Rigi Anzeiger
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Harter Kampf ums Papier

Chemie+Papier Holding AG Perlen behauptet sich im schwierigen Markt

Das Internet verdrängt das Papier. Von diesem gibt es zurzeit auf dem Markt viel zu viel, was zu negativen Preisentwicklungen führt. Das und der starke Franken spürte im vergangenen Jahr auch die Chemie+Papier Holding AG in Perlen. In den Bereichen Chemie und Verpackung hingegen konnte sie ihr Geschäftsergebnis verbessern.

Anlässlich einer Medienorientierung nahm Peter Schaub, Präsident des Verwaltungsrates der Chemie+Papier Holding AG (cph) einen kurzen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2012 vorweg: «Der Papiermarkt war rückläufig. Überkapazitäten führten zu einem Verdrängungswettbewerb und Preiserosionen. Die beiden anderen Bereiche Chemie und Verpackung verbesserten sich leicht.» Peter Schiltknecht, Vorsitzender der Gruppenleitung zeigte die Entwicklungen im Papiermarkt auf. 67 Prozent der Einnahmen aus der Papierproduktion der Chemie + Papier Holding AG Perlen stammten 1990 noch aus der Schweiz. Über 20 Jahre später erwirtschaftete die cph 85 Prozent ihres Umsatzes im Papierbereich im Ausland. Im Vergleich zu damals, befindet sich die cph jetzt in einem hart umkämpften Markt mit Überkapazitäten. «2009 hatten wir Einbussen von 15 Prozent. 2012 waren es zusätzlich 10 Prozent weniger. Wir rechnen mit einem weiteren Papiernachfragerückgang. Mit ein Grund für den Rückgang ist auch das Internet», erläuterte Schiltknecht. Dennoch glaubte er nicht, dass das Internet irgendwann Zeitungen vollständig ersetzen wird. In diesem Segment ist die negative Preisentwicklung frappant. 45g/m2 Zeitungsdruckpapier brachten 2009 noch 890 Franken ein. 2012 lag der Wert bei 610 Franken. Der starke Franken zehrte auch am Ergebnis. Wohl konnte die cph mehr Papier dank der neuen Maschine PM 7 verkaufen. Sie produzierte im 2012 520000 Tonnen (320000 Tonnen mehr als der Vorgänger PM 5). Mit ihr konnten auch die Fix- und Energiekosten gesenkt werden. Doch diese positiven Faktoren machten die Einbussen nicht wett. Wie von Peter Schiltknecht ebenfalls zu erfahren war, seien ein paar Massnahmen getroffen worden, um die Effizienz in der Papierproduktion zu steigern. So arbeiteten die MitarbeiterInnen eine Stunde mehr zum selben Lohn. Gerade ihnen wie auch jenen der Bereiche Chemie und Verpackung, windete Manfred Häner, zuständig für Finanzen und Immobilien in der Gruppenleitung ein Kränzchen. Der Anteil der Beschäftigten im 2012 blieb mit 849 Mitarbeitenden an den verschiedensten Standorten (darunter auch in Deutschland und Amerika) nahezu konstant.

5 aufhänger Chemie+PapierHolding-Perlen
Blicken zuversichtlich in die Zukunft: (v.l.) Manfred Häner, Peter Schaub und Peter Schiltknecht.


Schulden verringert

In den Bereichen Chemie und Verpackung steigerte die cph ihren Umsatz um 8,9 respektive um 0,7 Prozent. Gleichzeitig ging die Holding neue Vertriebskooperationen in China und dem mittleren Osten ein. Das positive Resultat der beiden erwähnten Geschäftsbereiche wurde durch die Umsatzeinbussen im Papierbereich nach unten gedrückt. Immerhin konnte die cph den Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf rund 488 Millionen Franken verbessern. 2012 verkaufte die cph Land in Buchrain unter anderem an die Amag sowie die Medizinfirma Medela, und brachte zugleich Bauland und ökologische Ausgleichsflächen für die Erstellung der neuen Zentralschweizer Kehrichtverbrennungsanlage ein. Die Erlöse wurden zur weiteren Reduktion von Bankkrediten verwendet, die die cph für die PM 7 aufgenommen hatte. Dementsprechend konnte die Holding die Nettofinanzschulden um über 40 Prozent auf etwas mehr als 80 Millionen Franken senken. An seiner Generalversammlung vom 25. April 2012 wird der Verwaltungsrat der cph die Auszahlung einer Dividende von 13 Franken (wie im 2011) beantragen.