Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Kanton will 500 Meter Strasse abgeben

Meierskappel: Der Kanton will die Dorfstrasse von der Verzweigung Sagistrasse bis zur Zuger Kantonssgrenze der Gemeinde übertragen. Dagegen wehrt sich der Gemeinderat und erhält Unterstützung.

Blick auf das Teilstück der Dorfstrasse ab Abzweigung Sagistrasse (rechts), das bis zur Zuger Kantonsgrenze aus dem Luzerner Kantonsstrassennetz entlassen und der Gemeinde Meierskappel übertragen werden soll.  Bild cek,

Blick auf das Teilstück der Dorfstrasse ab Abzweigung Sagistrasse (rechts), das bis zur Zuger Kantonsgrenze
aus dem Luzerner Kantonsstrassennetz entlassen und der Gemeinde Meierskappel übertragen werden soll.
Bild cek,

cek. Die Dorfstrasse in Meierskappel ist Bestandteil der 3570 Meter langen Kantonsstrasse K30, die ab Robmatt (Grenze Udligenswil) bis zur Kantonsgrenze Zug (Späck) führt. Infolge eines kantonsrätlichen Beschlusses und eines Postulates (Nr. 616) wurde der Regierungsrat beauftragt, das Kantonsstrassennetz zu überarbeiten sowie die Kriterien für die Einreihung von Kantonsstrassen neu zu beurteilen. Das geschah durch das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD). Dieses befand, dass die Verbindung mit Kantonsstrassen der Nachbarkantone aus dem Kantonsstrassennetz gestrichen werden sollen und begründet dies damit: «Unser Kantonsstrassennetz wird dadurch von Änderungen der Einreihung der Kantonsstrassen der Nachbarkantone unabhängig.» Aufgrund dessen kam das BUWD zum Schluss, das Teilstück der K30 ab Meierskappel Dorf (Abzweigung Sagi) bis zur Zuger Kantonsgrenze aus dem Kantonsstrassennetz zu entlassen mit dem Zusatz, dass der entsprechende Strassenabschnitt nicht als Haupt- oder Durchgangsstrasse des Bundes bezeichnet ist. Das sind genau 500 Meter, die der Kanton – einfach ausgedrückt – nicht mehr haben und der Gemeinde Meierskappel übertragen will.

Der Gemeinderat wehrt sich
Auf die Vernehmlassung hin hat der Gemeinderat Meierskappel am 20. Mai 2016 das Ansinnen des BUWD entschieden zurück gewiesen mit den Worten: «Meierskappel ist schon durch die Lendiswilerstasse und die Sagistrasse stark belastet, die faktisch interkantonale Verbindungsstrassen sind. Die Kantone Schwyz und Zug unterhalten die Fortsetzungen zu diesen Strassen in ihrer Verantwortung und bürden sie nicht der Gemeinde Risch bzw. dem Bezirk Küssnacht auf. Die Frequenzen auf der Dorfstrasse im interkantonalen Transit sind vergleichsweise hoch. Es ist offensichtlich, dass keineswegs nur Meierskappeler sondern mindestens zu Stosszeiten auch andere Luzerner sowie Zuger und Schwyzer diese Strasse regelmässig benützen. Kantonsstrassen machen nur dann Sinn, wenn sie netzförmig nicht nur die Siedlungen im Kantonsgebiet erschliessen, sondern auch die Verbindungen zu den Nachbarkantonen sicherstellen.» Im aktuellen Gemeinde-Info nimmt der Gemeinderat kein Blatt vor den Mund und protestiert dagegen, dass die Verantwortlichen des Kantons Luzern an der Kantonsgrenzen aufhören zu denken. Er schreibt: «Statt dass die Grenzlage zu den Nachbarkantonen als Chance erkannt wird, tun die Politiker und Chefbeamten in Luzern so, als würde hinter Meierskappel ihre Welt enden. Für den Kanton steht offensichtlich sparen im Vordergrund. Dieser halbe Kilometer würde ihn langfristig aber kaum merklich entlasten. Für die Gemeinde Meierskappel wäre die Übernahme hingegen eine signifikante Zusatzbelastung. Unglaublich ist das Ansinnen des Kantons auch deshalb, weil er erst knapp vor der Jahrtausendwende dieses selbe Strassenstück von der Gemeinde übernommen hat. Das ist keine nachhaltige Politik.»

500 Meter lang ist das Teilstück ab Kantonsgrenze bis zum Dorf Meierskappel. Bild cek.

500 Meter lang ist das Teilstück ab Kantonsgrenze bis zum Dorf Meierskappel. Bild cek.

CVP lehnt ebenfalls ab
Der Gemeinderat in Meierskappel steht mit seiner Haltung nicht alleine da. Die CVP Kanton Luzern findet, dass die Verbindung von Nachbarkantonen gemäss bisher gültigen Kriterien für die Einreihung von Gemeindestrassen in Kantonsstrassen auch künftig beizubehalten sei. Bestehende Kantonsstrassen, auf welches dieses Kriterium auch zutrifft, seien als solche zu erhalten. Sie vertritt ausserdem die Ansicht, dass es in keinster Weise gerechtfertigt sei, diese Strasse mitten im Dorf von Meierskappel bis zur Kantongrenze umzuklassifizieren. Durch die wirtschaftliche Ausrichtung von Meierskappel in Richtung Zug/Küssnacht habe dieser Verkehrsweg eine tragende Bedeutung. In ihrer Stellungnahme erläutert ausserdem die CVP Kanton Luzern: «Das war wohl auch der Grund, dass diese Strasse vor sieben Jahren als Kantonsstrasse klassifiziert worden ist. Es erscheint unverständlich, dass dieser Entscheid wieder rückgängig gemacht werden soll.»

Unabsehbare Kosten
Seitens Kanton ist auf die Vernehmlassungsantwort des Gemeinderats von Meierskappel noch keine Reaktion erfolgt. Gemeindepräsident André Iten geht davon aus, dass über die Kriterien für die Einreihung der Kantonsstrassen noch im Kantonsrat diskutiert wird. Sollte das 500 Meter lange Strassenteilstück tatsächlich aus dem Kantonsstrassennetz entlassen werden, hätte Meierskappel für alle Kosten aufzukommen. Gemeindepräsdient André Iten: «Der Kanton wollte dieses Strassenstück sanieren, stellte die Arbeiten dann offenbar zurück. Der Umfang dieser Sanierungsarbeiten bzw. deren Kosten sind uns nicht bekannt, könnten aber schnell einmal einen sechsstelligen Betrag überschreiten. Und das trifft natürlich eine kleine Gemeinde wie Meierskappel hart.»

Aktuelle Zeitung

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Like uns auf Facebook!

Razli

Razli

Razli Wetternachhersage

Partner

Partner

Horoskop

Horoskop