Rigi Anzeiger
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Kolumne: Massregeln

Das neue Führungsduo schien bestens zu harmonieren. Seit der Verpflichtung von Carlos Bernegger als Trainer gab es für den FC Luzern, fussballsportliches Aushängeschild der Zentralschweiz, keine Niederlage mehr.

manzardo_kleinDie aussichtslose Lage in den hintersten Rängen der Tabelle verbesserte sich stetig bis zur ersehnten Rettung vor der Relegation. Der FCL verschaffte sich wieder Respekt im Konzert der Raiffeisen-Superleague. Und als dann einige Zeit später mit Alex Frei der neue Sportdirektor seinen Job antrat, waren die Voraussetzungen für weitere sichtbare positive Entwicklungsschritte des neu motivierten FCL-Kaders gegeben. In der bis anhin so virulenten Chefetage ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Investoren Ihrerseits hatten keinen Grund mehr, in das sportliche Geschehen einzugreifen.

Bis dann etwas Unerwartetes geschah. Der Sportdirektor massregelte den Chefcoach insofern, als er ihm untersagte, sich zusammen mit der erfolgreichen Mannschaft jeweils nach Ende der Spiele den jubelnden Fans zu präsentieren. Diese öffentliche Massregelung wurde nicht überall verstanden und sorgte für fragenden Gesprächsstoff in der Fussballszene. Man solle den Beifall und den Applaus ungeteilt der erfolgreichen Mannschaft überlassen, war die Meinung des Sportdirektors. Als ob der Trainer durch sein taktisches, technisches und vor allem psychologisches Coaching nicht unbedingt zum Erfolg beigetragen hätte, ist man als Aussenstehender geneigt zu denken.

Solche interne «Differenzen», wie sie jetzt nach der Erfolgsserie zutage getreten sind, wären besser mit einem klärenden Gespräch unter vier Augen bereinigt worden. Es wäre der Sache dienlicher gewesen. Der Sportdirektor und der Chefcoach hätten sich sicher gefunden, ohne dass sich wieder Sand ins FCL-Getriebe eingenistet hätte.

Oder will der ehemalige Torschützenkönig und frühere Star des FC Basel am Erfolg «seines» FCL ebenfalls sichtbar Teil haben?

 

Roger Manzardo