Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Jeder gesammelte Franken kommt an

Acht «Desperate Housewives» laufen für einen guten Zweck

Über 10’000 Läuferinnen und Läufer nahmen am Swiss City Marathon Lucerne Ende Oktober teil. Darunter acht «Desperate Housewives» – engagierte Frauen aus der Region, deren Ziel nicht ist, eine gute Laufzeit zu erreichen, sondern möglichst viel Geld zu sammeln. Jeder gesammelte Franken fliesst in ein Hilfsprojekt.

Angefangen hat alles 2008. Zufällig. Uschi Holz, Luzern, hörte davon, dass es in Grossbritannien üblich sei, Sportanlässe für Charity-Sammelaktionen zu benutzen. Eine ihrer Freundin hatte zu dieser Zeit gerade angefangen, ein Projekt für Waisenkinder in Südafrika, zu unterstützen und war auf Sponsorensuche. Uschi Holz blickt zurück: «Ich habe vorgeschlagen ein paar Freundinnen anzufragen und für dieses Projekt einen Halbmarathon zu laufen. Die Idee stiess überall auf begeistere Reaktionen und jede der angefragten sieben Frauen sicherte spontan ihre Teilnahme zu. Die ursprüngliche Besetzung betrug mit mir acht ‹Desperate Housewives›. Der Name war reine Ironie, da zu dieser Zeit diese Fernsehserie sehr aktuell war und die Hauptbeschäftigung der Protagonistinnen aus Charity-Aktio-nen bestand. Von uns waren dagegen alle berufstätig und auch sonst so ziemlich das Gegenteil der Fernsehvorbilder. Wir fanden das witzig. Unser Ziel war es, in unserem Freundes- und Bekanntenkreis 3000 Franken zu sammeln, geschafft haben wir auf Anhieb 20000 Franken. Danach mussten wir natürlich weitermachen.»

Mittlerweile sind einzelne Mitglieder ausgestiegen. Allesamt wurden ersetzt, so dass stets acht Frauen am Start sind. Aus der Gründungsgruppe sind immer noch 5 Frauen dabei: Christine Grigelat, Christine Hanin, Claudia Krebser, Andrea Peyer und Uschi Holz. Seit 2012 laufen auch Eva Egger, Barbara Kopp und Paola Müller als «Desperate Housewives» für einen guten Zweck. Alle seien sie eher polysportiv veranlagt und keine ausgeprägten Läufertypen. Der Halbmarathon bedeute daher für jede eine ziemliche Herausforderung. Trainiert wird von April bis Oktober einmal pro Monat gemeinsam, ansonsten individuell. Je nach Zeit. Und die ist knapp bemessen bei den Berufs- und Familienfrauen, die als Modedesignerin, Lichtplanerin, Sportlehrerin, Managerin in eigenen Unternehmen oder Ärztinnen tätig sind. Deshalb, sagt Uschi Holz zur Motivation: «Wenn schon leiden, dann für einen guten Zweck! Wir laufen nicht für uns, sondern für andere. Ziel ist nicht, eine möglichst gute Laufzeit zu erreichen, sondern möglichst viel Geld zu sammeln. Das heisst, dass wir während das Laufes durchaus mal anhalten und uns bei Freunden für getätigte Spenden bedanken.»

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Die «Desperate Housewives» haben schon über 23000 Franken gesammelt.

 

Primarschule in Kenja

Die Idee der «Desperate Housewives» kommt gut an. Mit einem Rundbrief an Freunde und Bekannte bitten die Läuferinnen um Unterstützung. Ein Grossteil des Betrages kommt durch Hauptsponsoren zustande, welche die Gruppe zum Teil von Anfang an unterstützen und mit ihrem Logo auf dem Laufshirt der Frauen präsent sind. In den vier absolvierten Läufen sind beachtliche Beträge zusammengekommen. 2008 flossen für Südafrika 20000 Franken auf das Spendenkonto, 2009 waren es schon 21’000 Franken, auch für ein Projekt in Südafrika. 2012 sammelten die Läuferinnen für ein Bewässerungsprojekt in Bali (www.zukunft-fuer-kinder.ch) unglaubliche 54000 Franken. «2013 unterstützen wir den Bau einer Primarschule in dem Dorf Ndere in Kenia. Die Sammelaktion läuft noch, wir haben aber bereits 23’000 Franken auf dem Spendenkonto», freut sich Uschi Holz.

Da der Bau dieses Schulhauses nur 20’000 Franken kosten wird, ist das Projekt für 2014 also bereits am Laufen. Die Tochter von Uschi Holz stiess als Austauschschülerin in Brasilien auf eine private Stiftung in Bauru bei Sao Paulo, die Menschen aus den örtlichen Favelas unterstützt. «Sie bietet Kurse an, in welchen sie die meist ungebildeten Favela-Bewohner in einer Fähigkeit ausbilden, mit der diese nachher freiberuflich Geld verdienen können. Geplant sind nun Kurse für einfache Informatik, um danach z.B. Verwaltungsarbeiten erledigen zu können. Die dafür benötigte Infrastruktur ist aber wegen Geldmangels noch nicht vorhanden. Dringend benötigt werden ein paar PC sowie eine grössere Küche. Dabei wollen wir 2014 helfen.»

Voraussetzung, sich an einem Projekt zu beteiligen, ist jeweils ein direkter Kontakt zu den Verantwortlichen durch eine der «Housewives». Eine weitere wichtige Bedingung ist die Nachhaltigkeit der Projekte. Uschi Holz: «Wir investieren immer, zumindest indirekt, in Bildung und in Kinder. Schliesslich sind wir ‹Housewives›. Eine letzte Bedingung ist, dass jeder Franken des gesammelten Geldes auch ankommt. Alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich, es fallen keinerlei administrative oder andere Kosten an. Wenn wir ein Projekt bereisen, dann auf eigene Kosten. Dafür verbürgen wir uns persönlich. Ich denke, damit konnten wir viele unserer Sponsoren überzeugen und gewinnen.»

 

Das Spendenkonto: Luzerner Kantonalbank, desperate housewives for charity
IBAN-Nr. CH82 0077 8191 3726 8200 1/Konto-Nr. 60-41-2