Rigi Anzeiger
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Kolumne: Männersache

Eine reine Männerdomäne ist das zwar nicht mehr, Frauen könnten schon lange Krawatten tragen. Tun es aber nicht.

Kolly_kleinOb es mit grösserem Modebewusstsein des weiblichen Geschlechts zu tun hat, mit Stilbewusstsein oder mit Freiheitsdrang, lässt sich in Kürze nicht abschliessend beantworten. Ich persönlich stelle mir so einen Knoten an der Halsgurgel ziemlich unbequem vor. Und wirklich Gefallen finde ich an den unvorteilhaft die Bierbäuche betonenden Stoffstreifen auch nicht. Doch laut Stilberater sind die Dinger nach wie vor fester Bestandteil eines Businessoutfits, setzen selbstbewusste Farbakzente. Die Krawatte steht für Verantwortung, Ästhetik und Seriosität, soll gar die Persönlichkeit und Stimmung des Trägers ausdrücken.

Von wegen. Gemessen an der Häufigkeit der gesichteten Streifenmuster müssen die Businessherren ziemlich gleicher Art und Laune sein. Die dezenten, wenn auch langweiligen Muster, sind mir dennoch lieber als irgendwelche vermeintlich lustige Tiermotive oder Comicfiguren. Tanzende Giraffen auf dem gestreiften Hemd, unter dem sich Unterhemd und Bierbauch abzeichnen, solche Kombinationen sind nicht mal an der Fasnacht toll. Sollte schlichtweg verboten werden. Ohne dabei an das Krawattenverbot zu denken, das in gewissen Ländern herrscht. In einigen islamischen beispielsweise gelten Krawatten als Zeichen westlicher, respektive «christlich-jüdischer» Dekadenz. Im Iran gibt es gar ein gesetzliches Krawattenverbot. Aber immerhin ist es den Herren der Schöpfung erlaubt, ihr Gesicht und die Haare zu zeigen. Auch wenn die Frisur traditionell sein muss. Gel im Haar oder Strubbellook kommt ganz schlecht an. Würde wohl ohnehin als schwul angesehen, womit sich ein weiteres Problem eröffnete.

Wie herrlich einfach ist doch unser Leben, wo ewig schräg gestreifte Binder über den Bäuchen hängen. Linda Kolly

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