Rigi Anzeiger
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Im Ökihof kann’s schon mal krachen

Entsorgungssystem Real Luzern ist ein Erfolgsmodell

10589 Tonnen werden jährlich auf den Ökihöfen von Real Luzern entsorgt. Tendenz steigend. Nicht alle halten sich immer an die Verkehrsregeln innerhalb der Ökihöfe. Das führt auch mal zu Blechschäden. Das gemeindeübergreifende Entsorgungssystem ist dennoch eine Erfolgsgeschichte.

REAL-Fahrzeug

REAL-Fahrzeug

Gesamthaft kommen bei Real Luzern 99’388 Tonnen Abfall zusammen. Oder 460 Kilogramm pro Einwohner. Seit Real 2013 die Verantwortung für die Bewirtschaftung des Siedlungsabfalls von 22 Gemeinden übernommen hat, lässt sich nicht mehr eruieren, welche Gemeinde am meisten Abfall beisteuert, weil Real nicht mehr pro Gemeinde ein Angebot stellt, sondern über das gesamte Real-Gebiet. Richard Furrer, Bereichsleiter Abfallwirtschaft, dazu: «Konkret heisst dies, dass z. B. ein Einwohner von Weggis einen Teil seiner Abfälle auch auf dem Ökihof in Udligenswil entsorgen darf und umgekehrt. Zudem sammelt REAL zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit gemeindeübergreifend, was die klare Mengenzuordnung pro Gemeinde verunmöglicht.»
Den Hauptanteil der gesamten Abfallmenge nimmt mit gut 43’000 Tonnen der Kehricht ein. 16 Mitarbeiter kümmern sich bei Real um die reibungslose Abwicklung der Abfallwirtschaft, täglich sind 14 Real-Fahrzeuge im Einsatz, betrieben durch die Heggli AG, Kriens und die Leisibach AG, Hochdorf. Hinzu kommen 10 Sammelfahrzeuge der Stadt Luzern. Insgesamt sammeln täglich 24 Fahrzeuge den Abfall im Real-Gebiet ein. Sofern der Abfall zur rechten Zeit am richtigen Ort steht. Und hier taucht ein kleines Problem auf. Richrad Furrer: «REAL kann am Sammeltag keine feste Sammelzeit garantieren. Damit der Abfall auch sicherlich abgeholt wird, muss er bis morgens sieben Uhr bereitgestellt werden. Dies wird nicht immer befolgt. In der Folge bleibt der Kehricht stehen. Eine Nachsammlung findet nicht statt.»

Ende 2014 kommt Renergia
Gemäss Richard Furrer produzierte die KVA Ibach im vergangenen Jahr 50’772 MWh Strom. Davon konnten 42’599 MWh verkauft werden. Das spülte über 3,1 Millionen Franken in die Kasse. Zudem wurde 52’272 MWh Wärme produziert und davon 45’083 MWh für rund 2,1 Mio. Franken verkauft. «Somit ist die KVA Ibach das grösste Kraftwerk im Kanton Luzern.» Die ARA gab im gleichen Zeitraum 491’205 Nm3 Gas an das ewl ab. Die eigene Stromproduktion betrug hier rund 2,5 Millionen kWh. Generell habe die zentrale Organisation zu Einsparungen in Millionenhöhe geführt, bestätigt Furrer. Die Kosten von rund 20 Mio. Franken für den Sammeldienst, die Ökihöfe und die unbedienten Sammelstellen würden gedeckt durch die Sackgebühren, die Gewichtsgebühren bei Containern, die Erlöse auf den Ökihöfen, die Erlöse beim Verkauf von gesammelten Fraktionen wie z. B. Papier sowie durch eine Grundgebühr an die Gemeinden von CHF 17.40 pro Einwohner. Ende 2014 wird die alte Anlage in Ibach stillgelegt und durch die neue KVA in Perlen, Renergia, ersetzt. Furrer: «Da Renergia durch die Abfallverbände der Zentralschweiz finanziert wird und nicht nur wie ursprünglich geplant allein durch Real, konnten 2012 CHF 20 Mio. aus der Reserve für den Bau einer neuen Anlage an die Gemeinden ausgeschüttet werden. Da die alte, abgeschriebene Anlage weiterhin sehr zuverlässige gearbeitet hat, konnten in den Jahren 2012 und 2013 zusätzlich CHF 12 Mio. an die Gemeinden ausgeschüttet werden.» (siehe Tabelle)

Gut besuchte Ökihöfe
Richard Furrer, in dessen Privathaushalt die Entsorgungsaufgabe redlich geteilt werde, bezeichnet Real Luzern als absolutes Erfolgsmodell. Die anfängliche Kritik zur Bereitstellung des gebündelten Kartons sei inzwischen vom Tisch. «Wirklich spannend ist aber die steigende Zunahme der Kundschaft auf den Ökihöfen. Hier darf man mit Fug und Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen.» Auch wenn sich die Besucher nicht immer an die Verkehrsregeln innerhalb der Ökihöfe halten, was im schlimmsten Fall auch schon mal zu Blechschäden führt.

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