Rigi Anzeiger
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Kolumne: China und die Schweiz

Am Europa-Forum in Luzern, dass diese Woche in seiner 23. Auflage über die Bühne des KKL ging, äusserte sich WU Ken, der Botschafter der Volksrepublik China in der Schweiz, zur Rolle Chinas in einer globalisierten Welt und gegenüber Europa, wobei er auch einen besonderen Blick auf das Verhältnis der aufstrebenden Weltmacht zu unserem Lande warf.

Er hielt fest, dass die Schweiz zu den ersten westlichen Ländern zählt, die mit dem Neuen China kurz nach seiner Gründung diplomatische Beziehungen aufgenommen hat. «Seit 62 Jahren haben sich die bilateralen Beziehungen insgesamt gut entwickelt, die sich im gegenseitigen politischen Vertrauen, intensiven hochrangigen Besuchsaustausch, gut funktionierenden verschiedenen Dialogs- und Konsultationsmechanismen niederschlagen», präzisierte der chinesische Diplomat. Er fügte weiter an, dass in den Vereinten Nationen sowie andern internationalen Organisationen und bei internationalen Angelegenheiten China und die Schweiz auch gute Koordination und Kooperation pflegen.

Das bilaterale Handelsvolumen steigt kontinuierlich und stellte im Jahr 2011 einen neuen Rekord von über 30 Mrd. US-Dollar mit einer Zuwachsrate von 50 Prozent auf, trotz der schwierigen Wirtschaftssituation in Europa. WU Ken meinte zum bilateralen Freihandelsabkommen, dass die betreffenden Verhandlungen gut voran schreiten. «Die Schweiz könnte das erste europäische Land werden, das mit China ein Freihandelsabkommen abschliessen würde», gab sich der Botschafter optimistisch. Er erinnerte ferner daran, dass im laufenden Jahr beide Länder Kooperationsvereinbarungen für Umweltschutz und Hochschul-Bildung unterzeichnet haben. Als besonders erfreulich bezeichnete er die Dynamik des beiderseitigen Personenaustausches. Letztes Jahr haben knapp 400000 chinesische Touristen die Schweiz bereist. Mehr als 70000 Schweizer reisten nach China. WU Ken erinnerte daran, dass 2011 an der Universität Genf das erste Konfuziusinstitut der Schweiz eröffnet wurde. Die Universität Basel bereitet sich zurzeit auf die Gründung des zweiten Konfuziusinstitutes vor.

China misst seinen Beziehungen zur Schweiz grosse Bedeutung bei. «Die Schweiz liegt in der Mitte von Europa und verfügt als Nicht-Mitglied der EU über eigenartige Standortvorteile. Die Intensivierung der Beziehungen zwischen China und der Schweiz entspricht nicht nur den Interessen beider Länder und Völker, sie wird auch neue Impulse für die chinesisch-europäischen Beziehungen bringen», meinte der Redner optimistisch.

Der chinesische Diplomat verwies abschliessend auf den gegenwärtig stattfindenden Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas, der eine neue Epoche der Reform, Öffnung und Modernisierung einleiten soll.

Roger Manzardo