehrsfragen behandelt. Der Gemeinderat nimmt zum TCS-Bericht noch nicht Stellung, man werte die Erfahrungen nach Ablauf der Versuchsphase im Herbst aus. Hanns Fuchs

Die 30er-Zone in Adligenswil

Die 30er-Zone in Adligenswil