Rigi Anzeiger
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In Adligenswil hagelte es Anträge

300 Stimmberechtigte harrten an der Gemeindeversammlung aus

Der Zusatzkredit für die weitere Planung des Alters- und Gesundheitszentrum, die 100 000 Franken für die Mehrarbeit der Gemeinderäte sowie die Tarife der schul- und familienergänzenden Angebote bildeten die umstrittensten Themen der Gemeindeversammlung in Adligenswil.

Mit 315 Stimmberechtigten und einer Zeitdauer von genau 4 Stunden und 40 Minuten erlebte Adligenswil eine aussergewöhnliche und debattenreiche Gemeindeversammlung. Diskussionsstoff bot das geplante Alters- und Gesundheitszentrum. Hierzu hatten die Stimmberechtigten vor drei Jahren einen Sonderkredit von 235 000 Franken gesprochen mit der Voraussetzung, dass dieses Projekt nicht von der Gemeinde realisiert, finanziert und betrieben wird. Nach einem Wettbewerb stand ein Siegerprojekt fest, das einer weiteren Überarbeitung bedurfte. In der Gerüchteküche brodelte es aber alsbald, als der Gemeinderat die Namen des Erstellers, des Betreibers und des Architekten nicht preisgeben wollte. «Bereits in den Wettbewerbsunterlagen wurde eine Stillschweigevereinbarung fest gehalten», erklärte Sozialvorsteher Pascal Ludin. Eine Einigung konnte letztendlich mit den drei involvierten Parteien nicht erzielt werden und der Gemeinderat befand weitere Abklärungen für notwendig. Dazu beantragte er einen Nachtragskredit von 125 000 Franken. Die Ortsparteien hielten den weiteren Kredit als zustimmungswürdig. Doch forderte etwa Irma Kerbler von der SP, dass die Gemeinde als Bauherrin auftritt. Entsprechend formulierte Anträge wurden von den Stimmberechtigten teilweise sehr knapp abgelehnt. Lediglich der Zusatz der FDP, «dass der Gemeinderat von Beginn bis zur Realisation eine fachlich qualifizierte Projektleitung einsetzt und zudem permanent das Know-how der unterschiedlichen Fachbereiche durch die Bildung einer begleitenden Fachkommission von Adligenswiler Einwohnerinnen und Einwohnern bezieht», fand Zustimmung. 2,1 Millionen Franken beantragte der Gemeinderat ausserdem für die Erneuerung und Erweiterung seiner bereits 1999 erstellten Holzschnitzelfeueranlage. «Damit können auf den gemeindeeigenen Liegenschaften 112 800 Franken eingespart werden», merkte Gemeinderat Guido Schacher an. Der Antrag eines Versammlungsteilnehmers, lediglich einen neuen Feinstaubfilter einzubauen und weitere Planungen zu verschieben, wurde von den AdligenswilerInnen bachab geschickt.

Es hagelte weitere Anträge
Der Gemeinderat leistet insgesamt 107 Prozent Mehrarbeit als ihre Pensen vorsehen. Einen Teil davon – Mehrarbeit, die 20 Prozent übersteigt – wollte er vergütet sehen und budgetierte hierfür 100 000 Franken. Gleichzeitig hielt er in der Botschaft fest, in der laufenden Legislaturperiode die Pensen und das Führungsmodell von einer externen Stelle überprüfen zu lassen. Die bürgerlichen Parteien forderten eine interne Analyse und eine allfällige Pensenanpassung auf die Gemeindeversammlung im Herbst 2014 hin. Die SP lehnte die 100 000 Franken ab. Passend formulierte Anträge wurden sehr knapp abgelehnt. Die vergleichsweise mit anderen Gemeinden hohen Tarife für die Schul- und familienergänzenden Angebote stiessen nicht nur bei der SP und der GLP sauer auf, sondern auch bei etlichen Vätern und Müttern. Sie forderten Anpassungen im Bereich Bildung und soziale Wohlfahrt – mit Erfolg. Die Stimmberechtigten stimmten den von ihnen geforderten Änderungen von zusätzlich 65 000 Franken für Erlasse, Reduktion, Elternbeiträge bei Schul- und familienergänzenden Betreuungsangeboten und Tageselternvermittlung zu.

Mehrheitliche Pfadi-Fans
Bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung verteilten zahlreiche Jugendliche eine 44seitige umfassende Zeitung zum neuen Pfadiheim Zytturm am Stöckenweg, das am 12.12.2012 um 12.12 Uhr eingeweiht wird. Einer Überraschung gleich, kam der Antrag von Pfadi-Mitglied Philipp Oesch für einen einmaligen Beitrag von 50 000 Franken an das neue Pfadiheim Zytturm. Mit seinen ausführenden Worten erntete er lautstarken Applaus. Der Gemeinderat lehnte diesen Betrag ab mit der Begründung, dass die Gemeinde bereits einiges für die Realisierung dieses Hauses leistete, unter anderem auch Gebühren erliess oder sie nur zur Hälfte verrechnete. Auf Gehör stiess er nicht, denn eine Mehrheit der Versammlung outete sich als Pfadifans und stimmte diesem zusätzlichen Obulus zu.

Mit den gut geheissenen Anträgen veränderte sich das budgetierte Defizit für 2013 in Adligenswil von 465 000 auf 580 000 Franken.