Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

In Fronarbeit Fernsehkabel verlegt

Meierskappel: Die einzige Luzerner Gemeinde, die an den Zugersee grenzt, erhielt ihren ersten Kabelanschluss im Jahre 1978 dank Technik-Freaks, die eine Genossenschaft gründeten.

444 Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel - Bild 1

Zogen 33 Jahre am selben Strang: Konrad Langenegger als Präsident und Paul Thurnherr als technischer Leiter mit dem Herzstück der modernen Anlage der einstigen Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel bzw. Genossenschaft breitband6344. Bild zVg.

cek. Fernsehen über eine Antenne war in Meierskappel zumindest ab 1964 durch den Sendeturm auf der Rigi möglich. Nachdem das Kabelfernsehen in der Schweiz bereits Fuss gefasst hatte, fanden ein paar Meierskappeler Technik-Freaks, darunter Ernst Wolf, dass ihre Gemeinde auch auf den neusten Stand der Technik gebracht werden sollte. Sie überprüften zuerst vier verschiedene Varianten zur Einspeisung des Netzes aus und entschieden sich für eine Erschliessung entlang dem Bahntrassee der SBB zwischen Immensee und Meierskappel mit Radio TV Müller in Küssnacht als Signallieferanten. Zwei Jahre später, am 24. Februar 1978, luden die Initianten zur Gründungsversammlung der Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel. 39 Stimmberechtigte gaben damals dem Vorstand mit Präsident Bruno Zuberbühler, technischen Leiter Ernst Wolf und Verwalter Martin Eigenmann den Auftrag eine Kabelanlage zu bauen. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, wurden dafür die Rohre und Kabel durch Frondienst realisiert. Am 1. November 1978 demonstrierte die Genossenschaft Meierskappel ihren ersten Kabelanschluss im Gemeindehaus.

Immer Schritt gehalten
Als 1982 Konrad Langenegger zum Präsidenten und Paul Thurnherr zum technischen Leiter gewählt wurden, gaben beide das Versprechen ab, dass die Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel immer mit der modernsten Technologie mithalten werde. Dem war so, als Anfang der 1990er Jahre die Kabelnetze auf 600 MHz oder 862 MHz ausgebaut wurden. Die WWZ (Wasserwerke Zug) als Partner der Genossenschaft plante bereits 1996 einen Glasfaserzubringer, der die Übertragung von bis zu 75 TV-Kanälen und mindestens ebenso vielen Radioprogrammen, digitales und interaktives Fernsehen und die Nutzung der Kapazitäten für Datenverkehr, Internet und Telefonie ermöglichte. Vorab freute sich der Vorstand der Genossenschaft 1999 über die erfolgreiche Inbetriebnahme der modernisierten Anlage mit einer Bandbreite von 862 MHz. Genau am 10. Oktober desselben Jahres hatte Meierskappel den ersten Nutzer dieser Anlage, der über das Glasfasernetz mit dem World-Wide-Web verbunden war. 2005, als das Hochauflösende Fernsehen (HDTV) vor der Türe stand, war die Genossenschaft für diese neue Technik bereits gerüstet. Sieben Jahre später erfolgte die Umbenennung in Genossenschaft breitband6344. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als rundherum der Glasfasernetz-Ausbau zu boomen begann.

Die Kabel wurden im Kabelkanal der SBB (links) auf der Strecke zwischen Meierskappel und Immensee verlegt. Die damalige Technik erforderte 3 Verstärkerstationen auf der Strecke, um die Signalqualität bei den Empfängern sicherzustellen. Bild: Archiv Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel

Die Kabel wurden im Kabelkanal der SBB (links) auf der Strecke zwischen Meierskappel und Immensee verlegt. Die damalige Technik erforderte 3 Verstärkerstationen auf der Strecke, um die Signalqualität bei den Empfängern sicherzustellen.
Bild: Archiv Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel

Der Aushub sowie das Verlegen der Rohre und Kabel wurden in Frondienstarbeit umgesetzt, wie hier unterhalb des Gemeindehauses. Bild: Archiv Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel

Der Aushub sowie das Verlegen der Rohre und Kabel wurden in Frondienstarbeit umgesetzt, wie hier unterhalb des Gemeindehauses.
Bild: Archiv Kabelfernsehgenossenschaft Meierskappel

Der WWZ übergeben
Damit das Breitbandangebot in Meierskappel auch in Zukunft sicher gestellt ist, war eine hohe Professionalität und zeitliche Präsenz erforderlich. Der technische Leiter Paul Thurnherr gewährleistete das über 33 Jahre – sogar nach seiner Pensionierung. Da die Genossenschaft bereits positive Erfahrungen durch die langjährige Partnerschaft mit den Wasserwerken Zug (WWZ) hatte, kam sie am ehesten als neue Netzinhaberin in Frage. Mitte 2015 übernahm die WWZ Telekom AG das Kabelnetz in der Gemeinde Meierskappel, an das zirka 300 Haushalte und rund 80 im Bau befindliche Wohneinheiten angeschlossen sind. Die Zahlung der letzten Tranche für die Anteilscheine der Genossenschafter erfolgte Ende Juni dieses Jahres. Übrig geblieben sind Erinnerungen an eine 37-jährige Ära einer Genossenschaft und an Pioniere, die etwas wagten für den technologischen Fortschritt einer kleinen Gemeinde und das mit Erfolg.

So sah das Erschliessungskonzept aus dem Jahre 1976 aus: rot – Erschliessung entlang dem Bahntrasse der SBB bis ins damalige Dorfzentrum; gelb – Phase 1 der Verkabelung des Dorfkernes (realisiert); blau – gedachte Erschliessung (wurde nicht umgesetzt).

So sah das Erschliessungskonzept aus dem Jahre 1976 aus: rot – Erschliessung entlang dem Bahntrasse der SBB bis ins damalige Dorfzentrum; gelb – Phase 1 der Verkabelung des Dorfkernes (realisiert); blau – gedachte Erschliessung (wurde nicht umgesetzt).