Rigi Anzeiger
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Hexenschuss, Spinner & verlassene Ehemänner

Witziges Dinner für Spinner mit der Theatergesellschaft Adligenswil

Dialogreich, mit Pointen und witzigen Wortspielereien gewürzt ist die Komödie «Dinner für Spinner», die die Theatergesellschaft Adligenswil zurzeit im Zentrum Teufmatt aufführt. Dabei lösen die Darsteller manchmal nur durch ihre Mimiken bereits Lacher aus.


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Martina Arn (Sonja Zimmermann) schüttet ihr Herz bei Max Frank (Bruno Arnold) aus.

 

Der Verleger Peter Bucher (Hans Peter Widmer) lädt jede Woche einen Spinner oder – höflich ausgedrückt – einen Sonderling zum Dinner ein. Seine Frau Laura Bucher (Bernadette Erni) verabscheut diese Dinner und bezeichnet die Eingeladenen als bedauernswerte Menschen. Während einer Auseinandersetzung verlässt sie ihren Mann, der als nächsten Sonderling, den Buchhalter des Steueramtes Hugo Tobler (Pius Rösli) eingeladen hat. Dieser baut leidenschaftlich gerne Modelle mit Streichhölzern und redet stundenlang ohne Luft zu holen. Nun will es das Schicksal, dass Bucher einen Hexenschuss erleidet, als er die Seife während des Duschens aufheben will. Die Einladung zum Dinner kann er nicht mehr absagen. Mit dem Erscheinen von Hugo Tobler beginnt dann das Chaos. Seine fatalen Telefonanrufe richten sich beispielsweise an Buchers Ex-Freundin und «spirituell angehauchte» Martina Arn (Sonja Zimmermann). Auf der Suche nach Buchers Frau holen sich Tobler und der Schriftsteller Max Frank (Bruno Arnold) Schützenhilfe beim Steuerkontrolleur Bruno Nötzli (Sepp Mühlebach). Die Männer vermuten, dass Laura Bucher in den Fängen des «Luschtmolchs» Johnny Jäger ist und wollen durch Nötzli an die Adresse seiner Zweitwohnung. Bis zum Schluss der Komödie läuft so einiges schief und die Geschichte endet völlig unerwartet.

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Hugo Tobler (Pius Rösli) redet mit dem kriechenden Peter Bucher (Hans Peter Widmer).

 

Köstliche Wortspielereien
Als sensationell bezeichnete eine Besucherin die Premiere. Auch die erste «normale» Vorstellung begeisterte. Die manchmal nicht so offensichtlichen Pointen und witzigen Wortspielereien fanden zielgenau ihre Lacher. Der bereits zum 24. Mal Regie führende Oskar Bünzli verlegte das Stück nach Zürich in ein Wohnzimmer. Den Steuerkontrolleur Bruno Nötzli lässt er als FCZ-Fan erscheinen und GC als ein «Traumtänzerteam» bezeichnen. Natürlich trumpft Pius Rösli wieder einmal mit seiner Mimik auf. Hans Peter Widmer, der zum ersten Mal eine Hauptrolle spielt, wirkt als Verleger Peter Bucher sehr überzeugend, vor allem mit seinem schmerzverzerrten Gesicht als Hexenschuss-Betroffener. Auch den anderen Darstellern nimmt man ihre Rollen ab, wie etwa Franz Eichmann, der den Rheumatologen Professor Amacher spielt. Sehr zurückhaltend erscheint Bernadette Erni als Buchers Frau. Als Verwandlungskünstlerin par excellence entpuppt sich Sonja Zimmermann. Sie hat nebst den Proben auch die Hängebrücken-Modelle aus Streichhölzern angefertigt, die der Besucher auf den Tischen bewundern kann.

Vorstellungen: Freitag, 15. März, Samstag, 16., Donnerstag, 21., Freitag, 22., Samstag, 23. – jeweils 20.15 Uhr; Sonntag, 17. März, 17.15 Uhr.
Tickets: www.theateradligenswil.ch; Tel. 079 676 32 98, tägl. 18–20 Uhr.

 

Meinungen aus dem Publikum

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Thomas Grossenbacher, Rafz (ZH): «Die Vorstellung war wirklich gut. Die Kulisse bildet einen idealen Hintergrund. Das Stück ist unterhaltsam, verständlich und enthält Themen, die aus dem Leben gegriffen sind. Die Charaktere sind passend. Beeindruckt bin ich von den Never-Ending-Texten, die die Darsteller einstudiert haben. Diese Leute können Sachen, die ich nicht kann.»

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Patricia Byland, Stans: «Ich fand die Aufführung sehr amüsant. Die Pointen sind spannend und der Humor gefiel mir sehr gut. Besonders die Mimik der Darsteller gefiel mir, weil man über sie lachen konnte, ohne dass dabei geredet wurde. Der Aufbau der Geschichte war auch spannend. Das Ende war für mich überraschend.»

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Eva Weingartner, Adligenswil: «Ich fands lustig. Über die Verwechslungen und die Frauengeschichten konnte man lachen, und im Theater will ich lachen können. Die Darsteller meisterten ihre Aufgabe gut. Die Kulisse finde ich etwas karg, aber das rote Sofa würde ich sofort mitnehmen.»