Rigi Anzeiger
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Kolumne: Airbag

Ich komme nicht umhin, sie anzuschauen. Welch Lippen. Schön schmollmundig, aber auch schön geschwollen. So macht es zumindest den Anschein.

Kolly_kleinSelbstverständlich liege ich mit dieser Vermutung völlig daneben. Volle, pralle Kusslippen sitzen mir da gegenüber. Diese Luftkissen zu küssen – wie geht so was wohl? So prall wie die sind, muss sich das anfühlen wie ein Autoreifen oder ein Schwimmgurt, an welchem des Mannes Lippen gleich wieder abprallen. Airbag-Feeling sozusagen, aber das entsteht ja weiter unten.

Natürlich sind diese Lippen auf keinen Fall. Da hat der Schönheits-Doktor zugeschlagen, respektive gespritzt. Das, so habe ich mir sagen lassen, ist heute gang und gäbe. Der Gang zum Beauty-Doc so selbstverständlich, wie jener zum Figaro. Für grössere und fülligere Lippen lässt Frau gerne Hand anlegen und des Docs Konto anschwellen. Die häufigste Methode ist offenbar die Lippenunterspritzung. Mit eigenem Fett oder abbaubaren Substanzen wie etwa Kollagen. Diese Behandlung hält einige Monate. Was das konkret bedeutet, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Bauen sich die Substanzen unmerklich über die gesamte Zeitdauer ab, werden also von Tag zu Tag schlaffer, um dann irgendwann mal zum ausgelatschten, dünnen Strich zu werden?

Oder erfolgt das schnell und abrupt, etwa wie wenn beim Veloschlauch an einer undichten Stelle die Luft entweicht? Ich finde beide Vorstellungen einigermassen merkwürdig. Aber ich kann ja schliesslich auch der Idee, womöglich Popofett in meine Lippen zu spritzen, nicht wirklich Überzeugendes abgewinnen. Das wäre ja dann irgendwie, wie wenn ich meinen Hintern ins Gesicht verlagerte und Mann mir zur Begrüssung den Po küsste.

Dass Männer darauf stehen könnten, fällt schwer zu glauben, wo die sich schon mit dem Füsse küssen unglaublich schwer tun. Linda Kolly

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