Rigi Anzeiger
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In Asylunterkunft investiert und dann geschlossen

Buchrain: Nach nur neunmonatiger Betriebsdauer wurde die temporäre Asylunterkunft in der Zivilschutzanlage Moosgasse geschlossen. Damit ging eine erfolgreiche Integrationsgeschichte zu Ende.

cek./pd. Die Asylunterkunft in Buchrain war eine eigentliche Erfolgsgeschichte, wenn auch nur für kurze Zeit. Bevor sie in Betrieb genommen wurde, berief der Gemeinderat extra eine Orientierungsversammlung ein. Die Bevölkerung konnte sich eingehend informieren und Fragen stellen. «Die Vereinbarung mit dem Kanton sieht ganz klar eine Benützungsdauer von 18 Monaten vor», sagte der damalige Sozialvorsteher Alois Arnold. Bevor die Flüchtlinge in die Asylunterkunft einzogen, investierte der Kanton Luzern 100 000 Franken in die Zivilschutzanlage. So wurde extra ein Fenster eingebaut und die Anlage mit diversen hilfreichen Geräten wie Waschmaschinen, Tumbler, Kühlschränke usw. und notwendigem Mobiliar (zum Beispiel Regalen) ausgerüstet. Überraschend gross war das Interesse, als die Gemeinde zu einem «Tag der offenen Tür» im Frühling 2016 einlud. Über 300 Personen kamen, sahen wie durchdacht die Planung und Organisation der Asylunterkunft war. Die über 50 hier untergebrachten Flüchtlinge hatten zudem für die Besucherinnen und Besucher extra verschiedene Gerichte zubereitet.

Unterkunft lief reibungslos
Etliche Buchrainerinnen und Buchrainer begannen sich nach der Eröffnung der Asylunterkunft für die Flüchtlinge zu engagieren, unterstützten sie beispielsweise beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Asylsuchenden zeigten sich ausserdem integrationswillig. Die jufa initiierte mit den Einheimischen und den Flüchtlingen gemeinsame Kochabende. So wurden abwechselnd Gerichte aus der Schweiz und jenen aus den Ländern der Asylsuchenden zubereitet und genossen. Das stiess auf derart positive Resonanz, so dass die jufa und die Gemeinderätin Sandra Gerber das jeweils jeden dritten Freitag im Monat weiterführen wollten. Im Oktober 2016 wurde dann aber die Gemeinde Buchrain mit der Nachricht des Kantons Luzern, dass die Asylunterkunft Ende Jahr geschlossen wird, vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Begründung: Weniger Asylsuchende und wirtschaftliche Aspekte. «Der Betrieb der Unterkunft lief reibungslos. Die Rückmeldungen aus der Begleitgruppe, der Bevölkerung, den Parteien und der Polizei zu dem Betrieb der Unterkunft und ihren Bewohnern waren einheitlich positiv. Dies verdanken wir einer einmaligen Konstellation zwischen einem kompetenten Betreuungsteam, sehr engagierten Freiwilligen und integrationswilligen Asylsuchenden», teilte der Gemeinderat vor Jahresende mit. Er bedauert die Schliessung der Asylunterkunft und bekundet zugleich, dass er skeptisch gegenüber der Strategie des Kantons ist, der auf unterirdische Unterkünfte künftig verzichten will und äussert: «Asylunterkünfte sind stets Notlösungen, für Personen in Notsituationen. Aus unserer Sicht sind Zentren Wohnungen vorzuziehen. Zudem sind in einem Zentrum die Betreuung, die soziale Kontrolle und die Integration einfacher als in einzelnen Wohnungen. Andererseits ist es in Zeiten der finanziellen Engpässe verwunderlich, dass weiterhin neue Projekte lanciert und eröffnet werden, und Bestehende ohne Zwang aufgegeben werden, als würde Geld keine Rolle spielen.»
Für die Gemeinde Buchrain entstehen durch die Schliessung der temporären Asylunterkunft keine Kosten, jedoch entfällt die Mieteinnahme (Tagespauschale pro Bewohner). Der Mietvertrag zwischen der Gemeinde und dem Kanton Luzern wird für die gesamte Laufzeit, bis Ende August 2017, von beiden Vertragspartnern eingehalten. Je nach Entwicklung der Asylströme benötigt Buchrain zukünftig wiederum eine Unterbringung für die ihr zugewiesenen Personen. Mit der ausgebauten Zivilschutzanlage verfügt die Gemeinde über eine grosse geeignete Anlage zur Notunterbringung von Asylsuchenden, die bei Bedarf kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden kann.

Buchrainer Jugendliche, Bürger und Asylsuchende kochten und assen gemeinsam in der temporären Unterkunft. Bild Archiv / pd

Buchrainer Jugendliche, Bürger und Asylsuchende kochten und assen gemeinsam in der temporären Unterkunft. Bild Archiv / pd

 

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