Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Kleine Fürze (Kolumne)

Warum ist Furzen in der Öffentlichkeit eigentlich unanständig? Schon das Wort an und für sich hat etwas Verpöntes und der damit umschriebene Vorgang erst recht. Dabei ist Furzen ein menschlicher und dringend notwendiger Vorgang. Ob Jung, Alt, Mann oder Frau, jeder tut es.

Nur macht es einen wesentlichen Unterschied, wie alt man ist. Bei Babys werden Pupse sehnlichst erwartet und freudig kommentiert, bei Kindern im Vorschulalter sind Eltern über den florierenden Darm immer noch glücklich, auch wenn die Kommentare bereits etwas weniger euphorisch ausfallen. Spätestens mit dem Schuleintritt mutiert Furzen zum absoluten No-Go, an dem sich das ganze Leben lang nichts ändern wird. Obschon ein 80-Jähriger Mensch in diesem etwa 460‘000 Fürze lässt. Ob wer will oder nicht. Er muss. Denn Pupse werden durch Luft, Kohlendio-xid und einer Mischung von Gasen verursacht. Gas, das den Körper über den Anus verlässt. Pro Tag etwa 10 bis 25 Mal, sagt die Statistik.
Es gibt verschiedene Theorien über das Innehalten eines Furzes und dessen Folgen. Manche Experten sagen, es sei unschädlich, andere warnen vor möglichen schweren Krankheiten. In jedem Fall kann das Unterdrücken eines Pupses (und auch von Rülpsen), dafür sorgen, dass sich Gas aufbaut, wodurch Bauchschmerzen oder ein Völlegefühl entstehen können. Dann sitzt man dann mit völlig aufgeblähtem Bauch an der Sitzung, sieht aus wie eine Schwangere im achten Monat und fühlt sich rundum gequält. Und das nur, weil es die gesellschaftlichen Sitten von heute so vorschreiben. Das war schon mal anders. «Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket…?» Die Geschichtsschreiber sind sich nicht schlüssig, ob sie diese berühmte Äußerung Martin Luther oder Johann Wolfgang von Goethe zuordnen sollen. Spielt aber auch nicht wirklich eine Rolle. Es beweist, dass es Zeiten gab, da zählten gewisse Verhaltensweisen zur Normalität, die heute verwerflich sind. Gut, Normen und Werte verändern sich.
Es gab auch mal eine Zeit, da war es nicht unüblich, Frauen mit der Keule bewusstlos zu schlagen und in die Höhle zu zerren. Das wird heute auch nicht mehr so gerne gesehen. Daran werde ich denken, wenn ich das nächste Mal im Lift einen fahren lassen muss, und dabei den Blick unschuldig und etwas vorwurfsvoll auf die Mitfahrenden richten. Die Gesundheit geht vor.

linda.kolly@rigianzeiger.ch

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