Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Kinderfreundliche Gemeinde»

Küssnacht unterstützt Initiative aus Merlischachen

Der Bezirk Küssnacht braucht politisch engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Sensibilisiering hierfür soll bereits im Schulalter stattfinden. Der Bezirksrat unterstützt deshalb eine Initiative aus Merlischachen.

In regelmässiger Folge finden im Rathaus Schwyz Sessionen des Kinderparlaments statt, an denen seit einigen Jahren auch Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk Küssnacht teilnehmen. Das Ziel dieser Aktivitäten ist es, Kindern und Jugendlichen möglichst objektiv und parteipolitisch neutral Einblicke in das politische System der Schweiz zu geben und ihr Interesse am politischen Geschehen zu wecken.

 

Initiative und Petition aus Merlischachen

An der Frühlingssession 2012 wurde im Kinderparlament das Thema UNICEF Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» behandelt. Als Folge davon haben Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen aus Merlischachen eine Unterschriftensammlung bei Schülern und deren Eltern durchgeführt. Mit ihrer Initiative fordern sie, dass sich der Bezirk Küssnacht um das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» der UNICEF bewerben soll.

Rund 60 Personen haben die Petition unterschrieben. Es sind dies einerseits die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen aus Merlischachen, anderseits auch Geschwister und Eltern. Die Petition wurde im Juni 2012 dem Schulpräsidenten Emil Looser übergeben.

Der Bezirksrat steht dem Anliegen aus Merlischachen wohlwollend gegenüber. Die politische Initiative der Schüler sei zu unterstützen und als Investition in die Zukunft politisch interessierter Bürger zu verstehen. «Die UN-Kinderrechtskonvention legt die Rechte der Kinder fest. Ihr Recht auf Teilnahme am politischen, ökonomischen und sozialen Leben einer Gemeinde soll vermehrt in den Blickpunkt der Küssnachter Bezirkspolitik rücken», so lässt der Bezirksrat verlauten.

 

In Etappen

Der Weg zur Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» führt in sieben Schritten zum gleich genannten Label, welches vier Jahre Gültigkeit hat und in einem ähnlichen Prozess erneuert werden kann. Das Label komme Kindern und Jugendlichen zugute, erhöhe im ganzen Bezirk die Lebensqualität und trage damit zur Standortattraktivität bei. «Gleichzeitig sind die wiederkehrenden Kosten zu berücksichtigen. Aus diesem Grund gibt der Bezirksrat einem etappierten Vorgehen den Vorzug. Er entspricht insofern dem Wunsch der Petitionäre aus Merlischachen, indem die ersten beiden Schritte (Fragebogen und Auswertung inkl. Präsentation), die zu einer Zertifizierung als ‹Kinderfreundliche Gemeinde› führen können, ausgeführt werden.» Der Entscheid, ob sich der Bezirk um die Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» der UNICEF bewerben will, soll nach Kenntnis der Resultate aus der Standortbestimmung gefällt werden.

 

In fünf Schritten zum Label «Kinderfreundliche Gemeinde»
1. Beantwortung eines umfangreichen Fragenkatalogs (Standortbestimmung)
2. Veranstaltung eines Workshops/einer Zukunftswerkstatt mit Kindern und Jugendlichen
3. Formulierung eines Aktionsplans
4. Evaluation der Gemeinde vor Ort
£5. Auszeichnung mit dem Label «Kinderfreundliche Gemeinde»

Was bringt die Auszeichnung den Gemeinden?
• Eine Standortbestimmung zur eigenen Kinderfreundlichkeit
• Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen auf kommunaler Ebene
• Mehr Lebensqualität für die ganze Gemeinde
• Imagepflege: Werbemöglichkeit mit dem Titel und dem Logo
• Vernetzung und Austausch mit anderen «Kinderfreundlichen Gemeinden» in der Schweiz

Standortbestimmung zur Kinderfreundlichkeit
Im Vordergrund des Prozesses auf dem Weg zu einer «Kinderfreundlichen Gemeinde» steht eine Standortbestimmung zur Kinderfreundlichkeit in Form eines Fragebogens, welcher von der UNICEF ausgewertet wird.
Kinderfreundlichkeit zeigt sich darin, wie Kinderrechte in
• Verwaltung und Politik
• Schule
• Familienergänzender Betreuung
• Kinder- und Jugendschutz
• Gesundheit
• Freizeit und Wohnumfeld
umgesetzt werden. Die altersgerechte Information der Kinder, der Einbezug ihrer Sicht in Plan- und Entscheidungsprozesse sowie die Förderung von Mitgestaltungsmöglichkeiten tragen zur Steigerung der Kinderfreundlichkeit einer Gemeinde bei.