Rigi Anzeiger
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Kinder trauern anders als Erwachsene

Valeria Gisler aus Küssnacht schreibt aussergewöhnliche Bachelorarbeit

Die 22jährige Valeria Gisler erhielt für ihre Bachelorarbeit mit dem Titel «Thema Tod im Klassenzimmer» das Prädikat «ausgezeichnet». Sie setzt sich ausführlich mit den Handlungsmöglichkeiten einer Lehrperson bei einem Todesfall im nahen Umfeld eines Unterstufen-Kindes auseinander.

Valeria Gisler mit ihrer Bachelorarbeit am Seeufer in Küssnacht.

Valeria Gisler mit ihrer Bachelorarbeit am Seeufer in Küssnacht.

cek. Der Tod gehört zum Leben, ist jedoch in vielen Kulturen ein Tabuthema. Das stellte auch Valeria Gisler aus Küssnacht fest, als sie sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Tod im Klassenzimmer auseinandersetzte. Sie beleuchtete verschiedenste Aspekte hinsichtlich des Todes im Umfeld von Erst- und Zweitklässlern und untersuchte die Handlungsmöglichkeiten einer Lehrperson, wenn es im nahen Umfeld eines Schulkindes zu einem Todesfall kommt. Ihre klare Schlussfolgerung: Lehrpersonen fällt der Umgang mit dem Tod oft schwerer als den Kindern. Valeria Gisler zeigt in ihrer 50seitigen Bachelorarbeit, gestützt auf Forschungsergebnisse auch auf, dass ein Kind je nach Alter den Tod unterschiedlich wahrnimmt. «Kinder verarbeiten Trauer auf eine Weise, die für Erwachsene oft schwer nachvollziehbar ist», äussert die angehende Primarlehrerin. So gehen sie schnell wieder ihren Alltagsbeschäftigungen nach und können fröhlich sein. Aber auch starke Stimmungsschwankungen oder plötzliches agressives Verhalten können auftreten. «Eine wahrheits- und kindheitsgetreue Kommunikation ist sehr wichtig. Erzählt man dem Kind zum Beispiel ‹der Grossvater ist eingeschlafen›, kann das beim Kind Angst vor dem Schlafen auslösen. Ich würde beispielsweise sagen: ‹Der Grossvater ist gestorben. Es kann aber sein, dass ein Teil von ihm an einem anderen Ort weiterlebt.›» Valeria Gisler schlägt auch verschiedene Trauerrituale vor, wie eine Abschiedsfeier, Kerze anzünden, Erinnerungsbuch mit positiven Gedanken gestalten usw., die dem Kind helfen können, Abschied zu nehmen.
Thema Tod im Schulunterricht
«Es ist ganz wichtig, wie zuhause mit dem Tod umgegangen wird. Je mehr darüber geredet wird, desto mehr hilft man dem Kind», führt Valeria Gisler aus. Lehrpersonen können wohl einen Teil dazu beitragen, dass das Kind die Trauer bewältigen kann. Doch ein Patentrezept gäbe es nicht. Den Lehrpersonen in den Kantonen Schwyz und Luzern ist freigestellt, ob sie den Tod im Schulunterricht thematisieren wollen. «Ich würde es sinnvoll finden. So könnte man beispielsweise Erst- und Zweitklässlern Bilderbücher zu diesem Thema vorlesen», schlägt sie vor. Ob ihre Bachelorarbeit dazu anregt, steht in den Sternen geschrieben. Sie betrachtet sie auch nicht als allgemeingültig.
Freude auf die Arbeit
Valeria Gisler, die in Küssnacht aufgewachsen ist, besuchte das Gymnasium in Immensee und anschliessend den Lehrgang Primarstufe an der Pädagogischen Hochschule in Luzern. «Ich freue mich, dass ich jetzt mit dem Studium fertig bin und arbeiten kann», sagt sie. Nach den Sommerferien unterrichtet sie erstmals als Primarlehrerin 21 Schülerinnen und Schüler in Hochdorf.

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