Rigi Anzeiger
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Im Übungs-Einsatz

Feuerwehr Adligenswil

Donnerstag, 18. Oktober 2012: Während es bereits eindunkelt, besammeln sich über 40 Angehörige der Feuerwehr Adligenswil, Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere zur Herbstübung der Pikett-Abteilung beim Gemeindefeuerwehrlokal an der Ebnetstrasse.

Der Kommandant der Feuerwehr, Hauptmann Patrik Meister, tritt auf den Vorplatz des Feuerwehrgebäudes: «Kameraden und Kameradinnen, im Halbkreis besammeln! Ich begrüsse euch zu den heutigen Übungen, die unter der Leitung von Oberleutnant Hugo Britschgi und Leutnant Pascal Ludin stehen. Ich bitte die Fourierin, vorerst Appell zu machen.» Schneidig werden die Namen der Eingeteilten im Pikett abgerufen.

Dann tritt Übungsleiter Oblt Hugo Britschgi vor die Mannschaft und zeigt kurz den Zweck der heutigen Einsätze auf. Verschiedene Übungen mit unterschiedlichen Szenarien, alle unter dem Aspekt der Gewährleistung der Sicherheit aller Beteiligten und Betroffenen. Anschliessend wird der Einsatzleiter bestimmt und der Schadensplatz in der Schädrüti für die erste Übung bekannt gegeben. Der Einsatzleiter macht sich sofort auf zum gemeldeten Brandobjekt, die AdF besteigen private PW’s oder Fahrzeuge der Adliger Feuerwehr und steuern das Übungsobjekt an, ein Bauernhaus in der Schädrüti. Der Einsatzleiter hat das Übungsobjekt ausfindig gemacht, stellt eine starke Rauchentwicklung in der Küche des Bauernhauses sowie eine gefährdete Person im ersten Stock fest. Diese soll sofort mit der Handleiter gerettet werden. Gleichzeitig folgt der Schnell-angriff ab Tanklöschfahrzeug, um die Rettung zu sichern und den Brandherd zu löschen. Eine Gruppe Feuerwehrmänner legt die Schiebeleiter an das Fenster im ersten Stock. Die gefährdete Person ist noch ansprechbar und kann mit einer Brustsicherung über die Leiter aus der Gefahrenzone geholt werden kann. Parallel läuft die Brandbekämpfung.

Ein erster Kurzeinsatz, der die AdF mit verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen konfrontierte, die in der anschliessenden Übungsbesprechung beurteilt werden. Übungsleiter Britschgi ist mit dem Einsatz zufrieden, taxiert die Übung als erfüllt.

Neues Szenario: Bei einem Wohnhaus im Gebiet Sagi ist bei Revisionsarbeiten ein Gastank leck geworden; Propangas strömt unkontrolliert aus und kann in der Luft ein explosives Gemisch bilden. Ein Schadenereignis, das sich tatsächlich vor einigen Wochen so abgespielt hat. Die Adliger Offiziere sind inzwischen für dieses Fallbeispiel entsprechend geschult worden. Weil die Feuerwehr Adligenswil nicht über die notwendige Sonderausrüstung für einen solchen Einsatz verfügt, beschränkt sich der Einsatzleiter auf das Absperren der Zufahrtswege zum Schadensobjekt, das Ausschalten möglicher Zündquellen, das Evakuieren gefährdeter Personen und das Aufbieten der Chemiewehr Emmen, die über das notwendige Know-how im Umgang mit Gefahrstoffen verfügt. Auch diese Übung gelingt gut.

Zum Schluss des Abends wird es nochmals spannend: In der Nähe der Kreuzung Winkelbüel ist ein Kleintransporter in Brand geraten. Rauch strömt aus dem Heck des Fahrzeugs. Bei diesem fiktiven Einsatz stellt sich heraus, dass der Fahrzeuglenker benommen am Steuer sitzt. Sofort befiehlt der Einsatzleiter die Sperrung der Udligenswilerstrasse, die Brandbekämpfung aus sicherer Entfernung mit dem Schnellangriff und das vorsichtige Herangehen eines Zweiertrupps an das rauchende Fahrzeug zur Rettung des Lenkers. Innert weniger Minuten ist der Schadensfall unter Kontrolle, weitere Trupps rücken vorsorglich noch mit einem Handfeuerlöscher Schaum und Pulver heran, so dass der dreifache Brandschutz im Notfall gewährleistet wäre. Auch hier kann in der abschliessenden Übungsbesprechung das schnelle und korrekte Vorgehen gelobt werden. Selbst das Postauto musste während der Übung einen Umweg über die Winkelbüelstrasse nehmen. Beim Räumen des Schadenplatzes wurden die Strassensperren allerdings etwas früh aufgehoben, was eine gewisse Gefährdung der retablierenden Feuerwehrmänner bedeutete, wie der Übungsleiter Pascal Ludin noch kritisch anmerkte.

Nach getaner Arbeit gibt es in der Feuerwehr oft einen verdienten Schlusstrunk. Im Garagenlokal des Feuerwehroffiziers Hugo Britschi gibt es zum Ausklang ein Bier und ein Würstchen – und natürlich ein paar flotte Sprüche zum abgelaufenen Übungsabend.