Rigi Anzeiger
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Kolumne: Kleine Freuden

Die Kolonne am Skilift ist unvermeidlich, aber eigentlich gut zu ertragen, weil absehbar. Skihasen, Snowboarder, Touristen, Normalos – alle stehen sie da, Skischuh an Skischuh, jeder Millimeter perfekt ausgenutzt.

Kolly_kleinDas System funktioniert gut, so lange sich alle an minimalste Grundregeln halten. Aber natürlich gibt es auch hier, warum sollte es auch anders sein, stets ein paar ganz Schlaue, die vor lauter cooler Skibrille weder links noch rechts blicken, infolgedessen die anderen Anstehenden leider nicht wahrnehmen können. Und die Sicht geradeaus scheint ebenfalls etwas getrübt zu sein, anders ist das tölpelhafte Rumstehen auf meinen Skiern nicht zu erklären. Die fremden Ellbogen in Nachbars Rippen auch nicht.

Drängler allenthalben präsent, unangenehm und völlig überflüssig. Egal in welcher Form, sie einem begegnen. Und sie tun es. Täglich. Die Frau in der Apotheke. Sie schleicht sich von hinten an, schaut scheinbar teilnahmslos im Geschäft umher, um dann blitzschnell hervorzuschnellen, wenn die Assistentin nach dem «Nächsten an der Reihe» fragt. Gegen böse Blicke sind solche Damen immun, und sanften Hinweisen darauf, dass sie bestimmt nicht an der Reihe sind, begegnen sie mit einem unschuldigen und vermeintlich erstaunten «Ach, entschuldigen Sie, ich hab Sie gar nicht gesehen». Ja, logisch, bei so viel anstehenden Menschen, kann man den einen oder anderen leicht übersehen.

Und der andere, der penetrant an der Stossstange klebt, seine Scheinwerfer sind in meinem Rückspiegel nicht mehr sichtbar. Sein nervöses Lichtgehupe kommt nicht wirklich gut an. Mein Tacho zeigt ein paar Kilometer über den erlaubten 120 Kilometern pro Stunde an. Schneller gehts nun mal nicht, vor mir geben ein paar weitere Autos das Tempo vor. Rechts neben mir verhindert ein Lastwagen den sofortigen Spurwechsel, und dann ein Lieferwagen und sowieso, heute herrscht viel Verkehr. Daran kann auch der Drängler nichts ändern. Der nervt weiter, ich setze zum Spurwechsel an. Der Drängler verdankts mit Gesten, aber keinen anständigen.
Wo steht noch gleich der Radarkasten? Manchmal sind die kleinen Freuden die schönsten. Linda Kolly

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