Rigi Anzeiger
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Lehrlinge ausbilden lohnt sich

Meggen: Der Geschäftsleiter der Firma Solum Boden an der Bahnhofstrasse 10a in Meggen, Michael Koch, ist hoch erfreut, dass sein erster Lehrling im Vorsommer die Lehrabschlussprüfung bestanden hat.

«Wir machen Profis». So lautet das Motto der Lehrbetriebe. In der Mitte Geschäftsleiter Michael Koch, Li Felder, links, mit abgeschlossener Lehre als Bodenleger und Danish Hossini, der neue Lehrling.

«Wir machen Profis». So lautet das Motto der Lehrbetriebe. In der Mitte Geschäftsleiter Michael Koch, Li Felder, links, mit abgeschlossener Lehre als Bodenleger und Danish Hossini, der neue Lehrling.

jp. Eigentlich ist Michael Koch ein Quereinsteiger. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und arbeitete während acht Jahren bei der Ideal Holzbau AG. 2010 schloss er eine Weiterbildung als Holzbaupolier und Lehrlingsausbildner ab. Als er an der Bahnhofstrasse als Geschäftsleiter den Betrieb eröffnete, machte er berufsbegleitend eine zusätzliche Ausbildung als Fachmann Unternehmungsführung. Mit dem Slogan «Nur einen zufriedenen Kunden sieht man zweimal» ist das kleine Team von Michael Koch täglich unterwegs. Bodenbeläge aller Art sind das Know-how des Betriebes. Damit eine hohe Qualität gesichert und der berufliche Nachwuchs abgedeckt werden kann, legt Michael Koch grossen Wert auf die Lehrlingsausbildung. Er will junge Leute für den Bodenleger-Beruf begeistern und ihre handwerklichen Fähigkeiten fördern. Die Auseinandersetzung mit Lernenden in ihrem beruflichen Werdegang findet er interessant und bereichernd.
Li Felder, sein erster Lehrling als Bodenleger, hat im Vorsommer die Abschlussprüfung bestanden. Darauf sind sowohl der Lehrmeister wie auch der junge Berufsmann stolz. «Ich habe während meiner Lehrzeit viele positive Erfahrungen gemacht. Schrittweise konnte ich Verantwortung übernehmen. Ich wurde immer selbstständiger. Ich lernte vorauszuplanen und die Zeit für eine Arbeit richtig einzuschätzen. Sorgfalt, Qualität und Teamfähigkeit sind Anforderungen, die an mich in der Lehre gestellt wurden», berichtete Li Felder im Gespräch. «Ich schätze das Arbeitsklima im Betrieb, das Team und den Chef. Deshalb bleibe ich auch nach Abschluss der Lehre weiterhin bei Solum Boden. Ich freue mich auf viele interessante Aufträge und auf einen guten Umgang mit der Kundschaft.»

Bodenleger ist eine Berufssparte, die zurzeit nicht auf eine grosse Nachfrage unter den Schulabgängern zählen kann. Doch mit dem sechszehnjährigen Flüchtling aus Afghanistan, Danish Hossini, hat Micheal Koch einen interessierten Jugendlichen gefunden, der dem Anforderungsprofil für den Beruf des Bodenlegers entspricht. In einem Gespräch schilderte Danish, wie er mit der Mutter, drei Brüdern und einer Schwester vor den Kriegswirren über Iran, die Türkei, Griechenland, Ungarn und Österreich in die Schweiz flüchtete. Vom Empfangszentrum Kreuzlingen gelangte er nach Emmenbrücke in den Sonnenhof. Nach Besuch der Sekundarschule in Emmen und Meggen absolvierte er ein 10. Schuljahr als Brückenangebot in die Berufswelt. «Im Internet fand ich die ausgeschriebene Lehrstelle bei Solum Boden. Ich absolvierte zwei Schnupperwochen. Vom März bis Juni 2016 konnte ich in der Firma ein Praktikum absolvieren mit einem Schulanteil von 40 Prozent. Bei der praktischen Ausbildung gewann ich das Vertrauen und die Anerkennung des Lehrmeisters – und so kam es zu einem Lehrvertrag», berichtete der aufgestellte Danish Hossini.
So startet Geschäftsleiter Koch mit einem neuen Lehrling in die dreijährige Ausbildungszeit. Sein Ziel ist es, jedes zweite Jahr einen Lehrling aufzunehmen und so Schulabgängern eine Chance für den Einstieg in einen abwechslungsreichen handwerklichen Beruf zu geben.