Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Kein Zonen-Ticket-Anschluss garantiert

Risch-Rotkreuz: Die Gemeinde wirbt mit dem neuen Slogan «Anschluss garantiert». Doch wer beispielsweise von Gisikon oder einer anderen Rontaler Gemeinde nach Rotkreuz fährt, hat ein Nachsehen mit den Zonenbilletten.

Drei Züge pro Stunde plus zwei Postautos fahren jeweils von Luzern nach Rotkreuz.

Drei Züge pro Stunde plus zwei Postautos fahren jeweils von Luzern nach Rotkreuz.

cek. Ein Kantischüler, wohnhaft in Gisikon, spielt Unihockey in den  Mannschaften des Unihockeyclubs Zug United, trainiert jeweils in Zug oder Rotkreuz. Er verfügt über einen Passepartout des Tarifverbundes Luzern, Ob- und Nidwalden. Mit dem kann er allerdings nur mit dem Postauto von Luzern über Udligenswil nach Rotkreuz fahren. Will er schneller in Rotkreuz oder Zug sein, muss er ein zusätzliches Billett ab Luzern oder Gisikon lösen. Anders ist es, wenn ein Billett von Luzern oder einer anderen x-beliebigen Gemeinde im Tarifverbund LU, OW und NW nach Küssnacht am Rigi gelöst wird. Das integriert die Fahrt in den Zonen 10 (Stadt und nähere Agglomeration) und 29 (Küssnacht).

Immer mehr Pendler

Tagsüber fahren mindestens drei Züge plus zwei Postautos pro Stunde von Luzern nach Rotkreuz, und lediglich zwei Züge nach Küssnacht. Gemäss Entwicklungsstrategie der Gemeinde Risch Rotkreuz soll die Zusammenarbeit mit den Bahn- und Busunternehmen weiter intensiviert werden. Wie ausserdem von Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher zu erfahren war, betrugen die Pendlerbewegungen im 2013 an Werktagen 15 000 Personen. «Die Zahlen für das Jahr 2014 werden in den nächsten Tagen ausgewertet und dürften noch höher sein», fügte Krummenacher an. Wie viele davon zwei Billette lösen müssen, ist nicht auszumachen.

«Die Bahnstrecke Gisikon-Root nach Rotkreuz gehört keinem Tarifverbund an, entsprechend gilt auf dieser Strecke das nationale Ticketsortiment (normale Billette/Streckenabonnemente)», klärt Christoph Zurflüh, Sprecher des Tarifverbundes Passepartout, auf. Er fährt fort: «Um die Situation für die Fahrgäste zu vereinfachen, hat Passepartout die Integration dieser Bahnstrecke in den Tarifverbund geprüft. Würde die Bahnstrecke Gisikon-Root–Rotkreuz in den Tarifverbund Passepartout aufgenommen, müsste der nationale Fernverkehr entschädigt werden. Für Passepartout hätte das Kosten von über einer Million Franken zur Folge, was nicht finanziert werden kann.» Als Tipp für Pendler zwischen Luzern und Rotkreuz bzw. Zug nennt Zurflüh das Inter-Abo, welches die Benützung der Bahn auf der genannten Strecke ermöglicht und den ÖV in Luzern, Rotkreuz und Zug wahlweise einschliessen lässt. Voraussichtlich ab Dezember 2016 – so Zurflüh – soll auf nationaler Ebene ein sogenanntes Clip-Abo eingeführt werden. Das ermöglicht schweizweit eine flexible Kombination von Bahnstrecken mit verschiedenen Zonen der Tarifverbünde.

Die Überlappungszone

Dennoch bleibt die Frage offen, weshalb ein Zonenbillett von Luzern nach Küssnacht gelöst werden kann. Christoph Zurfluh dazu: «Die Zone 29 ist eine sogenannte Überlappungszone. Das heisst, der Tarifverbund Schwyz hat dort die Tarifhoheit. Kunden, welche jedoch diese Zonen mit anderen Zonen vom Tarifverbund Passepartout kombinieren möchten, können das tun. Das ist insofern wichtig, damit Reisende aus den Gemeinden Vitznau und Weggis mit einem durchgehenden Passepartout Fahrausweis in Richtung Luzern fahren können.»