Rigi Anzeiger
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Kinderflüchtlinge

Je näher der 28. Februar – der Abstimmungssonntag rückt – desto intensiver und aggressiver werden die Grabenkämpfe der Befürworter und der Gegner der so genannten «Ausschaffungs-Initiative».

Felix von WartburgDas wahre Flüchtlingselend auf dieser Welt wird dabei in den Hintergrund gedrängt. Vor allem das Schicksal von Kindern – die niemandem etwas zuleide getan haben, die seit ihrer Geburt nur Krieg, Zerstörung und Hunger kennen – sie sind am härtesten bestraft. Ja wofür denn? Gemäss Unicef sind gegenwärtig über 40 Millionen Kinder in 63 Krisenländern an Leib und Leben bedroht. Viele von Ihnen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, zu ausreichender Ernährung, zu medizinischer Versorgung oder zu schulischer Bildung.

So kommt es, dass viele Kinder sich alleine auf die Flucht machen, auf eine ungewisse Reise in eine ungewisse Zukunft. Ihr Überlebenstrieb sagt ihnen: geh weg, egal wohin, schlimmer als hier kann es nirgendwo sein. Und dann ziehen sie los, ohne Begleitung, schlagen sich tage- und wochenlang irgendwie durch. Sie sind auf der Flucht, weil sie um ihr Leben fürchten müssen, weil sie Gefahr laufen, von der Armee zwangsrekrutiert zu werden, weil eine Zwangsverheiratung bevorsteht oder weil sie physisch, psychisch oder sexuell missbraucht werden.

Und dann die Horror-Nachricht vergangener Woche: 10’000 Flüchtlingskinder sind nach Angaben verschiedener Hilfswerke und Polizeistellen in den vergangenen zwei Jahren verschwunden, das heisst, ihr gegenwärtiger Aufenhaltsort ist niemandem bekannt. Wie können so viele Kinder einfach verschwinden? fragt man sich da. Niemand weiss, ob diese Zahl zu tief oder zu hoch angesetzt ist. Aber jeder weiss, dass da etwas korrigiert werden muss. Der Gedanke daran, dass mit solchen Flüchtlingskindern Menschen- oder Organhandel betrieben wird, ist unerträglich. Aber man muss damit rechnen, dass sich Kriminelle hier ein Betätigungsfeld eröffnet haben. Einfach widerlich. Aber ist Krieg nicht immer widerlich, und ganz besonders ein Bürgerkrieg? Felix von Wartburg, Chefredaktor