Rigi Anzeiger
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Ungerecht

Warum haben Männer keine Cellulite? Weils nicht schön ist. Die Männer grinsen von Herzen über dieses Witzchen aus dem Leben, wir Frauen finden es weniger lustig.

Kolly_kleinDabei täten wir gut dran, uns mit den Grübchen an den Oberschenkeln abzufinden. Doch mit zuverlässiger Regelmässigkeit herrscht medialer Cellulite-Alarm. Pippa, Halle Berry und Jennifer Lopez, es trifft sie alle. Verwunderlich ist das nicht. Dass eine Frau im Laufe ihres Lebens Dellen an Oberschenkeln, Po oder Bauch entwickelt, ist so wahrscheinlich, wie dass ihr Brüste wachsen. 90 Prozent aller Frauen über 20 Jahren haben Anzeichen für Orangenhaut.

Männer hingegen bekommen dicke Bäuche, aber in der Regel keine Cellulite. Die Natur hat das so gewollt. Die dickere männliche Haut hat ein höheres Wasserbindungsvermögen, was die Haut gespannter und fester aussehen lässt. Fettreserven lagern sie vor allem zwischen den Organen im Bauchraum. Weibliche Sexualhormone hingegen lenken die Reserven bevorzugt unter die Haut an Po und Oberschenkeln. Voila. So einfach ist das. Das jährliche, vor der Badesaison epidemieartig sich ausbreitende Anti-Dellen-Programm mit schweisstreibender Bauch-Beine-Po-Gymnastik, stundenlangen Creme-Massagen und klebrigen Packungen – Frau kann es sich sparen. Wie stark die Cellulite ausfällt, ist genetisch programmiert. Haut, Durchblutung, Wassereinlagerungen, Bindegewebe, viele Faktoren spielen eine Rolle. Sport und gesunde Ernährung können das Hautbild zwar etwas glätten. Doch bei entsprechender Veranlagung müssen sich selbst dünnste Sportlerinnen mit Dellen abfinden.

Also meine Herren, sparen wir uns die Witzchen und orientieren wir uns stattdessen an der Gelassenheit der Vergangenheit. Ende des 16. Jahrhunderts malte Peter Paul Rubens seinen drei Grazien eine regelrechte Kraterlandschaft auf die Oberschenkel. Das waren doch noch Schönheitsideale. Linda Kolly

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