Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

In einer Stunde informiert – im Stau stehen dauert länger

Root: Verkehrsüberlastung auf der A2/A14, Anschlüsse Rontal und die Verkehrslogistik eines Verteilzentrums waren die zentralen Themen am Montag im D4 Business Village Root. Geladen hatte Schwerpunkt Root. Gekommen waren über 100 Rooterinnen und Rooter.

Gespannt harrten sie im vollbesetzten Eventraum des D4 Business Village: Die durch Stau und Wartezeiten genervten Autofahrer, aber auch Benützer des ÖV. Jérôme Rüfenacht, OK-Präsident Schwerpunkt Root führte kurz ins Thema ein, bedankte sich bei den Sponsoren und stellte Erfrischungen nach den drei kurz-kompakten Referaten in Aussicht.
«Das Schweizer Strassennetz umfasst 72’000 Kilometer», stellte Thomas Kloth, Bereichsleiter Projektmanagement ASTRA gleich zu Anfang eine eindrückliche Zahl in den Raum. Die Astra sei allerdings nur zuständig für 1800 Kilometer Nationalstrassen. Aber, relativiert der Referent sofort: «Auf diesen Kilometern bewegt sich 43 Prozent des Verkehrsaufkommens im Personenverkehr und 67 Prozent des Strassengüterverkehrs». Seit 1990 verzeichnet die Statistik eine Zunahme von 110 Prozent. Da wundert es nicht, wenn die täglichen Staumeldungen immer länger werden. Und der Druck auf die Autobahnanschlüsse steigt. Auffahrunfälle häufen sich. «In der Fahrschule lernten wir noch Zwei-Sekunden-Abstände. Die Realität heute sind 0,3 bis 0,4 Sekunden. Da kann niemand mehr anhalten, wenn der Vordermann eine Vollbremsung macht», gibt Kloth als einen der Gründe an.

Entwarnung für Achse Rotsee – Gisikon – Rütihof?
Kurzfristig geplant ist ein Verkehrsleitsystem, wie es an anderen Orten bereits erfolgreich im Einsatz steht. Geschwindigkeiten werden dem Aufkommen angepasst, der Verkehrsfluss homogener gestaltet. Mittelfristig (2018 – 2020) wird der Zubringer Gisikon-Root umgestaltet, die Ausfahrspur verlängert, die Fahrstreifen anders aufgeteilt. Dazu kommt ein neuer Belag, ebenso zwischen Buchrain und Rütihof. Mit einer dritten Röhre Rathausen, dem Ausbau der A14 auf sechs Fahrstreifen und dem Bypass Luzern (1,7 Mrd. 2025-2035) soll die Kapazität langfristig erhöht werden.

Verpassen wir den Anschluss?
Das Referat von Projektleiter Angebot Verkehrsverbund Luzern (VVL), Daniel Heer, hat doppelte Bedeutung. Zum einen stellt sich die Frage, sind genügend Verbindungen von Bahn und Bus vorhanden, um den wachsenden Bedürfnissen der Nutzer zu genügen. Zum anderen – wenn neue Routen geplant, bestehende anders geführt werden – passen die Anschlüsse. Anregungen und Fragen dazu kamen aus dem interessiert zuhörenden Publikum. Denn im sogenannten Entwicklungsträger Luzern Ost wird sich in naher Zukunft – auch im Hinblick auf die Eröffnung der Mall of Switzerland – einiges ändern. «Während in der Stadt das Verkehrsaufkommen zwischen 2010 und 2015 etwa auf dem gleichen Niveau verblieben ist, steigerte es sich in der Agglomeration um 9 Prozent», gibt Heer zu bedenken. Nicht nur, dass Ebikon zum Bushub umfunktioniert wird, wie das bereits im Emmenbrücke der Fall ist und in Horw folgen soll. Das System RBus wird vorangetrieben und die Linie 1 bis nach Ebikon geführt (innert 10 Jahren). Die Mall wird mit einem 7-Minuten-Takt erschlossen. Auf der Wunschliste steht ebenfalls ein Halt des Regio-Express in Ebikon. Der 23er soll in absehbarer Zeit bis nach Gisikon Weitblick geführt werden. Eine Verbindung wird von Perlen nach Root führen. Das D4 wird ebenfalls zusätzlich erschlossen. Das alles führt zu einer Überarbeitung des Tarifwesens: Die Zone 28 wird angepasst und führt künftig bis zur Mall of Switzerland.

Koordinierte Auslieferzeiten
Einen kurzen Einblick ins Transport- und Logistikmangement von Aldi Suisse AG Perlen gab Managing Director Robert Pontius. Das Lager in Perlen umfasst 48000m2. 80 Rampen dienen dem Wareneingang und Ausgang. 175 Köpfe, davon 50 in der Verwaltung und 125 in Fuhrpark und Logistik kanalisieren die tägliche Flut von Trockenwaren, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Tiefkühlprodukten. Der Wareneingang wird mit sogenannten Time-Slots gesteuert. Was heisst, dass die Anlieferzeiten genau festgelegt sind. Dies an sechs Tagen der Woche, am Sonntag lediglich Frischartikel. Bis zu 100 LKW fahren täglich Aldi Suisse in Perlen an.
Anders sieht es beim Warenausgang aus. Drei Disponenten versuchen die Transportrotation so über die Auslieferzeiten zwischen 0 und 16 Uhr zu verteilen, damit möglichst wenig Staustunden entstehen. «Jede Minute, jeder Kilometer kostet uns Geld. Dazu wird Mehrverkehr generiert», sagt Pontius. Zudem sei es auch ein Image-Faktor für Aldi, zur Umwelt Sorge zu tragen. «Wer einmal hinter die Tore des riesigen Verteilzentrums blicken will: Am 14. Mai werden wir die Türen öffnen», lädt Pontius zum Schluss ein. Informationen dazu folgen in unserer Zeitung.
Beim abschliessenden Apéro gab es unter den Gästen wie auch mit den Referenten noch viel zu diskutieren.  Marlis Jungo