Rigi Anzeiger
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Immobilienplattform für Senioren

Küssnacht: Die Kommission für Altersfragen des Bezirks Küssnacht startet eine Kampagne zur Wohnsituation im Alter. Konkretes Ziel ist der Aufbau einer Immobilienplattform als Hilfe zur Selbsthilfe für Seniorinnen und Senioren.

pd./cek. Die von Erhard Kaiser präsidierte Kommission für Altersfragen startet unter dem Arbeitstitel «Wohndialog» eine Sensibilisierungskampagne zur Wohnsituation im Alter. An einer Kickoff-Veranstaltung, an der auch Vertreterinnen und Vertreter von Immobilienfirmen aus dem Bezirk Küssnacht teilnahmen, zeigte Erhard Kaiser einleitend die demographische Entwicklung im Bezirk und im Kanton auf. «Die Zahl der Personen ab 65 Jahren wird sich zwischen 2010 und 2030 im Kanton Schwyz nahezu verdoppeln. Und auch die Bevölkerungsstatistik des Bezirks Küssnacht zeigt nur in eine Richtung. Von 2008 bis 2013 stieg der Anteil der über 65-Jährigen um 20 Prozent an», betonte Kaiser. Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf die geburtenstarke Generation der Babyboomer, welche nachdrängen.

Die Ausführungen der Referenten zu den Themen Wohnen im Alter und Aufbau einer Immobilienplattform führten nach der Kickoff-Veranstaltung zu intensiven Gesprächen zwischen den Vertretern des Bezirks, der Partnerorganisationen und der Immobilienfirmen.

Die Ausführungen der Referenten zu den Themen Wohnen im Alter und Aufbau einer Immobilienplattform führten nach der Kickoff-Veranstaltung zu intensiven Gesprächen zwischen den Vertretern des Bezirks, der Partnerorganisationen und der Immobilienfirmen.

Ältere Menschen als Mieter
In einem Fachinputreferat beschrieb Dr. Joëlle Zimmerli, Soziologin und Planerin FSU, die Situation und Bedürfnisse von älteren Mieterinnen und Mietern und vermittelte Tipps, wie damit umzugehen sei.
Ältere Menschen ziehen häufiger nochmals um, freiwillig aufgrund von Anpassungen an veränderte Wohnbedürfnisse oder unfreiwillig infolge von Sanierungen, Umbauten oder Neubauten. Ältere Menschen haben wenig Umzugserfahrung, und für sie steht viel auf dem Spiel. Freiwillige können laut Referat die Seniorinnen und Senioren bei der Wohnungssuche aktiv unterstützen, indem sie Bewerbungen präzisieren und auf Vollständigkeit überprüfen, die Zahlungsfähigkeit belegen, die Wohnung und Lage sondieren, beim Zügeln helfen sowie das Einleben in der neuen Umgebung begleiten.
Die Liegenschaftsverwaltungen wünschen sich Ansprechpartner über die gesamte Mietdauer, vor allem, wenn Verwandte fehlen und wenn bei den Mieterinnen und Mietern gesundheitliche Probleme oder eine Überforderung im Alltag auftreten.

Wohndialog als Pilotprojekt
Aufgrund der demographische Entwicklung im Bezirk und der Bedürfnisse von älteren Menschen als Mieter hat sich die Kommission für Altersfragen entschieden, als Pilotprojekt einen «Wohndialog» zu lancieren. Gemäss Erhard Kaiser verfolgt die Kommission damit die folgenden Hauptziele:

– Vernetzung zum Thema Wohnen im Alter im Bezirk Küssnacht
– Frühzeitige Sensibilisierung der Gestaltung der individuellen Wohnsituation im Alter
– Hilfestellung bei Fragen zum Thema Wohnen und Unterstützung in der
Gestaltung des Wohnalltages
– Aufbau einer Immobilienplattform
– Sensibilisierungskampagne zur Wohnsituation im Alter
– Schaffen von Fachgruppen mit Freiwilligen zu Themen wie Bauplanung und bauliche Massnahmen für hindernisfreien Wohnraum.
Aufbau einer Immobilienplattform
Im Rahmen des «Wohndialogs» will die Kommission für Altersfragen eine Immobilienplattform aufbauen. In Zusammenarbeit mit Immobilienbesitzern und – verwaltungen wird die Nachfrage von Senioren mit dem Angebot an Wohnungen zusammengeführt. Die Plattform soll einen niederschwelligen Zugang zu Wohnungsinseraten ermöglichen, Koordinationsaufgaben bei Nachfragen von Seniorinnen und Senioren übernehmen und als Anlaufstelle bei Fragen von Anbietenden dienen.
«Es geht dabei nicht darum, Seniorinnen und Senioren bei der Suche nach einer Wohnung zu bevorzugen», hält Roman Lang, Leiter der Fachstelle für Gesellschaftsfragen des Bezirks, fest. «Wir möchten ihnen aber Unterstützung bieten, wenn sie Mühe im Umgang mit dem Internet haben und deshalb den Zugang zu den Wohnungsangeboten und Unterlagen nicht finden. Zudem möchten wir den Seniorinnen und Senioren beim Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen helfen. Denn ohne vollständige Unterlagen besteht keine Chance, sich erfolgreich um eine Wohnung zu bewerben.»

Unterstützung ab sofort
Seniorinnen und Senioren im Bezirk Küssnacht, welche Hilfe und Unterstützung bei der Wohnungssuche benötigen, müssen nun aber nicht warten, bis die neue Immobilienplattform eingerichtet und in Betrieb ist. «Unsere Dienstleistungen sind ab sofort verfügbar», erklärt Roman Lang. Das Vorgehen für Seniorinnen und Senioren ist ganz einfach: Sie melden ihre Bedürfnisse der Infostelle für Altersfragen, welche sich im Zentrum Monséjour befindet. Roman Lang nimmt ihr Anliegen entgegen und leitet im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe die weiteren Schritte ein, vermittelt weiterführende Kontakte und zeigt Lösungswege auf.

Weitere Infos: http://alter-kuessnacht.ch