Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Kaum bekannter Fisch des Jahres

Region: Voller Rätsel und existenziell bedroht: Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV setzt mit der Wahl des kleinen, unscheinbaren Bachneunauges zum Fisch des Jahres ein starkes Zeichen.

pd/ju. Bei einem Schönheitswettbewerb hätte es schlechte Karten: Das Bachneunauge sieht aus wie ein Wurm oder ein kleiner Aal. Aber diese ursprünglichste aller Fischarten ist voller Überraschungen. Das beginnt beim Namen – neun Augen sucht man vergebens. Vor Jahrhunderten wurden die sieben runden Kiemenöffnung und das zentral liegende Nasenloch des Bachneunauges mit Augen verwechselt. Einzigartig ist auch der Körperbau. Es besitzt nur eine primitive Wirbelsäule aus Bindegewebe, aber weder Knochen noch Kiefer. Die Neunaugen gehören zu den letzten Überlebenden der urtümlichsten Wirbeltiergruppe.

Der Hochzeitstanz wird zum Todestanz
Die geheimnisvolle Fischart bekommt man in der freien Natur selten zu Gesicht. Gemäss der Verbreitungskarte Tierarten (Bundesamt für Umwelt BAFU) ist der lateinische benannte Lampetra planeri auch im Einzugsgebiet der Reuss ab Luzern heimisch. Die Larven des Bachneunauges leben bis zur Geschlechtsreife verborgen im Boden kleiner Fliessgewässer. Auf sandigem oder kiesigem Grund schwänzeln sie zwischen April und Juni – meist nach kilometerlangem Weg und in Gruppen kleine Laichgruben frei. Aus den Eiern entwickeln sich wurmartige Larven (Querder), die drei bis fünf Lebensjahre in den Sedimenten heranwachsen. Wenn die Umwandlung zur Geschlechtsreife beginnt, nach drei bis fünf Lebensjahren und einer Länge bis 15 Zentimetern, formt sich der Mund zu einer Saugscheibe. Es entwickeln sich Augen und die Eier beziehungsweise Spermien reifen heran. Die geschlechtsreifen Bachneunaugen fressen nicht mehr und machen sich bereit für den Laichakt, wobei sich die Weibchen an einem Stein festsaugen und von den Männchen umschlungen werden. Kurz nach der Hochzeit sterben sie.

Vom Aussterben bedroht!
Die Laichplätze sind durch sehr vielen künstlichen Wanderhindernisse in verbauten Gewässerräumen sind zunehmend bedroht, wie der Schweizerische Fischerei-Verband SFV festhält. Zu einem intakten Gewässersystem gehören neben den Flüssen und Seen zehntausende Kilometer Klein- und Kleinstgewässer, welche besonders als Kinderstuben elementar für das Überleben vieler Arten wie das Bachneunauge sind.

Brook Lamprey Lampetra planeri Close up of head

European brook lamprey, Brook lamprey, Bachneunauge, Bach-Neunauge, Neunauge, Lampetra planeri, lamprey eels

Das Bachneunauge gehört taxonomisch gesehen nicht zu den Fischen, sondern zu den so genannten Rundmäulern. Dessen Entwicklung reicht 400 bis 500 Millionen Jahre zurück. Es zählt zur ältesten noch lebenden Wirbeltierklasse der Erdgeschichte, befindet sich in der Schweiz aber leider auf der Liste der stark gefährdeten Arten. Die nahe verwandten Fluss- und Meerneunaugen sind in der Schweiz seit dem Bau der grossen Wasserkraftwerke bereits ausgestorben.

 

Aktuelle Zeitung

Leserbilder Sommer 2016

Leserbilder Sommer 2016

Leserbilder Sommer 2016

Like uns auf Facebook!

Razli

Razli

Partner

Partner

Horoskop

Horoskop