Rigi Anzeiger
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Kunstrasen beschäftigt Gemeinderat weiter

FC Adligenswil machte mobil und über 330 kamen

Debatten des vom FC Adligenswil (FCA) gewünschten Kunstrasens zogen in den vergangenen Wochen weite Kreise. Diskrepanzen zwischen den Zahlenangaben der Gemeinde und des Fussballclubs liessen die Fronten erhärten. Anders sah es an der Gemeindeversammlung aus, als nach wortreichen Debatten und einem anschliessenden «Ja», der Gemeinderat und der FCA eine Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Kunstrasen-Projektes bekundeten.

Über 300 Stimmberechtigte erschienen zur Gemeindeversammlung in Adligenswil. Vereinzelt trafen Personen nach der Absegnung der Rechnung ein. 335 waren es letztendlich. Der Grund des grossen Aufmarsches war klar: Bereits im Vorfeld hatte der FC Adligenswil offenbart, dass er Leute für diese Versammlung mobilisieren wird, um möglichst viele Stimmen für ihr Kunstrasen-Projekt zu gewinnen. Vorerst galt es aber die Wogen zu glätten, die seit Wochen hoch schlugen. Unterschiedliche Zahlen kursierten über die Kosten und den Unterhalt des Kunstrasens für ein Fussballfeld im Löösch. An der Versammlung betonte Gemeinderat Peter Kälin: «Die Haltung des Gemeinderates hat nichts damit zu tun, dass wir grundsätzlich gegen den FCA sind. Es geht auch nicht um Feindbilder.» Bekanntlich lehnte der Gemeinderat den gewünschten Kunstrasen vor allem aus finanzpolitischen Gründen ab. Viel Herzblut vergoss Franz Rigert, Präsident des FC Adligenswil und Kopf des Initiativkomitees «Ja zum Projekt Kunstrasen» in seiner darauffolgenden Rede. «Über das Projekt, die Kosten und die Finanzierung werden sie bei Annahme der Initiative spätestens in einem Jahr, wenn konkrete Zahlen vorliegen, nochmals entscheiden können», richtete er sich unter anderem an die Anwesenden. Unterstützung erhielt er von allen Parteien. GLP-Präsident Olivier Bucheli wünschte jedoch, dass sich der FCA mit mehr als nur 200’000 Franken an den Kosten beteiligt. Seitens der SP bekundete Jörg Meyer: «Wir geben keinen Freipass für 2,2 Millionen Franken zur Erstellung eines Kunstrasen, aber ein Ja für den Sport. Wir kennen unseren Gemeinderat, der wird ein gutes Projekt ausarbeiten.» Mit 2,2 Millionen rechnete der Gemeinderat für die Erstellung des Kunstrasens. Klare Zahlen erwartete die FDP, namentlich deren Präsident Dominique Rohner. Ein Votum aus der Versammlung, die die Analysen des FCA zum Kunstrasen im Allgemeinen in Frage stellte, hatte keinen Einfluss darauf, dass die 335köpfige Versammlung grossmehrheitlich der Initiative mit folgendem Wortlaut zustimmte: «Erstellung und Finanzierung eines Kunstrasenfeldes auf dem oberen Trainingsfeld im Sportareal Löösch in Adligenswil mit Baubeginn bis spätestens 2014. Der Kunstrasenplatz muss mindestens den Zulassungsbestimmungen der Amateur-Liga vom 1. Juli 2006 entsprechen. Die Spielfeldmasse sind gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Fussballverbandes für Verbandsspiele der Amateur-Liga auszuführen.»

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Die AdligenswilerInnen stimmten klar Ja für das Kunstrasen-Projekt.

 

 Steuererhöhung in Diskussion
Die Rechnung 2012 stand ebenso im Mittelpunkt der Gemeineversammlung. Gemeinderat Markus Sigrist eingangs zu diesem Traktandum: «Es ist unerfreulich. Der Gemeinderat muss erstmals nach acht Jahren eine Rechnung mit einem erheblichen Defizit präsentieren.» Dieses betrug per Ende 2012 über 835000 Franken. Ohne Entnahmen aus dem Armen- und dem Steuerausgleichfonds (siehe auch Bericht des «Rigi Anzeiger» vom 28. März 2013) wäre ein Verlust von 1,465 Millionen Franken zu verzeichnen gewesen. Das Defizit ist vor allem auf einen erheblichen Minderertrag von über einer Million Franken bei den Gemeindesteuern zurück zu führen. Bereits im Vorfeld der Versammlung forderte die Controlling-Kommission in der Abstimmungsbroschüre den Gemeinderat auf, Massnahmen zu ergreifen, um das Defizit nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Deren Präsidentin Marion Maurer ergänzte vor den 335 Stimmberechtigten: «In den nächsten Jahren wird es darum gehen, zu klären, welche Leistungen die Gemeinde im Rahmen ihrer Möglichkeiten erbringen soll. Eine Erhöhung des Steuerfusses kann nicht ausgeschlossen werden.» «Bevor über eine allfällige Steuererhöhung Gedanken gemacht werden, sollte zuerst die Ausgabenseite näher beleuchtet werden», meinte Roger Rölli, Präsident der SVP Adligenswil. «Eine allfällige Steuererhöhung wird uns im Herbst beschäftigen», merkte CVP-Präsident Herbert Joller an und bezog sich damit auf die Budgetversammlung. Franziska Hufschmid Schmid, Grüne-Präsidentin, wünschte vom Gemeinderat, dass insbesondere nicht in den Bereichen Kinder, Jugendliche, Alter und Kultur der Sparhebel angesetzt werde. Jörg Meyer von der SP befürchtete gar eine negative Sparspirale. Dominique Rohner (FDP) akzeptierte einen gewissen Leistungsabbau. «Braucht es wirklich eine Dorfplatzgestaltung», fragte er etwa in den Raum. GLP-Präsident Olivier Bucheli erwog eine Steuererhöhung in Betracht zu ziehen. Gegen die Rechnung und die Verrechnung des Defizits über das Eigenkapital stemmte sich jedoch niemand, auch nicht aus der Versammlung.

Tschuppert kehrt zurück
Mit einer Hiobsbotschaft überraschte gegen Ende der Versammlung Gemeindepräsidentin Ursi Burkart-Merz: «Franz Duss teilte uns vor einem Monat seinen Rücktritt als Gemeindeschreiber mit. Er wird im Sommer eine neue Stelle bei der Stadt Luzern antreten.» Keineswegs seien es Differenzen, die Duss zum Rücktritt verleitet hätte. Die Zusammenarbeit mit ihm sei hervorragend gewesen, nahtlos auch der Übergang vom früheren Gemeindeschreiber Walter Tschuppert, führte Burkart aus. Franz Duss war während 21 Jahren Gemeindeschreiber-Substitut und knapp ein Jahr Gemeindeschreiber in Adligenswil. Tschuppert wird nun übergangsweise die Vakanz im Sommer übernehmen, bis der Gemeinderat einen neuen Gemeindeschreiber gefunden hat.