Rigi Anzeiger
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«Im Tüüferuusch a de Roootseee-Küste»

Ebikon: Das Geissentreiben mit Rotseezunftmeister 2015, Andreas II., fand vergangenen Samstag ein Ende, und der «Tüüfe-Ruusch» mit Andreas III. seinen Anfang.

cek. Auf einem River-Rafting-Boot ruderten Andreas II. und Andreas III. zusammen mit ihren Weibeln Thomas Wirth und Toni Wimmer zum Pflegeheim Höchweid. Hier im Foyer hiess es dann für Andreas II. und seine Frau Gaby Stübi sowie das Weibelpaar Thomas und Manon Wirth von ihrem «Hoppla Geiss»-Jahr Abschied zu nehmen. «Sie hatten einen enormen Schlagrahmverbrauch und weit über die Ebikoner Grenzen hinaus eine Geissenhysterie ausgelöst», war von Zunft-Präsident Jörg Bucher zu erfahren. Er lobte zugleich das Quartett für sein grosses Engagement und fügte an: «Sie haben für eine unvergessliche Fasnacht gesorgt.» Mit dem Intro des Liedes «An der Ostseeküste (das in diesem Jahr selbstverständlich neu «An der Rotseeküste» lautet), stellte der Zunftpräsident den Rotseezunftmeister Andreas III. und seine Frau Claudia Seifert sowie das Weibelpaar Toni und Marianne Wimmer vor. Zu den Herren meinte Jörg Bucher: «Beide sprechen keinen reinen Innerschweizer Dialekt.» Über die Gattin des Zunftmeisters wusste er zu sagen, dass sie eine Sammelleidenschaft für schöne Taschen, Schuhe und Hüte habe. Marianne Wimmer wiederum sei bekannt für ihre gestalterische und kreative Ader. Bei der Übergabe der Insignien, liess es der abtretende Weibel Thomas Wirth nicht nur beim Mantel und Stab bewenden. Er schenkte Toni Wimmer ein paar neue, weisse Handschuhe mit den Worten: «Mit weissen Handschuhen bist du der schönste Zunftmeister weit und breit.» Ehrwürdig ging Andreas III. in die Knie, als ihn Andreas II. mit der Zunftmeisterkette ausstattete. Mit dem Zepter in der Hand verkündete er dann das Fasnachts-Motto 2016: «A de Rooot-Seeeküste, am Äbiker Strand, tauchsch id Fasnacht Hand in Hand. En Tüüferuusch wie am Koralleriff, so farbig wie eusi Fasnacht isch!»

Berauschende Feier
In blaues Dämmerlicht oder – anders ausgedrückt unter Wasser – tauchten die Zünftler und Gäste im Saal des Kirchenzentrums Höfli. In Gesellschaft verschiedenster Unterwassergäste wie Fische, Seesterne und Muscheln bewarfen sie das Zunftmeister- und Weibelpaar samt ihren Kindern mit Luftschlangen. Das ist bekanntlich bei der Rotsee-Zunft jahrelang Sitte. Befreit von den bunten Papierstreifen vollzog Andreas III. seine Amtshandlung, in dem er Thomas Bannwart aus Ebikon zum neuen Zünftler vereidigte. Bannwart hatte allerdings später noch einen Auftritt zu bewältigen. Er tat dies mit einem Referat in drei Teilen, die jedoch von Zunftrat Martin Aregger aberkannt wurde. So erschien Thomas Bannwart nochmals, in voller Tauchermontur, lehrte die Gäste ein paar Tauchzeichen und verteilte in Begleitung von Schweizer Umwelt- und Abfalltaucher aus Hergiswil bunte Shots. Für artistische Höhepunkte sorgte die Geräteriege Buchrain, bei der auch Milena Seifert, die Tochter des Zunftmeisterpaars mitwirkte. Milena wurde sogar von Gaby Stübi zur «kleinen Zunftmeisterin» gekürt. Als solche dirigierte nicht nur sie die Bööggegarde, die als rhythmische Kochtruppe auftrat, sondern auch ihr Vater Andreas Seifert, der einen goldenen Kochlöffel erhielt. Reihenweise Lacher löste das Rateteam rund um Robert Lembke alias Säckelmeister Kurt Schürmann aus. Das Fazit der «Was bin ich»-Adaption: Andreas III. erhielt ein sehr gut gefülltes Sparschwein. Die Feier endete spät nachts mit einem kakaphonischen Konzert der Guuggenmusig Rüssgusler, die sogar «New York, New York» von Frank Sinatra spielte.