Rigi Anzeiger
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Kolumne: Durchgebrannte Sicherung

So ein WAB-Kurs sei die dümmste Erfindung, völliger Leerlauf, Schikanierung der Jugend, nur Abzockerei.

Kolly_kleinMein Nachwuchs ärgert sich lautstark am Familientisch. Im Moment ist es allerdings schwierig zu beurteilen, welcher Ärger grösser ist: jener über den WAB-Kurs oder jener über Mutters dämliche Nachfrage, was denn ein WAB-Kurs ist. Welch Schande, die weiss das nicht. Ist aber entschuldbar, bei der Fülle an Kürzeln, die einem penetrant begegnen. AHV, CEO, MFK, MMS, SMS, PUK, EU, WM, LAN und UFO…die Fantasie der Urheber scheint unerschöpflich. Wer kommt schon auf Anhieb darauf, dass WAB für Weiterausbildungs-Kurse steht. Ich hab gar nicht gewusst, dass es den Begriff «Weiterausbildung» als solchen gibt. Da hat das BAV wohl einen Kreativitätsschub durchgemacht.

Für den Nachwuchs ist das kein Thema. Das Obligatorium der Weiterausbildung für Neulenker macht sauer. Zwei Kurstage mit dem Ziel, gefährliche Verkehrssitua-tionen in der Entstehung zu erkennen und zu vermeiden und umweltgerechtes Fahren zu lernen. Eine gute Sache, findet die besorgte Mutter. Das kommt freilich nicht gut an. Auch nicht der Hinweis, dass wir hierzulande auf sehr hohem Niveau klönen. Lebten wir in Afghanistan, wäre mein weiblicher Nachwuchs entzückt über ein solches Obligatorium. Eine einzige Fahrlehrerin gibt’s in Kabul, rund 300 Frauen hat sie das Autofahren beigebracht. Ein mutiger Schritt in die Freiheit. Denn Frauen am Steuer sind in Afghanistan die Ausnahme. Nur wenige schaffen es, sich gegen Ehemann oder Vater durchzusetzen. Erst seit 2003 dürfen Frauen hier Autofahren. Doch die Kultur ändert sich langsamer als die Gesetze. Die Fahrlehrerin hat zwei von ihren Töchtern das Fahren beigebracht, doch nach der Heirat haben es ihnen die Ehemänner verboten. Aufgeben kommt für die Fahrlehrerin dennoch nicht in Frage. Im Gegenteil, eine gute Autofahrerin werden heisst für sie, mehr Selbstbewusstsein erlangen, auf eigenen Füssen zu stehen. Deswegen gehört zu ihrer Fahrschule auch eine Werkstatt, in der Motorteile und Einzelstücke der Hydraulik ausgestellt sind. Technik ist Teil des Kurses. In Afghanistan gibt es keinen TCS oder Kundenservice. Jeder ist sein eigener Mechaniker. So sind die Frauen auch in der Lage, Reifendruck und Wasserstand selbst zu kontrollieren oder Luftfilter und Sicherungen auszutauschen. Nur an jene ihrer Männer kommen sie nicht ran. Linda Kolly

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