Rigi Anzeiger
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Küssnacht: Kleine Schauspieler ganz gross!

Erstklässler aus Küssnacht im Theaterpavillon Luzern

Mit grosser Spielfreude zeigt die 1. Primarklasse vom Schulhaus Seematt 1 im Rahmen der Luzerner Schultheatertage auf der Tribschenbühne «Die Geschichte vom Hofbäcker». Und ganz verblüffend, auf Hochdeutsch!

Am Freitagvormittag, 13. Juni gehen im Theaterpavillon Treibhaus drei von Primarklassen selbst entwickelte Theaterstücke über die Bühne. Auf der Zuschauertribüne sitzen viele Kinder, welche ihre jungen Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Bühnenauftritt verfolgen wollen. Das hätte sicher auch dich interessiert. Zuerst spielt die 3. Klasse aus Sachseln «Komm, wir finden einen Schatz!» Es geht in diesem Stück um die Frage, ob wirklich der Reichtum auf Erden das grösste Glück ist. Und dann folgt die 1. Klasse aus Küssnacht mit ihrer Lehrerin Carmen Hofstetter-Arnet. Sie bringen «Die Geschichte vom Hofbäcker» auf die Bühne. Seit Jahren liefert der beste Bäcker des Landes die schmackhaften Brötchen an die königliche Frühstückstafel. Doch eines Tages wird in der Bäckerei die Milchkanne umgestossen. Und es kommt, wie es kommen muss: In seiner Not benutzt der Bäcker Wasser statt Milch. Schon die Wachmänner des Königs stellen fest, dass die Brötchen ganz hart sind. Was meint wohl der König? Er erteilt der Backmannschaft einen besonderen Auftrag: «Wenn ihr es schafft, bis zum nächsten Morgen ein leckeres Gebäck herzustellen, durch das die Sonne dreimal scheinen kann, soll euch verziehen sein.» In der Backstube macht man sich sofort an die knifflige Aufgabe. Als der Bäcker die Hoffnung schon aufgegeben hat, wirft er das letzte Stück Teig, das er zu einem langen Strang gedreht hat, wütend auf den Tisch. Und siehe da! Das verdrehte Ding wird rasch in den Ofen geschoben und ausgebacken. Da entpuppt sich das verdrehte Ding, das wir heute alle als Brezel kennen, als wohlschmeckendes Gebäck, durch das die Sonne dreimal hindurchscheinen kann.
Diese spannende Geschichte spielen die Erstklässler mit einem einfachen Bühnenbild. Rechts auf der Bühne ist eine Backstube, wo auf einem Tisch echter Teig geknetet wird. In der Mitte prüfen auf einem Podest zwei Wachmänner jeweils die Brötchen, die an den Königshof geliefert werden. Und an einem vornehmen Tisch links tafelt der König mit seinem Gefolge. Die Erstklässler ernten für ihre schauspielerischen Leistungen von den Zuschauenden grossen Applaus.
Die Lehrerin, Carmen Hofstetter-Arnet berichtet: «Das Jahresthema der Schultheatertage heisst ‹Suchen und Finden›. Ich habe mich mit meinen Erstklässlern auf die Suche nach einem Stück gemacht, das passen könnte. Wir haben uns auf ein Stück eingelassen, das zwei Elemente enthält, die dem Denken der Kinder entsprechen, nämlich eine Backstube und ein Schloss mit einem König. Wir gingen miteinander in eine Küssnachter Backstube, um den Betrieb hautnah erleben zu können. Und dann haben wir angefangen zu proben, zuerst mit einfachen Ausdrücken, dann laut und deutlich sprechen, einander anschauen. Alle wie ein König laufen oder Teig herstellen. Die ganzen Vorbereitungen und das Üben haben die Kinder gestärkt in ihrem Selbstbewusstsein.»
Ursula Ulrich, die seit 2006 die Zentralschweizer Schultheatertage leitet und betreut, hält fest: «Theater ist etwas, was ein Grossteil der Kinder gerne macht. Uns ist ganz wichtig, immer wieder Theaterformen zu finden, die den Kindern entsprechen. Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass Kinder nicht wie Erwachsene Theater spielen möchten, nämlich einen Text lernen und diesen auf die Bühne bringen, sondern Kinder und Jugendliche haben die grosse Fähigkeit, selber Geschichten zu erfinden, selber Rollen zu erfinden, ihre Lieblinge von Figuren zu kreieren. Uns ist es ein grosses Anliegen, Lehrpersonen zu begleiten, dass sie ihren Kindern die Möglichkeit geben können, eigenen Themen, eigenen Figuren, eigenen Spielwünschen nachzugehen und das alles zu einem Theaterstück zu verweben. Es kann sein, dass man von einer Geschichte ausgeht, darin Personen ergänzt oder herausstreicht. Oder man beginnt mit einem Gestaltungsspiel. Man spielt mit Material, baut Räume, macht Musik und entwickelt daraus eine Geschichte. Das sind nur ein paar Ideen, Zugänge, wie eine Klasse mit der Lehrperson zusammen etwas Kreatives auf die Bühne bringen kann. Einfach Texte auswendig lernen, das ist für viele Kinder eher unangenehm.»

In der Backstube werden eifrig feine Brötchen aus echtem Teig für das Königshaus geknetet.

In der Backstube werden eifrig feine Brötchen aus echtem Teig für das Königshaus geknetet.

Nachdem der grosse Wurf mit dem Backen der Brezel geglückt ist, zeichnet der König (rechts) den Bäcker und seine Gehilfinnen mit einer Medaille aus.

Nachdem der grosse Wurf mit dem Backen der Brezel geglückt ist, zeichnet der König (rechts) den Bäcker und seine Gehilfinnen mit einer Medaille aus.

Nach der Vorstellung ihrer «Geschichte vom Hofbäcker» erhalten die Erstklässler auf der Bühne viel Applaus für ihre Darbietung.

Nach der Vorstellung ihrer «Geschichte vom Hofbäcker» erhalten die Erstklässler auf der Bühne viel Applaus für ihre Darbietung.

Drei Akteure zu ihren Rollen: «Mir hat die Rolle als Bäckerin (Mädchen Mitte) gefallen. In der Bäckerei konnten wir verschiedene Brötchen aus echtem Teig machen.» «Ich war eine Wache (Knabe rechts). Ich durfte die Brötchen probieren. Die ersten waren ganz fein, die Wasserbrötchen aber hart. Am Schluss hatten wir einen Brezelkönig und wir duften uns vor dem Publikum verneigen.» «Ich war der König. Ich bin so gross und kräftig, deshalb habe ich diese Rolle erhalten. Das hat mir gut gefallen.»

Drei Akteure zu ihren Rollen: «Mir hat die Rolle als Bäckerin (Mädchen Mitte) gefallen. In der Bäckerei konnten wir verschiedene Brötchen aus echtem Teig machen.»
«Ich war eine Wache (Knabe rechts). Ich durfte die Brötchen probieren. Die ersten waren ganz fein, die Wasserbrötchen aber hart. Am Schluss hatten wir einen Brezelkönig und wir duften uns vor dem Publikum verneigen.»
«Ich war der König. Ich bin so gross und kräftig, deshalb habe ich diese Rolle erhalten. Das hat mir gut gefallen.»