Rigi Anzeiger
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Jubiläumsfest wegen Brand verschoben

Inwil: Kämpferisch zeigen sich die Pfader, nachdem im Frühling ihr Haus brannte. Anstelle des geplanten Jubiläumsfestes führen sie vom 1. bis 3. September eine 72-stündige Aktion durch, die einzigartig ist. Wir haben bei Melanie Ehrler, Verantwortliche für Sponsoring und Kommunikation des Neubaus vom Pfadiheim Eibu, nachgefragt.

Das Organisationskomitee für den Neubau des Pfadiheims Inwil schaut positiv in die Zukunft und freut sich auf die 72-stündige Aktion «Pfadi live» vom 1. bis 3. September. Bild pd

Das Organisationskomitee für den Neubau des Pfadiheims Inwil schaut positiv in die Zukunft und freut sich auf die 72-stündige Aktion «Pfadi live» vom 1. bis 3. September. Bild pd

Melanie Ehrler, der tragische Vorfall vom 18.März prägt die Pfadi Inwil bis heute. Am besagten Morgen wurde das Pfadiheim von zwei Jugendlichen mutmasslich angezündet und ist komplett ausgebrannt. Wie sind das Leitungsteam und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder mit dieser Situation umgegangen?
Es war natürlich erstmal ein Schock für alle. So viele schöne Andenken und unzählige freiwillige Stunden Arbeit steckten in diesem Haus. Viele kamen im Verlaufe des Tages vorbei und tauschten Erinnerungen aus. Eigentlich war an diesem Tag ein Anlass zu unserem 40-Jahr-Jubiläum geplant, der dann aber abgesagt werden musste. Es gab viele Fragen zu klären und diverse Aufgaben mussten delegiert werden. Zudem ist natürlich das vorbereitete Material für den vorgesehenen Anlass verbrannt.

Ihr habt nicht aufgegeben und Euer Jahresprogramm wie gewohnt weitergeführt. Dabei habt Ihr ein breites Echo aus der Bevölkerung erhalten, einige Spenden sind bereits zusammengekommen. Nun ist die Planung vom Heimneubau in vollem Gange. Wie weit ist der Planungsstand heute?
Kurz nach dem Vorfall hat sich ein Team aus Altpfadern zusammengesetzt. Einige davon sind selber beruflich in der Baubranche tätig, was uns sehr half, zügig und professionell die Planung eines Neubaus, der der gestiegenen Mitgliederzahl gerecht wird, anzugehen. Momentan sind die Baupläne gezeichnet und ein Finanzierungskonzept ausgearbeitet. Einen Teil der Gelder, beispielsweise von der Gebäude- und Hausratversicherung, haben wir bereits erhalten. Bis die ganze Finanzierung gedeckt ist, ist es noch immer ein grosser Schritt. Von der Kantonalbehörde «Raum und Wirtschaft Luzern» erhielten wir im Rahmen einer Vorabklärung die Bestätigung, dass der erste Entwurf des Bauvorhabens den kantonalen Richtlinien entspricht. Daraufhin wurde das Baugesuch eingereicht und wir warten nun auf die definitive Baubewilligung.

Wie wurde das Komitee für die Organisation des Neubaus erfolgreich zusammengestellt?
Der Spruch «einmal Pfadi, immer Pfadi» hat sich in dieser Hinsicht wieder einmal bestätigt. Schnell wurden die Abteilungsleiter der Pfadi Eibu von ehemaligen Pfadern kontaktiert, die ihre Hilfe anboten. Einige davon sind erst kürzlich nicht mehr aktiv dabei, andere haben bereits Kinder, die in der Pfadi sind. Aufgrund der erlebten, unvergesslichen Zeit in der Pfadi Inwil, investieren sie nun ihre Energie darin, damit der Verein weiter wirken kann.

Am Wochenende vom Freitag bis Sonntag, 1. – 3. September 2017, findet ein 72-Stunden-Projekt für den Heimneubau statt. Was muss man sich dabei vorstellen, und was will die Pfadi Eibu damit erreichen?
Mit der 72-stündigen Aktion «Pfadi live» sollen die Kinder die Möglichkeit erhalten, aktiv in den Prozess des Neubaus mitzuwirken. Es soll ein Haus von Pfadern für Pfader werden. Andererseits wollen wir der Eibeler Bevölkerung zeigen, was die Pfadi ist, und was es bedeutet Pfader zu sein. Am Samstag 2. September organisieren wir ein Dorffest mit Pfadiflair. Es gibt ein Abendessen vom Lagerfeuer und eine Festwirtschaft im Zentrum Möösli mit Unterhaltung von den zwei grossartigen Bands «Blues in the Shoes» und «Charburn». Am Freitag können Pfader für Haus- und Gartenarbeiten gemietet werden. Die Kinder wirken als Blumenkuriere. Am Sonntag werden 50 Brunch-Körbe im Dorf verteilt, die vorbestellt werden können. Sie beinhalten Brot, Konfi, bemalte Eier, Müesli und vieles mehr. Die Brunch-Körbe werden von den Kindern und Leitern im Vorfeld selber hergestellt. Der Grossteil des Materials wird im Vorfeld in Form von Sponsoring verschiedener Firmen organisiert, damit der ganze Erlös ins neue Pfadiheim fliessen kann.
Interview: Linda Schumacher
Mehr Informationen über den Neubau vom Pfadiheim und über die 72-stündige Aktion «Pfadi live»: www.neubaupfadiheimeibu.ch