Rigi Anzeiger
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Ist die Dorfkapelle bald ein Bijou?

Dierikon: Für die Dorfkapelle gibt es interessierte Käufer. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das sanierungsbedürftige Gebäude in neuem Glanz erstrahlt. Wir haben bei Max Hess, Gemeindepräsident von Dierikon, nachgefragt.

Max Hess, Gemeindepräsident, Dierikon

Max Hess, an der Gemeindeversammlung im Dezember 2016 verrieten Sie, dass sich einige Personen für die Dorfkappelle interessieren. Wie weit sind die Verkaufsverhandlungen fort geschritten?
Relativ weit. Der Abschluss der Verkaufsverhandlungen ist von der öffentlichen Planauflage zum Wasserbauprojekt Götzentalbach, die bis 21. Februar 2017 dauert, abhängig. Ich hoffe, dass bis im Spätfrühling ein Entscheid feststeht. Dann bleiben noch die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, denn die Käufer der Kapelle müssen zusätzlich Land für die Erschliessung erwerben.

Wieviel bieten die Interessenten für die Dorfkapelle?
Ich möchte keinen Betrag nennen. Unser Anliegen ist, dass die Aufwendungen, die wir in den vergangenen Jahren für die Kapelle hatten, gedeckt werden. Das ist aber kein horrender Betrag.

Liegen von den interessierten Personen bereits Nutzungsideen vor?
Es gibt konkrete Pläne, die im Raum stehen – von einer gastronomischen Nutzung in Form eines kleinen Restaurants oder einer Kochschule oder eine Kombination von beidem sowie Wohnnutzung und Atelier. Uns ist wichtig, dass die Ideen mit der Dorfkernzone kompatibel sind. Darauf achtet die Gemeinde stark. Eine Nutzung, die zu Lärmimmissionen führt, wäre auf jeden Fall nicht erträglich.

Aus früheren Berichten geht hervor, dass auch eine Sanierung Pflicht ist und diese einige hunderttausend Franken kostet. Was bewegt die interessierten Personen, diese Kapelle zu erhalten?
Es sind Leute, die Freude an einem solchen Gebäude haben und bereit sind auch Geld in die Hände zu nehmen.

Was tut die Gemeinde, damit es nicht wieder zu einem ähnlichen Fall wie vor zehn Jahren kam, als der Besitzer sich nicht an die Auflagen der Gemeinde hielt?
Wir schauen auf die Bonität der interessierten Personen. Sie mussten alle bereits einen Liquiditätsnachweis erbringen.

Zu guter Letzt: Ihre Vision für eine Dorfkapelle Dierikon?
Dass am Schluss die Kapelle einen Mehrwert für die Bevölkerung Dierikons darstellt und abgesehen von der Nutzung auch wieder optisch ansehnlich daherkommt.

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red. Die Dorfkapelle in Dierikon wurde 1675 errichtet und am 30. September 1676 eingeweiht. Wer die Kapelle erbauen liess, ist nicht klar. Als diese erste Kapelle baufällig wurde, entschloss man sich für einen Neubau. Dazu erteilte die Luzerner Regierung am 28. April 1862 die Baubewilligung. Der Luzerner Baumeister Wilhelm Keller, der auch verschiedene andere Kirchen und Kapellen im Kanton erbaute, errichtete von 1862 bis 1863 die neue Kapelle. 1869 wurde sie eingeweiht und 1907 erstmals renoviert. Als in den sechziger Jahren für Dierikon eine gewaltige Zunahme der Bevölkerung prophezeit wurde, hat die Kirchgemeinde Root, zu der nebst den Gemeinden Gisikon, Honau und Root auch unsere Gemeinde gehört, beim Schulhaus eine «provisorische» neue Kirche erstellt. Die alte Kapelle diente fortan als Atelier für einen Künstler. Die Renovation der Kapelle gab wiederholt zu Diskussionen Anlass. Um aber irgendetwas unternehmen zu können, mussten vorerst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Im Jahre 1990 wurde die Einwohnergemeinde durch ausserordentliche Ersitzung Eigentümerin der Kapelle. Eine Kommission erhielt 1995 den Auftrag, die Kosten und Finanzierung einer Renovation abzuklären und mögliche Verwendungszwecke vorzuschlagen. 2006 ging die Kapelle für symbolische 1000 Franken an einen neuen Besitzer über. Da er sich nicht an die Auflagen der Gemeinde hielt, forderte diese die Kapelle wieder zurück.  Quelle: Gemeinde Dierikon