Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Jugendliche in der Gemeinde: Problem oder Potential?

Über 95 Prozent der Jugendlichen erfüllen die hohen Anforderungen erfolgreich, die in der Schule und in der Berufsausbildung an sie gestellt werden.

Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen ist höflich, aufgestellt, leistungsbereit und voll positiver Energie. Wie schon bei allen Generationen von Jugendlichen vor ihnen, wird es schon mal laut und die eine oder andere Grenze wird ausgereizt – aber (fast) immer im Rahmen des Vernünftigen.
Das Bild der Jugend in der Öffentlichkeit wird aber nicht von dieser überwiegenden Mehrheit bestimmt, sondern vielleicht von maximal fünf Prozent der Jugendlichen, die Probleme bereiten, Abfall liegen lassen oder auch etwas mutwillig zerstören. Sprich: Jene Jugendlichen, welche negativ auffallen, den Verantwortlichen viel Arbeit und dem Gemeindewesen unnötige Kosten verursachen.

Was ist nun die Rolle der Jugendkommission, bzw. der Jugendarbeit in diesem Spannungsfeld von aufgestellten und mühsamen Jugendlichen? Beginnen wir bei den «mühsamen» Jugendlichen: Die Jugendarbeit kann einen gewissen Beitrag zur «Problembewältigung» leisten. Sie kann mit diesen Jugendlichen in Kontakt treten, eine Beziehung aufbauen und versuchen ihnen die Folgen ihrer Handlungen unmissverständlich klar zu machen. Die Jugendarbeit kann auch zwischen den Jugendlichen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten und Anwohnern ein Gespräch in Gang bringen. Dies sind zwar wichtige Beiträge der Jugendarbeit, trotzdem kommt sie oft an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und ihres Auftrages. Hier ist die Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Sicherheitsdienst und den Gemeinden im Unteren Rontal wichtig.
Was ist aber mit den aufgestellten 95 Prozent der Jugendlichen? Dies ist die Hauptzielgruppe der Jugendarbeit. Diese Jugendlichen sind das Potential einer Gemeinde! Die Vereine und die Jugendarbeit stellen den Jugendlichen Möglichkeiten zur Verfügung, damit sie selbst aktiv werden können. In dem sie zum Beispiel eine Party organisieren, Trainerinnen im Sportverein für Kinder sind, einen Song aufnehmen oder ein Video schneiden können. Mehr noch: Diese Jugendarbeit kann unterstützend wirken, dass sich die Jugendlichen wohlfühlen und positive Begegnungen zwischen den Genera-
tionen stattfinden können. Die Erfahrungen, welche Jugendliche in ihrer Wohngemeinde und Region machen, sind prägend für die Identität und das Bild, dass Jugendliche von dem Ort haben, an dem sie aufgewachsen sind.
Die Probleme, welche eine kleine Mehrheit von Jugendlichen verursachen, müssen angegangen werden, keine Frage! Trotzdem finde ich es als Präsidentin der Jugendkommission Unteres Rontal wichtig, dass das Hauptengagement unserer Gemeinden bei den aufgestellten Jugendlichen ist und bleibt.

Margrit Künzler-Niederberger Präsidentin der Jugendkommission Unteres Rontal  und Sozialvorsteherin der Gemeinde Root

Margrit Künzler-Niederberger
Präsidentin der Jugendkommission Unteres Rontal
und Sozialvorsteherin der Gemeinde Root