Rigi Anzeiger
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Lärm reduziert, Sicherheit erhöht

Adligenswil: Die Temporeduktion von 50 auf 30 km/h bewährt sich. Das sagt Markus Sigrist, Gemeinderat Adligenswil und zuständig für die neue 30km-Zone im Dorfzentrum.

Markus Sigrist, wie waren die bisherigen Reaktionen aus der Bevölkerung auf die 30km/h-Zone?
Auf unsere Veröffentlichung als Kantons-publikation und im Info-Adlige hatten wir keine Reaktionen. Nach der Realisierung trafen bei uns sowohl positive wie negative Rückmeldungen ein. Dies erstaunt nicht, hatten wir doch auch bei der Bevölkerungsumfrage zum Siedlungsleitbild 2010 20Prozent skeptische Rückmeldungen für eine Temporeduktion, die damaligen Gegner melden sich heute einfach erneut zu Wort.

Ist die Tempovorgabe bereits rechtskräftig?
Ja, nach Ablauf der Beschwerdefrist (Kantonsblattpublikation vom 16.8.2014) wurden die Markierungen und Signalisation Anfang Oktober erstellt und somit rechtskräftig

Wie viel haben die getroffenen Massnahmen gekostet?
Die Mehrkosten für die gesamten Signalisation betragen rund 5300 Franken. Die zurückgestellte Gesamtsanierung inklusive Rad-/Gehweg etc. wäre auf 2,1 Millionen Franken gekommen, wovon die Gemeinde 1,4 Millionen hätte übernehmen müssen.

Wie lange soll die Zone bestehen bleiben?
Sie gilt als Versuch und wird im September 2015 evaluiert. Wir nehmen gerne Rückmeldungen dazu entgegen.

«Welche kantonale Stelle hat diese Zone für welchen Zeitraum bewilligt?
Für Versuchsstrecken gilt ohne spezielles Gesuch eine Zeitdauer von einem Jahr.

Weshalb hat der Adligenswiler Gemeinderat bis heute weder offiziell über die Schaffung dieser Zone informiert, noch Details dazu bekannt gegeben?
Der Gemeinderat hat in folgender Weise zu Tempo 30 kommuniziert: Im Info vom August 2014 wurde über die bevorstehenden Versuchsphase informiert. Im Anschlagkasten der Gemeinde sowie im Kantonsblatt vom 16.08.2014 wurde die Massnahme publiziert mit Einsprachefrist von 30 Tagen. In der neuen Luzerner Zeitung erschien zu diesem Thema am 2. September 2014 erneut ein Artikel. Die Publikation war zudem auch auf unserer Homepage aufgeschaltet. Das Info-Adlige ist unser offizielles Publikationsorgan und wird von der breiten Bevölkerung auch als solches genutzt.
Zudem: Anlässlich des Siedlungsleitbildes für die Gemeinde wurde im Jahre 2010 eine schriftliche Bevölkerungsumfrage durchgeführt, wobei sich 210 Haushalte (Einwohnerinnen und Einwohner) die Mühe nahmen den Fragebogen auszufüllen. Darin wurde auch das Thema Verkehrsberuhigung im Zentrum Adligenswil befragt. Fazit: 80% der Mitwirkenden sprechen sich für verkehrsberuhigende Massnahmen und Temporeduktionen aus.
Bevor die Versuchsphase Tempo 30 eingeführt wurde, sind zwei Mal verdeckte Messungen über je sieben Tage durchgeführt worden mit dem Ergebnis, dass Höchstgeschwindigkeiten von 82 und 84 km/h gemessen wurden, die Durchschnittsgeschwindigkeit entsprach 45 km/Std.
Um die Wirkung der Massnahmen zu überprüfen, werden weitere verdeckte Messungen durchgeführt.

Von Ihrem Arbeitsplatz im Gemeindehaus, haben Sie einen freien Überblick auf die 30er Zone. Welchen Eindruck haben Sie als Beobachter der Szenen heute im Vergleich zu vorher?
Der Verkehrsfluss hat sich spürbar verlangsamt! Die Temporeduktion von Tempo 50 km/h auf 30 km/h halbiert den Bremsweg, damit wird mehr Sicherheit erreicht! Dies war und ist schlussendlich das Hauptziel. Gleichzeitig wird auch der Lärm reduziert, was uns eventuell von teuren Lärmsanierungsmassnahmen entlasten könnte.

Die neue Tempo-30-Zone in Adligenswil gab zu reden.

Die neue Tempo-30-Zone in Adligenswil gab zu reden.