Rigi Anzeiger
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«Lehrer wird es immer brauchen»

Fokus Schule 3/6

Aus der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz mit Sitz in Luzern wird per 1. August 2013 die Pädagogische Hochschule Luzern. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kantonen wird aber nicht abgebrochen, sagt Rektor Hans-Rudolf Schärer im Gespräch mit Daniel Schwab.

lehrer
Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PH Luzern:
«Wir fühlen uns weiterhin der gesamten Zentralschweiz verpflichtet.»

 

Hans-Rudolf Schärer, die PHZ heisst neu PH Luzern. Warum dieser Namenswechsel?
Die Existenz von drei Teilschulen – Luzern, Zug und Schwyz – hatte lange Entscheidungsprozesse zur Folge. Wenn in der Wirtschaft drei Institutionen auf relativ engem Raum praktisch das Gleiche tun, wird heute schnell über eine Fusion diskutiert. So schien auch bei uns eine Optimierung an der Zeit.

Was ändert sich für die Studierenden?
Nichts. Die Diplome der Pädagogischen Hochschule Luzern sind weiterhin gesamtschweizerisch anerkannt. Auch die Studiengänge bleiben die gleichen. Die wesentlichste Änderung betrifft die Schulleitung. Sie ist nun direkt dem Rat der Pädagogischen Hochschule Luzern unterstellt und wird dadurch in ihrer operativen Tätigkeit selbständiger. Trotz Übergang in eine kantonale Trägerschaft fühlen wir uns aber weiterhin der ganzen Region Zentralschweiz verpflichtet. So bieten wir die Studiengänge Sek I, Sek II und Schulische Heilpädagogik ausschliesslich in Luzern an.

Bricht jetzt die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Teilschulen auseinander?
Nein, keineswegs. Wir trennen uns ja nicht im Streit. Wir werden weiterhin mit den Pädagogischen Hochschulen Zug und Schwyz zusammenarbeiten, zum Beispiel in Sachen Aufnahmeprüfung. Wir verwenden auch die gleiche Schulverwaltungssoftware. Mit Schwyz arbeiten wir künftig in einzelnen Projekten zusammen. Mit Zug haben wir sogar eine Kooperationsvereinbarung.

Stichwort Lehrermangel. Wie sieht die Situation in Luzern aus?
Wir verzeichnen seit einigen Jahren ein permanentes Wachstum an Studierenden. 2012 hatten wir bereits ein Rekordjahr. Und in diesem Jahr sind die Zahlen in Luzern nochmal um 15 Prozent gestiegen. Das ist sehr erfreulich, aber auch dringend notwendig. Denn viele Lehrpersonen sind 55 Jahre und älter. Diese müssen in den nächsten Jahren ersetzt werden.

Worauf führen Sie die grosse Nachfrage zurück?
Das hat zum einen mit unserem umfassenden Angebot in der Aus- und Weiterbildung zu tun. Zum anderen wirkt unser neues Hauptgebäude hinter dem Bahnhof von aussen sehr einladend und ist topmodern eingerichtet. Der wichtigste Faktor ist aber sicher, dass der Lehrerberuf unvermindert attraktiv ist. Junge Menschen erlernen einen spannenden, kommunikativen Beruf, der erst noch krisenresistent ist. Gute Lehrpersonen wird es immer brauchen.

Könnte der anhaltende Boom nicht bald zu einer Platznot führen?
Kurzfristig nicht. Wir sind heute bereits auf zehn Standorte in der Stadt verteilt. Und der Regierungsrat hat kürzlich beschlossen, dass wir das Zeughaus, unseren alten Hauptsitz, in Zukunft wieder nützen dürfen.