Rigi Anzeiger
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Keine kostenlosen Parkplätze mehr im Risch?

Das neue Parkplatzreglement macht nicht allen Ebikonern Freude

In Ebikon läuft die Vernehmlassung zum neuen Parkplatzreglement und der dazugehörigen Verordnung. Sie regelt die Erhebung von Gebühren aller Parkplätze auf öffentlichem Grund. Jene für das Areal Risch lieferten während einer Informationsveranstaltung am meisten Gesprächsstoff. Das Parkieren soll hier gratis bleiben, wünschen sich viele Ebikoner.

Keine kostenlosen Parkplätze mehr im Risch

«Wir wollen damit kein finanzielles Loch decken», hielt Gemeindepräsident Daniel Gasser eingangs der Informationsveranstaltung im voll besetzten Sitzungszimmer Pilatus der Gemeindeverwaltung fest. Er verwies auf das Reglement, das die Verwendung der Gebühren umschreibt. Grundlegend gilt, wer auf einem gekennzeichneten Parkfeld sein Auto abstellt, bezahlt für die ersten drei Stunden 1.50 (also 50 Rappen pro Stunde) und pro weitere Stunde je zwei Franken. «Das ist günstiger als in jedem Parkhaus in der Stadt Luzern», betonte Ortsplaner Roger Michelon. Zwischen 22 und 5 Uhr sind keine Gebühren zu entrichten. An gewissen Strassen wie beispielsweise der Schachenstrasse gilt das sogenannte zeitlich beschränkte Parkieren (maximal drei Stunden) und auf öffentlichen Plätzen sowie bei Schulhäusern das sogenannte progressive Parksystem. «Hier darf maximal sechs Stunden parkiert werden, so auf dem Pfarreiheimplatz, der Chäppelimatt und im Areal Risch», führte Roger Michelon auf. Eine Ausnahme gäbe es noch auf dem Areal Risch: Samstags und sonntags darf hier auch mit der Parkkarte das Auto abgestellt werden.

«Ich finde, die Parkplätze im Risch sollten den Bürgerinnen und Bürger kostenlos zur Verfügung gestellt werden, solange beispielsweise kein Mehrzweckgebäude steht», wünschte ein Versammlungsteilnehmer. Roger Michelon wandte ein: «Das Risch liegt so nahe am Bahnhof. Wir möchten keine Halbtagespendler, die hier ihr Auto abstellen.» Ein Ebikoner hielt dagegen: «Tatsache ist, dass dort der Parkplatz nie voll ist, ausser an Veranstaltungen.» Der ehemalige SVP-Ortspartei-Präsident Markus Schumacher stand ebenfalls für kostenlose Parkplätze ein: «Junge Leute lassen das Auto, nachdem sie Alkohol getrunken haben, gerne hier stehen, was eigentlich vorbildlich ist. Ich befürchte nach der Einführung der Gebühren werden sie mit den Autos nach Hause fahren.» Ein weiterer Wunsch fiel: «Freitagabends sollten mindestens für die Vereine im Risch kostenlose Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten wird dort Tür und Tor für Wochenaufenthalter geöffnet.» «Risch ist das schwierigste Gebiet», stellte nach weiteren Wortmeldungen Roger Michelon fest.

Ein Anwohner beklagte sich über die zunehmende Lärmbelastung, die durch Fahrschulen mit LKWs, sowie ferngesteuerten Modellautos im Risch erzeugt werde. Ein Augenschein vor Ort an einem sonnigen Sonntag: lediglich ein Jugendlicher lässt ein solches Fahrzeug über den spärlich besetzten Parkplatz im Risch sausen. Eine kleine Umfrage unter Ebikonern zeigte, dass dafür viel Verständnis aufgebracht wird. Man dürfe nicht immer alles verbieten. Wenn man im Risch keine ferngesteuerten Autos wolle, müsse halt ein anderer Platz zur Verfügung gestellt werden.

Wie weiter?

Gemeindepräsident Daniel Gasser forderte an der Informationsveranstaltung die Anwesenden auf, an der bis 18.April dauernden Vernehmlassung (die entsprechenden Dokumente sind unter www.ebikon.ch/politik/partizipation/vernehmlassungen zu finden) teilzunehmen und darin ihre Vorschläge und Meinungen einzubringen. «In etwa im September kommt dieses Geschäft an die Urne», führte er ferner aus.