Rigi Anzeiger
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Im Lärmpegel der Mega-Flugshow

Die Air14 in Payern wird auch im Rigiland zu hören sein

Kunstflugstaffeln aus zehn Nationen, Kampfjets, zahlreiche Helis und Propellerflugzeuge werden am letzten Wochenende im August und am ersten im September eine beispiellose Flugshow im waadtländischen Payerne bestreiten. Ein Teil dieser Flugzeuge und Helis wird von Emmen aus operieren. Aber welcher, das verraten die Organisatoren nicht.

Die Patrouille Suisse in Aktion.

Die Patrouille Suisse in Aktion.

Wenn die Schweizer Luftwaffe ihr 100-jähriges Bestehen, die Patrouille Suisse ihr 50-jähriges und die Kunstflugstaffel «PC 7 Team» das 25-jährige Bestehen feiern – und erst noch gemeinsam – dann kann kein Ohr unbeschallt bleiben. Schauplatz dieser spektakulären Geburtstagsparty mit einem bislang einzigartigen Aufgebot an Mitwirkenden ist zwar Payern. Doch weil nicht alle Flugzeuge am Schauplatz landen und starten, wird ein Teil von ihnen ab anderen Armee-Flugplätzen operieren. Von Laurent Savary, Kommunikationschef der Veranstaltung, werden auf Anfrage hin neben Emmen auch Dübendorf, Meiringen und Sion genannt. Welche Flugzeuge oder Staffeln von welchem Flugplatz aus operieren werden, will er allerdings nicht verraten.
Insgesamt figurieren – nach dem politisch motivierten Ausscheiden der russischen Jet-Staffel – nun noch acht militärische Vorzeige-Formationen mit Jets auf dem Programm. Neben dem Schweizer Geburtstagskind «Patrouille Suisse» sind das die «Patrouille de France», die spanische «Patrulla Auguila», die britischen «Red Arrows», die italienischen «Frecce Tricolori», die finnischen «Midnight Hawks», die französische Zweier-Formation «Ramex Delta» und die «Al Fursan» der Vereinigten Arabischen Emirate. Dazu kommen noch die Jet-Formation des Schweizer Luxus-Uhren Herstellers Breitling, sowie die mit Propeller-Maschinen fliegenden Formationen «Royal Jordanian Falcons», und die kroatischen «Wings of Storm».

Schutzverband unzufrieden
Neben diesen sogenannten «Teams» kommen aber noch rund ein Dutzend alte und neue Armee-Jets zum Einzel-Einsatz, von denen zumindest ein Teil ab Emmen operieren dürfe. Darunter eine F16 aus Griechenland, die Gripen aus Schweden, die französische Rafale, ein Eurofighter aus England, eine MG-29A aus der Slowakei, die Schweizer Oldies Vampire, Hunter und Mirage und auch der erste Düsenjet der Geschichte überhaupt, die deutsche ME 262.

Nicht wesentlich leiser als die Düsenjets von einst, dürften die historischen Propeller-Kampfflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg sein: Darunter eine Mustang P-51, eine Lockheed P-38, eine russische YAK-3U und die zweimotorigen Bomber North American B-25 «Mitchell» und P- 38 Lightning. Zu sehen und zu hören sein werden während der Monster-Air-Show auch zivile und militärische Helikopter aus der Schweiz, Tschechien, Frankreich, Italien, Österreich und Belgien.

«Es ist sehr unbefriedigend, dass wir nicht wissen, welche Flugzeuge wann und wie oft ab Emmen operieren», sagt Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE). Er habe nicht einmal gewusst, dass die Kunstflug-Staffeln ab Payern operieren sollen.

«Aber das ist immerhin mal ein positiver Aspekt», freut er sich. Der Schutzverband habe sich nicht gegen eine Geburtstagsfeier der Luftwaffe gewehrt. «Wir haben von den Plänen für die Air-Show sehr kurzfristig Kenntnis erhalten und vor allem Wert darauf gelegt, dass Emmen von einem intensiven Trainingsbetrieb verschont bleibt», erläutert er. Nachdem die Air14-Organisatoren offensichtlich auf allen Ebenen – ausser bei der Werbung – sehr zurückhaltend informieren, kann Hafen nur hoffen, dass die Lärmbelastung an den beiden Wochenenden und den Freitagen davor, die als Trainingstage gelten, nicht all zu massiv sein werden. «Wir hatten empfindungsgemäss schon in den vergangenen Wochen vor allem während den wenigen schönen Tagen starken Fluglärm. Wenn nun die Air-Show-Wochenenden sonnig werden sollten und den Leuten die Freizeit an der Sonne durch Fluglärm vergällt wird, würde das mit Sicherheit entsprechende Reaktionen auslösen», sagt er.

400’000 Gäste erwartet
Auf immerhin etwas aber dürfen sich Fluglärmgeplagte zuverlässig freuen: Auf eine ruhigere Mittags- und Abendzeit. Die Flugbetriebszeiten während der Air14 sind auf 9 bis 12 Uhr und auf 13.30 bis 17 Uhr beschränkt. Doch was für die einen Lärm ist, ist für viele andere purer Wohlklang. Die Organisatoren erwarten pro Show-Tag rund 100000 Besucher in Payern. Insgesamt also rund 400000. Die Air14 verursacht Kosten in der Grössenordnung von zehn Millionen Franken. Die aber durch Partner und Eintrittsgelder aufgebracht werden sollen. Erwachsene bezahlen pro Tag 33 oder für zwei Tage 62 Franken, Kinder etwas weniger als die Hälfte davon und Familien 90 Franken pro Tag oder 165 pro Wochenende. Und zwar bar. Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Etwas unklarer ist die Devise für die Anfahrt. Einerseits erwähnen die Organisatoren Extrazüge in Kombination mit Postauto-Shuttles. Die tägliche Gesamtkapazität dieser Anfahrtvariante beträgt aber weniger als zwei Drittel der erwarteten Besucher. Empfohlen werden aber auch Fahrgemeinschaften mit durchschnittlich drei Personen. Und Velofahrten ab dezentralisierten Parkplätzen zum Schauplatz.