Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Ich schreibe Gedichte, seit ich denken kann»

Im Gespräch mit der Buchautorin Clara Schwitter aus Root

Zu Themen wie Liebe, Hoffnung, Vertrauen aber auch zu Geburtstagen und zu Kindern hat Clara Schwitter viele Verse geschrieben. Ein erster Gedichtband ist kürzlich erschienen. Wir haben mit der Buchautorin ein Gespräch geführt.

Etwas versteckt wohnt Clara Schwitter im Mühlehof, tatsächlich in einer ehemaligen Mühle, im Rooter «Underdorf». Natürlich sind kein Wasserrad und keine Mahlsteine mehr zu sehen. Clara Schwitter wohnt mit ihrem Mann in einer Wohnung, wie sie in Mehrfamilienhäusern üblich ist.

Was nicht fehlt, ist eine kleine Arbeitsecke mit einem Computer und einem Drucker. Denn Clara Schwitter verzieht sich ab und zu ins «stille Kämmerlein», um ihre Gedanken in Form von Gedichten zu Papier zu bringen. Das macht sie seit Jahren und mit grosser Hingabe.

Clara Schwitter in ihrer stillen Arbeitsecke, wo sie ihre Gedanken, Ideen und Intentionen in Form von Gedichten niederschreibt.

Clara Schwitter ist seit 1971 verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, die ihrerseits verheiratet sind und mit je zwei Kindern den Grosseltern für Abwechslung sorgen und ein gewisses Engagement abverlangen. Clara Joller, wie ihr Mädchenname lautete, hat schon in der Schulzeit als Zwölfjährige erste Verse geschmiedet. Vorbild war ihr damals der Vater, der fast unzählige Gedichte geschrieben hat. Seit der Pensionierung im Januar 2012 ist nun Clara Schwitter daran, ihre vielen bereits geschriebenen Gedichte zu ordnen und in Gedichtbänden mit vortrefflichen Bildern darzustellen.

Im Buchverlag Andrea Schmitz ist im Sommer 2012 ihr erster Gedichtband mit dem Titel «Komm, wir wollen Hochzeit halten» erschienen. Zu dieser Neuerscheinung haben wir Clara Schwitter ein paar Fragen gestellt.

Auf dem hinteren Einbanddeckel steht «Ein Leben für die Liebe…». Wie führt man ein Leben für die Liebe? Dazu meint die Dichterin: «Die Liebe ist das Ein und Alles im Leben, ohne sie ist jegliches Leben sinnlos. Die Liebe zu meinem Mann war vielen Alltagsemmissionen ausgesetzt: Meinungsverschiedenheiten, Liebesentzug (was besonders schlimm ist), Krankheiten usw. Wenn man das Leben akzeptieren gelernt hat, wie es ist und jeden Tag nimmt, wie er kommt – und den Augenblick geniessen kann, dann ist das Leben lebenswert und liebenswert geworden.»

Ihre Gefühle, Ihre Liebe, Ihre Gedanken drücken Sie in Versen mit Reimen aus? Weshalb haben Sie diese literarische Form gewählt? «Ich schreibe Verse eigentlich schon, seit ich denken kann. Das Verseschmieden habe ich wahrscheinlich von meinem Vater Karl Joller geerbt, der sicherlich über tausend Gedichte und Lieder in seinem Leben geschrieben hat. Er ist nun 93 Jahre alt und lebt im Zentrum Herti in Zug», erzählt Clara Schwitter im Gespräch. «Mein Verständnis von einem Gedicht ist vielleicht etwas altmodisch – es muss sich einfach reimen – damit auch ein Lied daraus entstehen könnte. Oft habe ich die Melodie schon im Kopf; ich kann aber leider keine Noten schreiben und bin total unmusikalisch.»

«Die Fotos habe ich passend zum Inhalt der Gedichte gewählt», erklärt die Autorin, «Bilder aus der Natur, stimmungsvolle Landschaften, aber auch Fotos von Einzelpersonen, von Ehepaaren oder von Familien.» Ja, und wann setzt sich Clara Schwitter an den Computer, um ein Gedicht zu schreiben? «Immer wenn eine Hochzeit ansteht, zum Geburtstag meines Mannes, zur Geburt eines Enkelkindes, zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest… oder wenn ein Wettbewerb ausgeschrieben ist. Bei einem deutschen Gedichtwettbewerb hatte ich schon Erfolg. Eines meiner Gedichte erschien im Büchlein ‹Die besten Gedichte 2009/10› der Frankfurter Bibliothek und zählte zu den hundert besten Gedichten, die damals eingesandt wurden. Dieser Erfolg macht mir Freude und gibt mir Mut. Ich träume keineswegs von einer Karriere als Dichterin. Viel mehr möchte ich einfach die Menschen an meinen Gedanken teilhaben lassen. Deshalb habe ich schon einige Folgemanuskripte vorbereitet, wie zum Beispiel ‹Kinder, Kinder!› oder Gedichte ‹Zum freudigen Ereignis› oder ‹Geburtstagsgedichte›. Inspirieren lasse ich mich durch das Lesen von Biografien und Lebenshilfebüchern, von Büchern über Psychologie. Neulich ist mir eine Schriftstellerin aufgefallen, Gunda Herz aus dem Schwarzwald, die besonders lebens- und liebesnah zu schreiben versteht. Auch Erich von Däniken liebe ich besonders.»

Clara Schwitter ist gespannt, wie ihr erster Gedichtband, der sehr persönlich gehalten und die Liebe eines Lebens beschreibt, in der Leserschaft ankommt.

 

Clara Schwitter, geboren am 31. Januar 1950 in Zug
Ausbildung: Dekorateurin
Berufliche Tätigkeiten: Dekorateurin in Manor-Geschäften in Zug, Sargans und Luzern

Gedichtbände:
Komm, wir wollen Hochzeit halten. Buchverlag Andrea Schmitz, 21272 Egestorf (2012)
In Vorbereitung: Kinder, Kinder! Zum freudigen Ereignis. Geburtstagsgedichte.