Rigi Anzeiger
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Kritische Fragen zu neuen Schulräumen in Root

Root: Am Dienstag, 22. September, findet in Root eine ausserordentliche Gemeindeversammlung in Root statt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dann über einen Sonderkredit von 3 Millionen Franken für den Erwerb eines Schul- und Wohngebäudes und einen Projektierungskredit von 197 000 Franken zu befinden. Mehr dazu erfährt ihr hier. Zudem beantwortet Roots Gemeindepräsident Heinz Schumacher ein paar kritische Fragen.

cek. Mit der Einführung des zweijährigen Kindergarten mangelt es in vielen Gemeinden an Schulräumen. So auch in Root. Hier müssen auf Beginn des Schuljahres 2016/17 ein zusätzlicher Kindergarten erstellt werden. Falls weit über 80 Prozent den zweijährigen Kindergarten besucht, braucht es weitere zwei Kindergarten. Eine Lösung fand der Gemeinderat in einem schlüsselfertigen Gebäude, das die Wohnbau Root AG (Tochtergesellschaft der Schmid Gruppe, Ebikon) zwischen der Raiffeisenbank und dem Röseligarten am Wilweg 3 erstellt. Darin soll es nebst zwei Kindergarten auch einen Spielgruppenraum geben. Sie sind ergänzt mit Kochnischen, Mehrzweck-, Material- und Geräteraumen sowie sanitären Anlagen usw.. Das Attikageschoss soll je nach Bedürfnis für die Verwaltung oder die Schule genutzt werden. Das vierstöckige Gebäude mit 5 Aussenparkplätzen, Spielfläche und Containerplatz kann die Gemeinde für 2,9 Millionen Franken kaufen. 100 000 Franken würden allfällige Ausbauten sowie die Möblierung kosten. Kommenden Dienstag haben die Rooterinnen und Rooter an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung über den Erwerb des Gebäudes und den damit verbundenen Sonderkredit von 3 Millionen Franken zu befinden.

Erweiterung des Schulhauses Oberfeld

Aufgrund der Schulraumplanung mangelt es auch beim Schulhaus Oberfeld an Räumen. Hier sollen auf den Beginn des Schuljahres 2018/19 ein Kindergarten und zwei Primarschulzimmer realisiert werden. Für die Projektierung dieser Schulhauserweiterung beantragt der Gemeinderat ebenfalls an der kommenden ausserordentlichen Gemeindeversammlung einen Sonderkredit von 197 000 Franken. Im Sommer 2016 kommt dann auch der Baukredit an der Urne zur Abstimmung. Bis dato liegt eine grobe Schätzung der Kosten von rund 3 Millionen Franken vor.

 

Nachgefragt bei Heinz Schumacher, Gemeindepräsident Root

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident Root

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident Root

Heinz Schumacher, rund 3 Millionen Franken für den Erwerb eines Gebäudes und schätzungsweise weitere 3 Millionen Franken für die Erweiterung des Schulhauses Oberfeld. Kann sich das Root leisten?

Da wir ab dem nächsten Jahr den zweijährigen Kindergarten anbieten müssen, ist der Bedarf nach weiterem Schulraum gegeben. Das Grundstück Wilweg 3 liegt in unmittelbarer Nähe zu den öffentlichen Gebäuden und der Schulanlage im Dorf. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir diesen Platz für die Gemeinde sichern. Das Gebäude ist so geplant, dass zwei vollwertige Kindergärten bezogen werden können. Auf dem Attikageschoss wird eine schöne Wohnung zu vermieten sein. Dies wird uns bei der Finanzierung sicher auch entlasten. Zurück zu Ihrer Frage: Ja, wir können dies finanzieren.

Zusätzliche Kindergärten ziehen auch höhere Personalkosten nach sich. Müssen die Rooterinnen und Rooter mit einer Steuererhöhung rechnen?

Unser Finanzplan sieht in den nächsten vier Jahren keine Steuererhöhung vor. Über diesen Zeitraum hinaus einen gleichbleibenden Steuerfuss zu versprechen, wäre zum heutigen Zeitpunkt reine Spekulation, da massgebliche Einflussfaktoren noch nicht bekannt sind. Klar ist auch, dass es aufgrund der bisherigen Steuerentlastungen (Steuergesetzrevision, Wegfall der Liegenschaftssteuern, ect.) für uns anspruchsvoll bleibt, eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren. Fakt ist aber, dass wir den Bedarf auf zusätzlichen Schulraum haben und diesen auch zur Verfügung stellen müssen.

Wäre es nicht einfacher nur das Oberfeld mit den erforderlichen Räumen zu erweitern?

Die Schulräume für den Kindergarten sowie die Primarklassen sollten nach Möglichkeit dort angeboten werden, wo die Kinder auch wohnen und daheim sind. So können wir lange Schulwege und Schulbuseinsätze vermeiden. Aus diesem Grund haben wir uns in Root damals auch für das Quartierschulhaus Oberfeld entschieden. Die prognostizierten Schülerzahlen zeigen, dass wir mindestens einen Kindergarten im Dorf brauchen. Darum ist es auch wichtig, dass wir das Gebäude Wilweg 3 kaufen. Wir haben übrigens auch verschiedenen Möglichkeiten wie die Erstellung eines Pavillons auf dem Schulareal, eine Zwischenlösung im Röseligarten oder das Mieten von Wohnungen überlegt. Aber auch diese Lösungen haben ihren Preis und sind, weil Provisorien, nicht kostengünstig. Mit der langfristigen Variante wie eben dem Kauf der Liegenschaft Wilweg 3 und Erweiterung der Schulanlage Oberfeld sind wir sicher auf dem richtigen Weg.

Sind Sie sicher, dass die geplanten Schulräume bis ins Jahr 2027/28 reichen?

Ja, mit der geplanten Schulraumerweiterung werden wir genügend Schulzimmer zur Verfügung haben.

Woher nehmen Sie diese Gewissheit?

Die Schule arbeitet mit einem Tool, welche alle Parameter der zukünftigen Schülerzahlen für die nötigen Schulräume erfasst. Hier sind auch die Bautätigkeiten mitberücksichtigt. Somit können wir ziemlich genau berechnen, welche Schulräume wir in der nahen Zukunft anbieten müssen. Vorbehalten bleiben allfällig noch nicht bekannte Schulreformen des Kantons, welche Einfluss auf die Klassengrössen und Schulangebote haben könnte