Rigi Anzeiger
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In Inwil steht eine Weltneuheit

Inwil: In mehreren Jahren haben zwei Dozenten der Hochschule Luzern – Technik und Architektur eine Wärmepumpe entwickelt, die einzigartig ist auf der Welt. Die erste steht neben einem Haus in Inwil.

So sieht sie aus, die «intelligente» Wärmepumpe. Bild zVg.

So sieht sie aus, die «intelligente» Wärmepumpe. Bild zVg.

red. Energiesparen liegt im Trend. Wärmeenergie aus dem Boden oder aus der Luft zu entnehmen und sie dann mit einer Wärmepumpe so zu «verdichten», dass man damit Räume beheizen oder Warmwasser aufbereiten kann, ist eine faszinierende Technik. Sie funktioniert sogar bei Minusgraden. Neu ist diese Technik nicht, denn es gibt sie schon seit bald 100 Jahren. Neu ist, dass solche Anlagen immer kleiner und effizienter werden. Aber, und das ist die Kehrseite der Medaille, sie produzieren nicht nur Energie in Form von Wärme, sie verbrauchen auch Energie, in Form von Strom. Hier haben Mirko Kleingries und Lukas Gasser den Hebel angesetzt. Sie haben quasi Energiesparen neu erfunden oder zumindest neu definiert.

Startup der Hochschule Luzern
Im Februar 2015 haben sie das Startup-Unternehmen Alera energies GmbH beim Handelsregisteramt eintragen lassen. Sie arbeiten gegenwärtig in einem Büro der Hochschule, wo beide noch als Dozenten und Wissenschaftliche Mitarbeiter tätig sind. «Vor zehn Jahren» erzählt Mirko Kleingries, «haben wir angefangen, uns Gedanken über effizientere Wärmepumpen-Steuerungen zu machen. Wir waren uns sicher, dass in diesem Bereich viel Energie eingespart werden könnte.» In einem Labor der Hochschule in Horw bauten sie in den folgenden Jahren viele Versuchsanordnungen, schlossen diese an präzise Messgeräte an und zeichneten mit Software alle erdenklichen Parameter auf. Schon bald stellten sich ermutigende Erfolgserlebnisse ein. Ihre Wärmepumpe verbrauchte immer weniger Strom. Schliesslich folgte ein Langzeitversuch über drei Jahre. Der brachte den Durchbruch. «Wir haben Stromeinsparungen von bis zu 45 Prozent erreicht», freut sich Lukas Gasser.

Intelligente, lernfähige Steuerung
«Während andere Wärmepumpen-Steuerungen nach einem vorgegebenen, starren Programm arbeiten, ist unsere Steuerung intelligent und lernfähig. Sie lernt die Bewohner, deren Verhalten, das Gebäude und die äusseren Bedingungen mit der Zeit sehr genau kennen und passt das Programm sehr flexibel an. Sie schreibt sich das Betriebssystem immer wieder neu, absolut selbständig. Dadurch wird erreicht, dass die Wärmepumpe nie zu viel, nie zu wenig, nie zu kurz und nie zu lange arbeitet. Darin liegt die Energieersparnis.»
Dass die erste Anlage in Inwil steht, hat private Gründe. Eine Tochter von Franz Mattmann, dem Besitzer der Liegenschaft, ist mit einem Projekt-Mitarbeiter der Hochschule in Horw befreundet. Mattmann sagt dazu: «Ich bin experimentierfreudig, zukunftsgerichtet und die ersten Resultate haben mich voll überzeugt. Das von mir investierte Geld werde ich bald amortisiert haben.» Felix von Wartburg